An den Gymnasien steigen die Schülerzahlen weiter

Öffentliche allgemeinbildende Schulen im Schuljahr 2007/08: Durchschnittlich 19,9 Schüler in einer Hauptschulklasse

Im laufenden Schuljahr 2007/08 besuchen rund 1 182 000 Schüler eine öffentliche allgemeinbildende Schule in Baden-Württemberg. Das sind 18 000 oder 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamtes haben die Schülerzahlen an allen öffentlichen Schularten außer den Gymnasien abgenommen.

An den öffentlichen Grundschulen sank die Zahl der Schüler um 12 400 (fast 3 Prozent) auf knapp 428 000. Unter den weiterführenden Schularten mussten die öffentlichen Hauptschulen mit einem Rückgang um 10 200 Schüler (knapp 6 Prozent) auf ca. 168 500 Schüler die prozentual größten Verluste hinnehmen. Die Schülerzahl an den öffentlichen Realschulen ist mit 233 000 (-0,2 Prozent) nahezu unverändert zum Vorjahr geblieben.

An den öffentlichen Sonderschulen ist die Zahl der Schüler insgesamt um gut 1 Prozent auf 39 900 zurückgegangen. Dies liegt hauptsächlich an den öffentlichen Förderschulen (früher: Schulen für Lernbehinderte), die von weit mehr als der Hälfte (57 Prozent) aller Schüler der öffentlichen Sonderschulen besucht werden. Die Schülerzahl an diesen Förderschulen hat um gut 800 Schüler bzw. knapp 4 Prozent abgenommen.

Nur die öffentlichen Gymnasien können noch steigende Schülerzahlen verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr hat hier die Zahl der Schüler um rund 6 000 (knapp 2 Prozent) zugenommen und liegt jetzt bei fast 308 000. An den drei Schulen besonderer Art (früher: Gesamtschulen) wurden gut 4 200 Schüler gezählt, stark 2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die durchschnittlichen Klassenstärken an öffentlichen Realschulen und Gymnasien sind nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamtes mit 27,6 bzw. 27,7 unverändert zum Vorjahr geblieben. An den Grundschulen ergibt sich - ebenso wie an den Sonderschulen - ein leichter Rückgang der Klassenstärke im Vergleich zum Vorjahr. Dies gilt auch für die öffentlichen Hauptschulen, an denen durchschnittlich 19,9 Schüler in einer Klasse unterrichtet werden.

Schüler je Klasse*) an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg
Schulart Schuljahr 2007/08
(vorläufige Zahlen)
Schuljahr 2006/07
*) ohne Berücksichtigung der Klassenstufen 12 und 13 an Gymnasien und ohne Sonderschulen für Kranke in längerer Krankenhausbehandlung.
Grundschulen 21,8 21,9
Hauptschulen 19,9 20,2
Sonderschulen 8,8 8,9
Realschulen 27,6 27,6
Gymnasien 27,7 27,7

Quelle: Landesamt für Statistik Baden-Württemberg

Zumeldung des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW):
Weiter steigende Schülerzahlen an Gymnasien erfordern höhere Lehrereinstellungsquote an dieser Schulart

"Der seit Jahren nachweisbare Schülerstrom auf die Gymnasien hält unvermindert an und zeigt uns, dass diese Schulart mittlerweile mit Blick auf die Klassengrößen mit durchschnittlich 27,7 am schlechtesten dasteht und mehr Lehrer braucht", so der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Karl-Heinz Wurster. Der Philologenverband kritisiert, dass in manchen Klassen der Unter- und Mittelstufe nach wie vor mehr als 30 Schüler sitzen. Der verkürzte gymnasiale achtjährige Bildungsweg an den Gymnasien sorge im Übrigen für eine Verdichtung des Lernstoffs, dessen gute Vermittlung in überfüllten Klassen erschwert werde.

"Die dringend notwendige Differenzierung und gezielte Förderung mit unterschiedlichen Begabungsschwerpunkten ist in derartig großen und inzwischen auch sehr heterogenen Klassen nahezu unmöglich", so Wurster. Den nach wie vor steigenden Schülerzahlen muss nach Auffassung des Philologenverbandes durch eine höhere Lehrereinstellungsquote - insbesondere in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften - Rechnung getragen werden.

Nachgedacht werden müsse auch über die Besoldung, um gerade Lehrerinnen und Lehrer mit Qualifikationen in Mangelfächern für den Gymnasiallehrerberuf zu gewinnen.

"Wir können es uns nicht erlauben, dass aufgrund wenig attraktiver Einstiegsgehälter qualifizierter Lehrernachwuchs in andere Berufe abwandert, in denen ebenfalls dringend Mathematiker und Naturwissenschaftler gebraucht werden", so Wurster.

www.phv-bw.de