Aktuelles aus dem Hauptpersonalrat
Informationen zum Abitur
Die Verlegung der Pfingstferien 2009 bedeutet für alle Schularten Änderungen ihrer Terminpläne. Das Gymnasium ist davon vor allem in einem zentralen Bereich - nämlich den Abiturprüfungs- und -korrekturzeiten - betroffen. Dass die Verlegung der Pfingstferien dennoch so locker dekretiert und - noch vor einer offiziellen Beteiligung der Personalvertretung - schon öffentlich gemacht wurde, sorgte nicht nur beim Hauptpersonalrat (HPR) Gymnasien für Verwunderung, zumal eine vom HPR geforderte Rückverlegung des schriftlichen Abiturbeginns auf den Dienstag vom Kultusministerium (KM) weiterhin abgelehnt wird.
In einem Gespräch mit dem KM verlangte der HPR Klärung der noch nicht gelösten Probleme im Zusammenhang mit dem zu verkraftenden doppelten Abiturjahrgang (G8 und G9 zeitgleich) im Jahr 2012. Ab dem Jahr der Zusammenführung soll für die beiden betroffenen Jahrgänge - und nur für sie (!) - ein gemeinsames Curriculum festgelegt werden, das aus den "Schnittmengen" der jeweiligen Lehrpläne besteht. Die Abituraufgaben werden nur aus diesem Schnittmengenbereich ausgewählt, und es sollen für diesen Jahrgang keine neuen Sternchenthemen eingeführt werden. Für die Korrekturentlastung der Lehrkräfte soll eine großzügige Regelung gelten. Der HPR wies auf den deutlich erhöhten Bedarf an Prüfungsräumen und an vorzuhaltenden Hilfsmitteln wie Lektüren, Wörterbücher, Formelsammlungen, Rechner u. ä. für diesen doppelten Jahrgang hin. Das KM muss die Kommunen rechtzeitig auffordern, Gelder für diesen Mehrbedarf bereitzustellen.
Altersermäßigungen - HPR stimmt Neuregelung nicht zu
Der Hauptpersonalrat Gymnasien hat der Verordnung zur Arbeitszeit der Lehrer an öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg, in der die Altersermäßigungen neu geregelt werden, nicht zugestimmt. Der HPR Gymnasien sieht in dieser Regelung eine eindeutige Benachteiligung der Lehrkräfte im Höheren Dienst und fordert deshalb weiterhin in Verhandlungen mit dem Kultusministerium die Beibehaltung der bestehenden Regelung für die Lehrkräfte an Gymnasien. Sollten diese Verhandlungen nicht zum Erfolg führen, wird der HPR Gymnasien in die Einigungsstelle gehen.
A14-Beförderungen - Verfahren eingeleitet
Das A14-Ausschreibungsverfahren 2008 ist inzwischen abgeschlossen, für das herkömmliche A14-Beförderungsverfahren wurden jedoch aus haushaltsrechtlichen Gründen vom Finanzministerium immer noch keine Stellen ausgewiesen. Auf Bitte der Vorsitzenden des HPR hat das KM die wenigen Stellen, die im Ausschreibungsverfahren nicht besetzt worden waren, sofort für Beförderungen im herkömmlichen Verfahren freigegeben und umgehend die Sachbearbeiter in den Regierungspräsidien entsprechend informiert. Damit können im Mai zumindest die Stellenbesetzungen nachgeholt werden, für die im Oktober 2007 trotz bereits erfüllter Voraussetzungen keine Stellen mehr zur Verfügung standen. Um Verzögerungen durch die Pfingstferien auszuschließen, haben die Sachbearbeiter in den Regierungspräsidien unter Beteiligung der Bezirkspersonalräte das Beförderungsverfahren sofort eingeleitet.
