Philologenverband Baden-Württemberg zum Bericht "Bildung in Deutschland":

Stärkere Bildungsinvestition und Bildungsbereitschaft müssen sich ergänzen!

"Dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund frühzeitig, differenziert und kontinuierlich gefördert werden müssen und alle gesellschaftlichen Gruppen in der Verantwortung stehen, an den im Bericht aufgezeigten Problemen mitzuwirken, ist keine neue Erkenntnis, sondern eine Notwendigkeit, die schon lange in unserem Forderungskatalog steht", kommentiert der amtierende PhV-Landesvorsitzende Karl-Heinz Wurster in einer vom Verband am 12. Juni 2008 herausgegebenen Pressemitteilung den von der Kultusministerkonferenz (KMK) und vom Bundesbildungsministerium (BMPF) veröffentlichten zweiten gemeinsamen Bericht "Bildung in Deutschland 2008". Um die Zahl ausbildungsfähiger Schulabgänger zu steigern, seien nicht nur Schulen gefordert, sondern auch Ausbildungsbetriebe und Politik, die mehr in Bildung und Ausbildung investieren müssen. Schließlich sei der Fokus auch aufBildungsbereitschaft und Bildungsanstrengung zu lenken: Stärkere Bildungsinvestition und Bildungsbereitschaft müssen sich ergänzen!

Der Verband weist darauf hin, dass die Hauptschulen mit ihren zumeist kleineren Klassen wesentlich besser auch binnendifferenziert ihre Schüler fördern können als beispielsweise die Gymnasien mit ihren überfüllten Klassen. Entscheidend für einen erfolgreichen Bildungsverlauf sei eine frühe Förderung der Kinder mit Unterstützung des Elternhauses bereits im vorschulischen Bereich.

Beklagt wird vom Philologenverband Baden-Württemberg, dass in der öffentlichen Bildungsdiskussion zu sehr die Schulstrukturen im Mittelpunkt stehen. Vermisst wird in der Diskussion, dass neben der Beseitigung sozialer Barrieren für ein erfolgreiches Durchlaufen der verschiedenen Bildungswege - egal in welcher Schule oder sonstigen Bildungseinrichtung -
ganz wesentlich auch die Bildungsbereitschaft ist. Das gilt für Schülera l l e rSchularten.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht der Philologenverband sowohl im Bereich der Schülerdiagnose als auch beim Wechsel zwischen den Schularten. "Auf eine verbindliche Grundschulempfehlung für die weiterführenden Schularten sollte aber auch künftig nicht verzichtet werden", so Wurster.

phv-pm/heg

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