Neuer Verband organisiert 10.000 Berufsschullehrer
Berufsschullehrerverbände fusionieren zum "BLV"
Der Dachverband der Berufsschullehrerverbände Baden-Württemberg und die drei selbstständigen Lehrerverbände BLBS, VHL und VLW schlossen sich am 12. Oktober auf ihrem Fusionsdelegiertentag in Stuttgart zum Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg (BLV) zusammen. Rund 500 Delegierte aus allen Regionen Baden-Württembergs stimmten mit überwältigender Mehrheit dem Zusammenschluss zu. Der neue Lehrerverband organisiert 10.000 Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg. Der BLV ist damit die mitgliederstärkste Gewerkschaft an den beruflichen Schulen im Lande. Der BLV vertritt ein Drittel aller aktiven Berufsschullehrer.
Zusammen mit dem Philologenverband und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) sind unter dem Dach des Beamtenbundes etwa 32 000 Mitglieder organisiert. Erster Vorsitzender dieses neuen Lehrerverbandes ist der Leiter der gewerblichen Friedrich-Ebert-Schule Esslingen, Waldemar Futter.
In seiner Rede vor 500 Delegierten forderte Futter größere Anstrengungen des Landes bei der Sicherung des Lehrernachwuchses für die beruflichen Schulen. "Das Land muss einfach Geld in die Hand nehmen, denn der Fachkräftemangel ist da", sagte Futter. Im Zusammenhang mit der Schulstrukturdebatte wies Futter darauf hin, dass die Anschlussmöglichkeiten für Haupt- und Realschüler über die beruflichen Vollzeitschulen bei der öffentlichen Debatte völlig unzureichend berücksichtigt würden. 50 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen würden durch die beruflichen Schulen vermittelt, so Futter.
Futter wies weiter darauf, dass die Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund in die Bildungs- und Arbeitswelt überwiegend über die beruflichen Schulen gelingt. Angesichts der beabsichtigten Anhebung der Altersgrenzen für die Landesbeamten forderte Futter altersgerechte und altersgemäße Entlastungen älterer Lehrkräfte zum Beispiel durch Altersermäßigungen oder neue alterspezifische Tätigkeiten.
pm-blv/gbw