Deutscher Philologenverband (DPhV):

OECD-Informationssperre für deutsche PISA-Forscher ist skandalös!

Als skandalös und als Zeichen der Voreingenommenheit und Einseitigkeit der OECD hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, den Ausschluss der deutschen PISA-Forscher von allen Vorabinformationen der PISA-Ergebnisse bezeichnet. "Damit versucht der PISA-Koordinator Andreas Schleicher zusammen mit dem PISA-Verwaltungsrat das eigene Deutungsmonopol zu PISA administrativ durchzusetzen. Es ist offensichtlich, dass die signifikanten Fortschritte Deutschlands dem Systemveränderer Schleicher nicht ins Konzept passen!", betonte der Verbandsvorsitzende.

Den Ausschluss der deutschen PISA-Forscher von der Erstunterrichtung sei auch deshalb verwunderlich, weil gegen die noch auf Linie der OECD liegenden Vorabmeldungen von Nachrichtenagenturen und Zeitungen bei PISA 2000 und PISA 2003 in der Vergangenheit niemals mit Sanktionen reagiert worden ist.Deshalb liege der Verdacht nahe, dass Herr Schleicher das deutsche PISA-Konsortium aus der wertenden Analyse der Daten zukünftig deshalb weitgehend heraushalten wolle, weil sie seinem Plädoyer für ein integriertes Schulwesen zuwiderliefen.

"Wer wie Herr Schleicher zu solchen ungerechtfertigten Strafsanktionen greift, obwohl er sich selbst an die gesetzten Fristen nicht gehalten hat, beschädigt die Glaubwürdigkeit der PISA-Studien insgesamt", so Meidinger.

dphv-pm, Berlin, 21. Juni 2008

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