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Cord Santelmann neuer Vorsitzender des Bezirksverbands Südwürttemberg
Am 16. und 17. Oktober fand die 31. Schulvertreterversammlung des Bezirksverbandes Südwürttemberg statt, auf der die Schulvertreterinnen und Schulvertreter zunächst einen neuen Vorstand unter dem Vorsitz von Cord Santelmann und Karin Kriesell wählten. Der Vorstand wird durch Elisabeth Pleuler-Bauer (Rechnerin), Nicole Radzuweit und Claudia Schnitzer (Beisitzerinnen) sowie Max Biehahn (Schriftführer) komplettiert. Cord Santelmann dankte dem scheidenden Vorsitzenden des Bezirksverbands Südwürttemberg, Bernd Saur, für seine auf Bezirksebene geleistete Arbeit. Bernd Saur wurde im Juli dieses Jahres in Fellbach zum neuen Landesvorsitzenden des Philologenverbandes Baden-Württemberg gewählt.
Die Schulvertreterinnen und Schulvertreter nahmen an einer sehr informativen PhV-Veranstaltung im Kloster Untermarchtal teil. Neben den Berichten der Personalräte, der Angestelltenvertretung und der Jungphilologen sowie der Referenten aus dem Regierungspräsidium Tübingen war ein markantes Thema an beiden Tagen die Lehrerversorgung im kommenden Schuljahr, wenn der Zahl von rund 2000 landesweit zu besetzenden Stellen nur eine deutlich geringere Zahl von Bewerbern gegenüberstehen wird.
Die Abwanderung qualifizierter junger Lehrkräfte in die Schweiz oder in angrenzende Bundesländer verstärkt nach Auffassung des Bezirksverbands die Situation des Lehrermangels. Es sei mehr als fraglich, ob die Maßnahme des Kultusministeriums, mit einer Sonderausschreibung bereits im November dieses Jahres zu starten, zu einer nennenswerten Entspannung dieser Situation führen werde, wenn gleichzeitig von weiteren Möglichkeiten, die Beschäftigung als Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg attraktiver zu gestalten, aus Kostengründen kein Gebrauch gemacht werde. Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs wären zum Beispiel die Heraufsetzung des Verbeamtungsgrenzalters und die Bezahlung der Sommerferien nach dem Ende des Vorbereitungsdienstes. So bleibe zu befürchten, dass bis zu 700 Stellen nicht besetzt werden können oder aber qualitative Abstriche bei den Einstellungen gemacht werden müssten. Eine deutliche Besserung der Situation und damit auch der Arbeitsbedingungen der Lehrer sei erst nach dem Abitur des Schüler-Doppeljahrganges 2010/12 zu erwarten.
Ein weiterer Schwerpunkt, dessen inhaltliche Verknüpfung mit dem Vorgenannten nicht geleugnet werden kann, war die Lehrergesundheit, auf die in zwei interessanten Vorträgen Bezug genommen wurde. So stellte Dr. Matthias Nübling von der Freiburger Forschungsstelle für Arbeits- und Sozialmedizin den Fragebogen zur personenbezogenen Gefährdungsbeurteilung vor, der Teil der Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes durch die Landesregierung ist. Nach dem Vortrag und der anschließenden Diskussion herrschte unter den Schulvertreterinnen und Schulvertretern Einigkeit darüber, dass diese Datenerhebung eine Chance bietet, die genutzt werden sollte, um die Wichtigkeit des Themas Arbeitsbelastung und Lehrergesundheit zu unterstreichen.
In einem weiteren Vortrag informierte der Vorsitzende des Bezirksverbandes Südbaden, Joachim Schröder, über die unterschiedlichen Möglichkeiten, sich zeitweise oder definitiv zur Ruhe zu setzen. Er schilderte die Auswirkungen von Teilzeit, Sabbatjahr und vorzeitiger Pensionierung auf die Höhe der Pension. Darüber hinaus bot er auch eine Berechnung der Pensionsansprüche vor Ort an. Hierfür wird im Bezirk Südwürttemberg fortan Wolfgang Seyboldt vom Graf-Zeppelin-Gymnasium in Friedrichshafen der Ansprechpartner sein.
Die nächste Schulvertreterversammlung des Bezirksverbandes Tübingen wird am 15. und 16. Oktober 2009 ebenfalls wieder im Kloster Untermarchtal stattfinden.
Max Biehahn