Qualitätsoffensive Bildung der CDU-FDP-Landesregierung

PhV begrüßt Klassenteiler-Senkung als wichtiges Element zur Qualitätssteigerung

"Wir begrüßen die am 15. Juli vorgestellte Initiative der CDU/FDP-Regierungskoalition des Landes Baden-Württemberg, das Schulsystem des Landes in den kommenden Jahren zusätzlich mit insgesamt 528 Millionen Euro verbessern zu wollen - jetzt kommt es darauf an, die Gelder nicht nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, sondern sie dort zu investieren, wo sie am dringendsten notwendig sind", kommentiert der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Bernd Saur, dieses Vorhaben. "Damit wird ein deutliches Zeichen in Richtung einer Verbesserung der Bildungsqualität in Baden-Württemberg gesetzt!" Mit 180 Millionen Euro sollen etwa 4000 neue Stellen für Pädagogen geschaffen werden.

Seit Jahren fordert der Philologenverband die Senkung des Klassenteilers und verweist auf den "untragbaren Zustand", dass allein im laufenden Schuljahr 2007/08 an den Gymnasien in über 3300 Klassen 30 und mehr Schüler unterrichtet werden - allein in 120 Klassen befänden sich sogar mehr als 33 Schüler. "In so großen Klassen bleiben Unterrichtsmethoden zur differenzierenden Förderung auf der Strecke; auch naturwissenschaftliche Experimente und ein hoher Sprachumsatz des Schülers im Fremdsprachenunterricht sind in solchen Klassen praktisch unmöglich", stellt Bernd Saur fest. Wenn nun die Landesregierung den Klassenteiler sukzessive von 33 auf 28 Schüler pro Klasse absenkt, dann wird sich die Situation in den Klassenzimmern entspannen und eine bessere Förderung möglich sein. In diesem Zusammenhang ergibt sich für den Verband eine weitere Forderung: Aufgrund eines durch diese Maßnahme entstehenden Mehrbedarfs an Lehrkräften an praktisch allen Gymnasien - insbesondere in den bekannten Mangelfächern - sollte der jetzt auf dem Markt noch zur Verfügung stehende qualifizierte Lehrernachwuchs schleunigst eingestellt werden. Saur: "Hier müssen die vier Regierungspräsidien unverzüglich tätig werden! Wir dürfen jetzt keine qualifizierten Junglehrer ziehen lassen, die unser eigenes Bundesland dringend benötigt."

Der PhV begrüßt, dass die Hauptschulen gestärkt werden sollen, indem mehr Hauptschulen den Werkrealschulabschluss anbieten und sich zur Ganztagsschule entwickeln können. Und wertet es als ein positives Zeichen, dass der bisherige Sockel für Leitungsaufgaben an der Schule von sieben Stunden auf acht Stunden je Woche erhöht wird und dass es für die ersten 20 Klassen statt 20 künftig 24 Stunden geben soll und für jede weitere Klasse eine weitere Stunde mehr. Schulleitern, ihren Stellvertretern sowie Abteilungsleitern wird also mehr Zeit für Leitungsaufgaben gegeben.

-heg-

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