PhV-Gespräch mit Volker Schebesta (CDU) über
Schulstrukturdebatte, G 8-Probleme und Fachlehrermangel

Ende letzten Jahres (29.11.2007) trafen sich Landesvorsitzender Karl-Heinz Wurster und die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Röder zu einem Gespräch mit dem bildungspolitischen Sprecher der CDU, Volker Schebesta. Im Mittelpunkt stand die Schulstrukturdebatte. Es bestand völlige Übereinstimmung darüber, dass das gegliederte Schulsystem die adäquate bzw. bessere Antwort auf die unterschiedliche Ausprägung von Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit von Schülern ist. Eine schülergemäße Förderung ist nach Auffassung von CDU und Philologenverband in verschiedenen Schularten besser zu erreichen als in einer "Schule für alle". Abhängig von demografischen und/oder regionalen Verhältnissen sei allerdings eine Konzentration von Hauptschulen bzw. eine engere Kooperation von Hauptschule und Realschule denkbar.

Philologenverband für ein Vorschuljahr und gegen "Einheitsschule"

In diesem Zusammenhang wurde von PhV-Seite erneut die Forderung erhoben, mit der zweiten Fremdsprache im Gymnasium generell erst in Klassenstufe 6 zu beginnen, um ein Überwechseln von der Realschule an das Gymnasium am Ende von Klassenstufe 5 bzw. am Anfang von Klassenstufe 6 zu erleichtern. Einigkeit bestand zwischen dem CDU-Repräsentanten Volker Schebesta und den beiden PhV-Vorsitzenden darin, dass mit der von SPD, Grünen und GEW geführten Kampagne gegen das gegliederte Schulwesen neben der klaren politischen Mehrheit im Landtag auch die Mehrheit der Bevölkerung bzw. der Eltern, die eine solche von SPD, Grünen und GEW propagierte "Einheitsschule" nicht wollen, ignoriert werde.

Die sprachlichen Defizite, vor allem der Kinder mit Migrationshintergrund, seien durch vorschulische Bildung aufzuarbeiten; der PhV BW fordert in diesem Zusammenhang ein verbindliches Vorschuljahr.

Philologenverband gegen längere Grundschulzeit

Die von interessierter Seite ins Gespräch gebrachte Verlängerung der Grundschulzeit lehnt der Philologenverband Baden-Württemberg ab, da sie von der Sache her nicht begründbar sei und den eigenständigen Bildungsgang des Gymnasiums zerstören würde. Ein sechsjähriges oder gar ein dreijähriges Gymnasium ist mit der CDU und dem PhV n i c h t zu machen!

Die CDU wäre bereit, so der bildungspolitische Sprecher Schebesta, zusammen mit dem PhV BW und anderen Gruppierungen ein Aktionsbündnis für das gegliederte Schulwesen, wie es in Niedersachsen bereits besteht, zu bilden bzw. zu unterstützen.

G8-Probleme und Fachlehrermangel

Neben der Schulstrukturthematik wurden im weiteren Verlauf des Gesprächs u.a. die Probleme bei der Umsetzung von G 8 angesprochen. Hier stellte der PhV erneut fest, dass zusätzliche personelle und sächliche Ressourcen für die Umsetzung des G 8 notwendig seien. Auf keinen Fall dürften am Stundenvolumen Kürzungen vorgenommen werden; vielmehr müsse den Gymnasien weiterhin genügend Spielraum gelassen werden, um die Kontingentstundentafel flexibel umzusetzen.

Abschließend erinnerten Brigitte Röder und Karl-Heinz Wurster daran, dass die Abdeckung des Pflichtunterrichts an den Gymnasien zurzeit nur durch die Vorleistung von Überstunden (Bugwellenstunden) möglich sei. In diesem Zusammenhang räumte CDU-Bildungssprecher Schebesta einen vorhandenen Fachlehrermangel - vor allem in den Naturwissenschaften - ein. Er sagte, unbeschadet des Anspruchs auf unmittelbare Rückgabe der Bugwellenstunden in dem jeweils folgenden Schuljahr, eine garantierte Rückgabe der Bugwellenstunden ab dem Jahr 2012 zu. Beiden Seiten vereinbarten, dass CDU und PhV in allen Fragen der Schulpolitik weiterhin in engem Gesprächskontakt bleiben.

Karl-Heinz Wurster
Landesvorsitzender

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