Schulpolitischer Wunschkatalog

Forderungen des Philologenverbandes an Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau

"Wir wissen", stellt PhV-Landesvorsitzender Karl-Heinz Wurster im Zusammenhang mit dem Amtswechsel an der Spitze des Kultusministeriums fest, "dass der von Amtsvorgängerin Annette Schavan eingeleitete Reformprozess noch lange nicht abgeschlossen ist und in einigen Bereichen noch Korrekturen und Anpassungen erforderlich sind." Noch sei beispielsweise ungeklärt, wie zwei Schülerjahrgänge, die im Jahr 2012 aufgrund der generellen Kürzung der gymnasialen Schulzeit am Gymnasium auf acht Jahre mit dem Abitur das Gymnasium verlassen, gleichzeitig mit der beruflichen Ausbildung bzw. mit ihrem Studium beginnen sollen. Durch die Schulzeitverkürzung und eine neue Sprachenfolge sind auch Anpassungen zwischen den Schularten noch erforderlich – auch im Hinblick auf die Abschlüsse und den Zeitpunkt der Vergleichsarbeiten. Sinnvolle Korrekturen am Reformprozess müssen nach Auffassung des Verbandes noch möglich sein.

Die gesellschaftlichen Umbrüche und Veränderungen erfordern es, dass junge Menschen auf eine anspruchsvollere Lebens- und Berufswelt optimal vorbereitet werden. "Dafür wollen wir uns auch künftig einsetzen", betont Wurster und lässt wissen: "Wir wünschen uns vom neuen Kultusminister, dass er sich schützend hinter seine Lehrerinnen und Lehrer stellt, eine Image-Aufwertung des Berufsbildes aktiv durch eine praxisorientierte Bildungspolitik unterstützt und alle Versuche verurteilt, die darauf abzielen, den pädagogischen Erfolg und das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien zu verunglimpfen und diese Berufsgruppe gesellschaftlich auszugrenzen." Politik und Öffentlichkeit müssten dem Lehrerberuf wieder einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert zukommen lassen.

Folgenden Wunschkatalog richtet der Philologenverband Baden-Württemberg an Kultusminister Helmut Rau:

·dass ein begabungsgerechtes und gegliedertes Schulsystem und die Schulart Gymnasium mit differenzierter Förderung und anspruchsvoller Forderung erhalten bleibt; im Zusammenhang mit der Einrichtung von Ganztagsschulen ist eine offene Berechnung zur Finanzierung zusätzlicher Lehrerstunden für eine qualitativ hochwertige pädagogische und personelle Ausstattung des Ganztagsbetriebs erforderlich;

PhV-Landesvorsitzender Karl-Heinz Wurster: "Qualitätsentwicklung im Bildungsbereich und ihre Sicherung können nur dann gelingen, wenn optimale Arbeits- und Berufsbedingungen als unabdingbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer gewährleistet sind."

-heg/phv-

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