Leserbrief

Zum Thema Chancengleichheit für Kinder mit Migrationshintergrund

1. Das Thema ist schwerwiegend und sollte weder missbraucht noch verharmlost werden.

2. Pisa vergleicht Äpfel mit Birnen: Einwanderer aus der Frankophonie nach Frankreich haben ebenso wenig sprachliche Barrieren zu überwinden wie solche aus dem anglophonen Bereich in englischsprachige Länder oder Latinos in die USA; die skandinavischen Länder haben nur geringe Migrationsquoten bei gleichzeitig anglophonen Kulturelementen, während bei uns alles zusammenkommt: von einer wirklich fremden Sprache (Türkisch) in eine sehr schwierige Landessprache (Deutsch), kulturelle Absonderung (Islam & Tradition) und ländliche Herkunft (Anatolien); Parallelkulturen, für die durchaus die Einwanderer auch mitverantwortlich sind. 

3. Die Lösung des Problems, bzw. der Ansatz dazu, kann nur darin liegen, alle Kinder mit einem guten Deutsch in die Grundschule zu schicken. Es gibt verschiedene Methoden, dies zu erreichen: Angebote, Anreize und administrativen Zwang (Aufenthaltsgenehmigung) für die M ü t t e r und K i n d e r, ordentliches Deutsch zu lernen; obligatorischer, kostenloser Kindergarten für alle 3-6jährigen, die kein altersgemäß annähernd durchschnittliches Deutsch sprechen (Sprachtest mit drei Jahren); Einschulung aufgrund eines Sprachtests, bei Nichtbestehen Zurückstellung und einjähriges sprachliches Sonderprogramm. 

All das hat direkt nichts mit Schule und Schulsystem zu tun, wohl aber mit den Voraussetzungen der Einschulung.

Eberhard Keil, Marbach

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