PhV gegen Abschaffung der Grundschulempfehlung
"Die Grundschulempfehlung hat eine unverzichtbare Funktion bei der Zuweisung von Kindern in die richtige Schulart. Sie lässt sich bezüglich ihres empfehlenden Charakters sicher noch verfeinern, sollte aber nicht abgeschafft werden. Wer die Abschaffung fordert, fördert schulische Fehlentscheidungen und stiehlt sich aus der bildungspolitischen Verantwortung", so der PhV-Landesvorsitzende Bernd Saur in einer Pressemitteilung des Verbandes vom 22. Juli 2008 zum Vorschlag von Justizminister Ulrich Goll (FDP), die Grundschulempfehlung für die Hauptschule abzuschaffen.
"Das Übergangsverfahren in Baden-Württemberg orientiert sich nicht nur an den Noten, wichtig ist vielmehr auch das Lern- und Arbeitsverhalten des Kindes", stellt PhV-Chef Saur fest und weist darauf hin, dass die Grundschullehrerinnen und -Lehrer, die das Kind in der Regel zwei Jahre lang im Unterricht begleiten, diese Grundschulempfehlung sehr gewissenhaft und treffsicher erstellen.
Eine Abschaffung der Grundschulempfehlung - egal für welche Schulart - lehnt der Philologenverband ab. Saur: "Wir sind nach wie vor dafür, dass eine Grundschulempfehlung auf der Basis objektiver Beurteilungskriterien erhalten bleibt und setzen auf ein professionelles Unterstützungssystem für die beurteilenden Grundschullehrer, wobei im Verlauf des Bildungsweges bei entsprechender Entwicklung ein Wechsel zwischen den Schularten möglich sein muss." Durch Unterstützungssysteme und Fördermaßnahmen müssen nach Auffassung des Philologenverbandes auch Korrekturen am zunächst eingeschlagenen schulischen Bildungsgang eines Kindes und ein Übergang in eine andere Schulart möglich sein, etwa durch die Gewährung von Nachlernzeiten. "Im Übrigen wäre ein verpflichtendes Vorschuljahr mit gezielter sprachlicher Förderung ein Schritt in die richtige Richtung", so der PhV-Landesvorsitzende abschließend.
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