Massiver PhV-Protest gegen Pläne zur schnelleren Anhebung des Pensionsalters
"Wir haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass eines der wirtschaftlich stärksten Bundesländer - unabhängig von der Planung auf Bundesebene - mit der Verlängerung der Lebensarbeitszeit für Beamte voranpreschen will, zumal die Lehrkräfte an Gymnasien bereits zwei Arbeitszeiterhöhungen und eine deutliche Kürzung einer ohnehin dürftigen Altersermäßigung hinnehmen mussten", so Landesvorsitzender Bernd Saur in einer Pressemitteilung vom 22. September.
"Wir Lehrer wollen keinen Sonderstatus, aber wir wollen so behandelt werden wie unsere beamteten Kollegen auf Bundesebene", mahnt Bernd Saur und appelliert an ein vor zwei Jahren gegebenes Versprechen von Ministerpräsident Oettinger, dass er bei anstehenden Fragen erst die Verbände anhören wolle. "Halten Sie Wort, Herr Ministerpräsident!"
Ein volles Unterrichtsdeputat bis 67 ist für den Philologenverband völlig unvorstellbar, zumal jetzt schon viele Lehrer die derzeitige Pensionsgrenze von 65 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht erreichen und Gehaltsabstriche hinnehmen müssen. Saur: "Unsere Staatsdiener sind nicht die Manövriermasse für eine verfehlte Finanzpolitik." Der PhV wies darauf hin, dass neben unbefriedigenden Einstellungsbedingungen die jahrelang kontinuierlich zunehmenden Arbeitsmehrbelastungen der Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien des Landes dazu geführt haben, dass der in Baden-Württemberg ausgebildete Lehrernachwuchs in andere Bundesländer abwandert. Inzwischen gebe es zum Teil "bedrohliche Engpässe" in der Lehrerversorgung, die in den nächsten Jahren noch zunehmen würden.
Anstatt nun alle Attraktivitätsregister für den Lehrerberuf zu ziehen, beabsichtige die Landesregierung das Gegenteil. Warum sollte ein Junglehrer ausgerechnet in demjenigen Bundesland um eine Anstellung nachsuchen, das seinen Lehrkräften einen bundesweit einmaligen Sonderweg zumutet; warum sollte man sich ausgerechnet diesen Dienstherrn aussuchen?
"Diese Politik ist ein unverantwortliches Spiel mit dem Feuer", kritisiert PhV-Chef Saur mit dem Hinweis, dass das Schuljahr 2009/10 für die Lehrerversorgung sehr schwierig werde. Die Landesregierung solle deshalb ihre Pläne für einen baden-württembergischen Sonderweg schnellstens fallen lassen.
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