PhV-Bezirk Nordwürttemberg bot in zwei Tagen ein umfangreiches Schulungsprogramm für Personalräte
Ganz wesentlich sind eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Personalrat sowie ein gutes Arbeitsklima
Knapp vierzig örtliche Personalräte aus ganz Nordwürttemberg nahmen am 8. und 9. Oktober 2007 an der vom Philologenverband, Bezirk Nordwürttemberg, angebotenen Personalräteschulung im Tagungshotel der Deutschen Telekom (Universitätsbereich der Landeshauptstadt Stuttgart) teil. In seiner kurzen Begrüßung ging der Vorsitzende des PhV-Bezirks Nordwürttemberg, Knut Krüger, auf die enorm angewachsenen Aufgaben und Belastungen der örtlichen Personalräte sowie der Kolleginnen und Kollegen ein. Krüger nannte in diesem Zusammenhang die Beteiligung bei schulscharfen Ausschreibungen und Sprengeltagungen, aber auch die Umstellung auf Ganztagesschule, Erarbeitung vielfältiger Curricula und die Zunahme der Fachkonferenzen. Zugenommen habe auch der Verantwortungsbereich der Schulleitungen.
An die anwesenden Personalräte appellierte Krüger, darauf zu achten, dass die Gesundheit und das seelische Gleichgewicht der Kolleginnen und Kollegen erhalten bleiben. "Die Würde der Beschäftigten darf nicht angetastet werden", mahnte Krüger und lobte die ÖPRe, dass sie die "Last und Bürde der Personalratsarbeit" auf sich genommen hätten, und betonte, dass der BPR und auch HPR den ÖPR in berechtigten Anliegen unterstützen werde, insbesondere wenn es um rechtlich strittige Fälle gehe. Das gelte auch für Fragen, die Angestellte betreffen.
Anschließend referierte Professor Hermann Speth vom Seminar Stuttgart über das Thema: "Konfliktfeld örtlicher Personalrat - Schulleitung". Speth erläuterte an vielen Beispielen, wie Konfliktsituationen mit der Schulleitung durch die ÖPRe entschärft werden können. Im Verlauf seiner Ausführungen stellte er heraus, dass das Arbeitsklima an einem Gymnasium ganz entscheidend von der Führungspersönlichkeit und dem Führungsstil eines Schulleiters abhängt. Ein Schulleiter zum Beispiel, der sich "schmollend" zurückziehe, weil eine seiner Ideen nicht die volle Zustimmung des Kollegiums findet, sollte vom ÖPR ermuntert werden, schnell zum Tagesgeschäft zurückzukehren.
Eine lebhafte Diskussion, in der zahlreiche Teilnehmer auch Situationen aus ihrer Schule schilderten, rundete diesen ersten Vormittag gelungen ab. Nach der Mittagspause zeigte Professor Speth in Rollenspielen, die von den Teilnehmern hervorragend gemeistert wurden, dass elegant selbst hoch brisante Themen durch eine gute Vorbereitung und angemessene Gliederung entschärft und kontroverse Grundeinstellungen angeglichen werden konnten, ohne dabei eigene Positionen stark abzuschwächen. Herausgestellt wurde dabei auch, dass durch standhaftes Auftreten die Situation der Kolleginnen und Kollegen verbessert werden kann. Durch viele Lacher wurden die im Prinzip ernsten Inhalte immer wieder aufgelockert.
Alle Teilnehmer waren sich am Schluss einig, dass diese Schulung durch Professor Speth, der von Haus aus auch Psychologe ist, ein großer Gewinn war. Die Vorsitzende des Hauptpersonalrats, Annette Laur, berichtete mit einer anschaulich gestalteten Power-Point-Präsentation über die Arbeit und über Problemthemen im Hauptpersonalrat, die PhV-Rechtsreferentin Anita Koch-Wittwer rundete dann diesen ersten Schulungstag gekonnt mit ausgewählten Beispielen aus ihrem langjährigen "Rechtsalltag" ab. Selbst komplizierte "juristische Knackpunkte" wurden von ihr für Laien verständlich dargestellt und vermittelt.
Der Vormittag des folgenden Tages wurde einerseits vom BPR-Vorsitzenden Gerhard Isringhausen und von BPR-Vorstandsmitglied Werner Baier gestaltet, andererseits durch die Personalreferenten des Regierungspräsidiums Stuttgart, die Regierungsschuldirektoren Karsten Wiese und Norbert Krank. Während die PhV-Mitglieder Gerhard Isringhausen und Werner Baier über die "Zusammenarbeit örtlicher Personalrat - Bezirkspersonalrat" sprachen und die vielfältigen Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen beiden Gremien deutlich herausstellten, erläuterte Karsten Wiese, wie die Abteilung Bildung und Schule die Versorgung mit Lehrkräften an den einzelnen Gymnasien bewerkstelligen muss. Knut Krüger: "Die Schulungsteilnehmer waren sich anschließend darin einig, dass die Personalreferenten des Gymnasialreferats des Regierungspräsidiums Stuttgart gute Arbeit leisten."
Der Nachmittag des zweiten Schulungstages wurde von Bernd Gehrig eröffnet, der im Bezirkspersonalrat für den PhV die Lehrer im Angestelltenverhältnis vertritt und Arbeitnehmerthemen bearbeitet. Anschließend ging Ursula Kampf, die im Hauptpersonalrat für den PhV die Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis vertritt und diese auch berät, auf komplizierte Arbeitnehmerfragen - zum Beispiel Höhergruppierung - ein. Sachlich fundierte Anmerkungen und Verständnisfragen aus dem Kreis der Schulungsteilnehmer bewiesen reges Interesse.
Die Beauftragte für Chancengleichheit, BPR-Mitglied Marga Mayer, die Fragen gesammelt, Clip Charts aufgestellt, Namensschilder erstellt hatte, erläuterte fundiert die Zusammenarbeit der ÖPRe und der BfC. Zum Abschluss bot Gerhard Isringhausen der Versammlung einen "Crashkurs" in LPVG-Fragen an - und fand lebhaften Zuspruch. Schulungsteilnehmer Jacobi berichtete von seinen Erfahrungen und den Erfahrungen seiner Schule in punkto "Selbstevaluation" und "Fremdevaluation".
Knut Krüger zog anschließend folgendes Resumee: "Diese Schulung für Personalräte, die von den Anwesenden weiterhin als zweitägige Schulung gewünscht wird, war eine großartige Angelegenheit, auch weil jeder ÖPR das Gefühl bekommen hatte, dass seine Probleme von anderen geteilt wurden, dass es sich lohnt, für Kolleginnen und Kollegen einzustehen und dass es etwas Besonderes und eine Bereicherung sein kann, an einem Gymnasium die verantwortungsvollen Aufgaben als Personalrat zu übernehmen."
Knut Krüger,
1. Vorsitzender Bezirk Nordwürttemberg