Einstellungsrunde 2008
In diesem Jahr wird es im gymnasialen Bereich für die Bewerberinnen und Bewerber - sofern sie genügend mobil sind - noch einmal gute Einstellungsbedingungen geben. Die Runden der schulscharfen Stellenbesetzungen führten zu insgesamt guten Ergebnissen - auch im ländlichen Bereich. Für das nun laufende Listenverfahren endet am 16. Mai die Frist für die Aufnahme in die Bewerberliste. Das KM will so früh wie möglich feste Zusagen für eine Einstellung geben, damit sich die Konkurrenzangebote der benachbarten Bundesländer nicht allzu nachteilig auf die baden-württembergische Unterrichtsversorgung des kommenden Schuljahres auswirken.
HPR: Arbeits- und Gesundheitsschutz muss Teil der Fremdevaluation bleiben
Da im kommenden Schuljahr die Regelphase der Fremdevaluation beginnen soll, wird für das KM die Zeit langsam knapp, das dafür notwendige personalrechtliche Beteiligungsverfahren abzuschließen. Der HPR Gymnasien steht weiterhin in intensiven Verhandlungen sowohl mit dem KM als auch mit dem Landesinstitut für Schulentwicklung (LS), wird der Verordnung aber erst zustimmen, wenn auch die letzten Fragen im Sinne der Kollegien geklärt und ihm alle notwendigen Unterlagen rechtzeitig zur Prüfung und Beratung vorgelegt wurden. So besteht der HPR zum Beispiel weiterhin darauf, dass sich der zeitliche Aufwand, den die Schulen für die Selbst- und die Fremdevaluation aufbringen müssen, nicht erhöhen darf und dass der Arbeits- und Gesundheitsschutz Teil der Fremdevaluation bleiben muss. Inzwischen beginnen in den Regierungspräsidien die Informationsveranstaltungen für die Fremdevaluation.
Focus-Umfrage
Für die vom Focus initiierte Umfrage bei Schulen, Lehrern, Eltern und Schülern mit dem Ziel einer Schul-Datenbank gibt es in Baden-Württemberg keine Genehmigung. Auf Nachfrage der Vorsitzenden des HPR wurde aus dem KM versichert, dass auch keine Genehmigung erteilt werden soll, da gemäß der Verwaltungsvorschrift "Werbung und Erhebungen an Schulen" eine solche Umfrage in Baden-Württemberg nicht zulässig ist. Ein einheitliches Votum in dieser Frage auf KMK-Ebene kam jedoch wegen der unterschiedlichen Pressegesetze der Länder nicht zustande. Das KM sieht sich übrigens zum ersten Mal mit einer solchen Umfrage an Schulen mit kommerziellem Hintergrund konfrontiert.
Budgets für Sprengelfortbildung gefordert
Auch über die Sprengelfortbildung verhandelt der HPR mit der Gymnasialabteilung des KM, da nach Meinung des HPR das derzeitige Sprengel-Fortbildungskonzept keine professionell gestaltete Fortbildung für Lehrkräfte darstellt. Aus den Bezirkspersonalräten kam die Mitteilung, dass es kritische Stimmen zur Konzeption der Sprengelfortbildungen gibt. Das KM sprach zwar von "positiven Rückmeldungen" aus den Regierungspräsidien, doch hatten sich Kolleginnen und Kollegen gegenüber den Personalvertretungen über den organisatorischen Ablauf und über die inhaltliche Qualität der Sprengelfortbildungen eher negativ geäußert.
Der HPR besteht darauf, dass alle Lehrkräfte die Möglichkeit haben müssen, gute Fortbildungen aus erster Hand zu erhalten - zum Beispiel auch an Akademien und/oder an Universitäten. Außerdem ist es aus HPR-Sicht notwendig, dass den für die Sprengel zuständigen Fachberatern Budgets zugewiesen werden, mit denen sie externe Spezialisten als Referenten einladen können.
Sprengelsitzungen sollen übrigens nach Aussage des KM nicht nahtlos an den Unterricht anschließen, innerhalb der Kooperationszeit liegen und sich nicht bis in den Abend hineinziehen. - Der HPR bleibt mit dem KM im Gespräch, um Verbesserungen in der Sprengelfortbildung zu erreichen.
Annette Laur,
Vorsitzende des HP