Karl-Heinz Wurster: 40 Jahre Schule aus verschiedenen Perspektiven, aber immer mit dem Blick aufs Ganze

Für Karl-Heinz Wurster war der diesjährige Vertretertag zugleich ein Tag des Abschieds. Die stellvertretende PhV-Landesvorsitzende Brigitte Röder würdigte in ihren Dankesworten den scheidenden Landesvorsitzenden Wurster. Röder: "Wir verabschieden heute mit Karl-Heinz Wurster eine Persönlichkeit, die 40 Jahre Schule und Schulpolitik in Baden-Württemberg erlebt und mitgestaltet hat."

Brigitte Röder erinnerte daran, dass Karl-Heinz Wurster im Zeitraum von 1966 bis 2006 Schule aus ganz verschiedenen Perspektiven kennengelernt hat. Zu Beginn seiner Laufbahn war er als Lehrer an verschiedenen Stuttgarter Gymnasien tätig gewesen, damals, in den 60er Jahren, noch mit einem Regeldeputat von 23 Wochenstunden. Als stellvertretender Schulleiter am Hölderlin-Gymnasium hat er einen Aufgabenschwerpunk in der Schulorganisation gehabt, wie beispielsweise bei der Erstellung von Stunden- und Vertretungsplänen. Diese Tätigkeit sei nicht zu leisten, so Röder, ohne einen Blick auf die gesamte Schule zu haben und in diesem Gesamtgefüge mit viel Fingerspitzengefühl die einzelnen Belange der Lehrkräfte und der Schüler zu berücksichtigen.

Als Fachberater für Geschichte und Politik habe er auch viele Kolleginnen und Kollegen im Unterricht besucht und dadurch unterschiedliche Schulen kennengelernt.,Manchmal tue auch der Blick von außen gut, sagte Röder und erinnerte daran, dass Karl-Heinz Wurster bei seiner Mitarbeit im Landesinstitut für Erziehung und Unterricht, dem Vorläufer des jetzigen Landesinstituts für Schulentwicklung, diesen Blick bei der Betreuung schulartübergreifender Projekte und dann während seiner Arbeit im Schul- und Kulturdezernat der Landeshauptstadt Stuttgart bekommen habe. In dieser außerschulischen Zeit war Wurster auch Mitglied des Bezirksbeirats in Stuttgart-Feuerbach. "Dass er dann doch wieder den Weg zurück in die Schule fand, war ein Glück vor allem für den Philologenverband, denn hier, wo er seit 1967 Mitglied war, engagierte er sich seit 1993 in verschiedenen Ämtern", stellte Röder fest.

Brigitte Röder ging dann auf einige Verbandsstationen ein: Seit dem Jahr 1993 hattean der Spitze des PhV-Bezirksverbands Nordwürttemberg gestanden und damit als Vorsitzender des mitgliederstärksten Bezirksverbands auch besonderes Gewicht im Landesvorstand. Daher sei es folgerichtig gewesen, dass er im Jahr 2000, als Dr. Rode aus seinem Amt als Stellvertretender Landesvorsitzender ausschied, in diese Funktion gewählt wurde. Gleichzeitig trat auch Brigitte Röder im Jahr 2000 ihr Amt als Stellvertreterin von Volker Stich an. "Ich konnte als Neuling viel von meinem erfahrenen Teamkollegen Karl-Heinz Wurster lernen", so Röder.

Seine Mitgliedschaft im Haupt- und im Bezirkspersonalrat ermöglichte ihm einen weiteren Perspektivenwechsel, "wurden und werden in diesen Gremien doch Schulpolitik vorbereitet und diskutiert sowie die Belange einzelner Kolleginnen und Kollegen gegenüber Ministerium und Regierungspräsidium vertreten."

Als Volker Stich im Jahr 2004 zum Vorsitzenden des Beamtenbundes Baden-Württemberg gewählt wurde, hat Karl-Heinz Wurster seine Nachfolge als Vorsitzender des Philologenverbandes Baden-Württemberg angetreten. Erarbeitete inGremien des Deutschen Philologenverbandes und des Beamtenbundes Baden-Württemberg mit und vertrat hier mit großem Engagement die Interessen des Gymnasiums. Ein besonderes Anliegen sei ihm die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen an den Gymnasien, die mittlerweile mit einem Regeldeputat von 25 Wochenstunden unterrichten, und die Weiterentwicklung der Schulart Gymnasium.

Röder stellte heraus, dass Karl-Heinz Wursters Stimme auch im Landesschulbeirat gehört wurde, wo er nicht müde geworden sei, eine Lanze für das Gymnasium zu brechen.
Durch seine zahlreichen Kontakte zu den Kolleginnen und Kollegen an den Gymnasien und durch seine Präsenz in den Gremien und in den Medien, wurde Karl-Heinz Wurster zum engagierten Repräsentanten dieser Positionen in ganz Baden-Württemberg.

"Wenn Karl-Heinz Wurster nun heute aus seinem Amt als Vorsitzender des Philologenverbands Baden-Württemberg ausscheidet", so Brigitte Röder, "ist es an uns, ihm für sein Engagement in diesem Verband ganz herzlich zu danken und unsere Hochachtung auszusprechen. Wir hoffen, dass uns sein Blick für das Ganze auch noch in den weiteren Jahren der Verbandsarbeit erhalten bleibt und dass wir auch weiterhin auf seinen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen können."

Auch Kultusminister Helmut Rau würdigte die lange und erfolgreiche Tätigkeit von Wurster in Beruf und Verband. Er sei kein Einzelkämpfer gewesen, sondern gehöre zu einer Gruppe von Menschen, die gemeinsame Interessen haben und die diese auch gemeinsam vertreten. In seinen Funktionen sei er unermüdlich für den Verband eingetreten. Rau: "Sie waren kompetent, das konnte niemand bestreiten, und sehr geschätzt mit ihren Beiträgen. Sie haben niemals eine Situation geschaffen, dass man den Eindruck haben musste, jetzt macht er auf meine Kosten Punkte. Ich habe für Ihre Arbeit größte Anerkennung und größten Dank zu sagen."

Lobend äußerte sich auch der stellvertretende Landesvorsitzende des Beamtenbundes Baden-Württemberg, Joachim Lautensack. Er erinnerte u.a. daran, dass er viele Jahre im Vorstand des mitgliederstarken BBW-Kreisverbandes Stuttgart tätig gewesen sei. "In weiser Voraussicht hat er im vergangenen Jahr die berufspolitische Vertretung unserer Pensionäre in den Blick genommen und ließ sich in den Landesvorstand des BRH wählen", sagte Lautensack mit dem Hinweis: "Ich kenne und schätze Herrn Wurster seit einigen Jahren."
Lautensack dankte Wurster im Namen des BBW herzlich für die geleistete Arbeit und für sein Engagement.

Hans-Eckhard Giebel

Dank an das Leitungsteam!

Dank gilt dem Tagungsleitungsteam Lothar Fritz, Eva-Maria Hebgen, Anita Koch-Wittwer und Knut Krüger, das unter der Gesamtregie von Ralph Grossmann für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte.

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