PhV im Gespräch mit der CDU Baden-Württemberg
Konsens: Keine Abstriche an der Qualität gymnasialer Bildung
Am 20. Juni 2008, also einige Tage vor der Veröffentlichung der Einzelheiten zur "Qualitätsoffensive Gymnasium", führten der seinerzeit noch amtierende PhV-Landesvorsitzende Karl-Heinz Wurster und der stellvertretende PhV-Landesvorsitzende Bernd Saur im Haus der Abgeordneten in Stuttgart ein Gespräch mit Volker Schebesta (MdL), dem bildungspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg. Themenschwerpunkte waren G8, Ganztagsschule und Senkung des Klassenteilers.
Laut Volker Schebesta hätten die Beratungen der Runden Tische nicht ergeben, dass an den Bildungsplänen Abstriche vorgenommen werden müssten. Sie erbrachten vielmehr "Empfehlungen zur konkreten Ausgestaltung" von G8. Die Vertreter des Philologenverbands Baden-Württemberg verwahrten sich in diesem Zusammenhang gegen zuweilen zu hörende Äußerungen, wonach angeblich erst die konkrete Umsetzung der Bildungspläne vor Ort jene Probleme hervorgebracht und zu Protesten bei Eltern geführt hätte. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort hätten mit großem Zeit- und Energieaufwand Curricula erstellt und die Umsetzungen vorgenommen; es sei deshalb unfair, sie für den mancherorts zu hörenden Unmut verantwortlich machen zu wollen.
Einigkeit bestand darin, dass das Gymnasium in Klasse 5 beginnen muss, um seinem Bildungsauftrag gerecht werden zu können. Und auch darin waren sich Philologenverband und CDU einig: sie wollen des Weiteren an der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung festhalten.
Volker Schebesta sprach sich gegen die PhV-Forderung nach Parallelführung von G8 und G9 aus, wie sie etwa in Hessen vorgesehen ist. Dies würde zu zwei verschiedenen Abiturqualitäten führen, was nicht erstrebenswert sei.
Die PhV-Vertreter bekräftigten ihre Position eines bedarfsorientierten Angebots an Ganztagsschulen. Volker Schebesta präzisierte, dass nicht zwingend nur 40 Prozent der Gymnasien Ganztagsschulen werden könnten, also die Quote 40 Prozent kein Dogma sein müsse. Eine zwangsweise Umwandlung aller Gymnasien zu Ganztagsschulen käme, so Volker Schebesta, für die CDU jedoch nicht in Frage.
Karl-Heinz Wurster und Bernd Saur forderten erneut die Senkung des Klassenteilers, da mit 33 Schülern in der Klasse der Unterrichtserfolg zwangsläufig leiden müsse und die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer zu hoch sei. Volker Schebesta sah für das kommende Schuljahr noch keine Verbesserungsmöglichkeiten, ließ aber erkennen, dass sich ab dem Schuljahr 2009/2010möglicherweise Spielräume für entsprechende Schritte ergeben könnten.
Bernd Saur