Thema aktuell - heute: CDU
Massive Investitionen an Gymnasien durch Qualitätsoffensive Bildung
Von Volker Schebesta, MdL
Die Landesregierung und die Regierungsfraktionen haben mit dem Maßnahmenpaket "Qualitätsoffensive Bildung" ein klares Zeichen für eine auch künftig gute Ausbildung an den Schulen in Baden-Württemberg gesetzt. Darin sind auch für die Gymnasien im Land wichtige Elemente zur weiteren Verbesserung der Qualität schulischer Bildung enthalten. Insgesamt hat das Paket ein Volumen von über 500 Millionen Euro.
Die kostenintensivste Maßnahme ist die Senkung des Klassenteilers. In den letzten Jahren ist durch die steigenden Schülerzahlen die durchschnittliche Klassengröße in den Gymnasien - auch in den Realschulen - gestiegen. Sie liegen landesweit nicht mehr weit vom Klassenteiler entfernt, sodass in vielen Schulen Klassengrößen über 30 die Regel sind. Mit der "Qualitätsoffensive Bildung" werden wir die Klassenteiler, die Berechnungsgrundlage für die Zuweisung von Lehrerstellen an den Schulen sind, auf 28 senken. Wir beginnen damit auch für die Gymnasien im Schuljahr 2009/10 mit einer Absenkung auf 32, gehen 2010/11 herunter auf 31 und werden 2011/12 den Klassenteiler 30 erreichen. In der nächsten Legislaturperiode werden wir dann bei 28 ankommen. Dafür werden alleine bis 2011 zusätzliche 3.200 Lehrerstellen zur Verfügung gestellt.
Ein weiterer Bestandteil ist die qualitative Personalentwicklung. Wir erhöhen die Leitungszeit für Schulleitungen, um den gestiegenen Anforderungen Rechnung zu tragen. Außerdem soll durch verschiedene Maßnahmen wie Auswahl- und Vorbereitungsseminare geeignetes Führungspersonal gezielt gesucht und gefördert werden.
Um eine tief greifende qualitative Stärkung der Hauptschule zu erreichen, werden zukünftig alle zweizügigen Hauptschulen als Werkrealschulen die Möglichkeit erhalten, einen mittleren Bildungsabschluss anzubieten und Ganztagsschule zu werden. Damit wird eine Entwicklungsmöglichkeit für kleinere Hauptschulen auf den Weg gebracht, mit der Schülerinnen und Schüler Berufsorientierung mit der Option auf einen mittleren Bildungsabschluss in einer Schule verbinden können und so die Durchlässigkeit zu den unterschiedlichen Bildungsabschlüssen in unserem Bildungssystem unterstrichen wird. Warum weise ich darauf in einem Artikel für die Zeitschrift "Gymnasium Baden-Württemberg" hin? Wir sind uns mit dem Philologenverband einig, dass wir am gegliederten Schulsystem festhalten und nicht mit der Hauptschule auch Gymnasium und Realschule in ihrer bewährten Form abschaffen. Deshalb muss es eine Antwort auf die Herausforderung der Schülerzahlentwicklung der Hauptschulen geben, die stabile Standortstrukturen ermöglicht und in der Berufsausbildung anerkannte Abschlüsse anbietet. Wir werden die Ankündigung der Werkrealschule in den nächsten Monaten konkretisieren und diese Weiterentwicklung im Schulgesetz verankern.
Die Fraktionen von SPD und Grünen haben Gesetzentwürfe in den Landtag eingebracht, die nachhaltig die Erfolge der Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg in allen Schularten während der Schulzeit und im anschließenden Berufsleben gefährden würden und die erhebliche Auswirkungen auf die Gymnasien und das Abitur im Land hätten. Die SPD will Gemeinschaftsschulen als neue Schulform ins Schulgesetz aufnehmen, in denen Hauptschul- und Realschulabschluss gemacht werden und ein gymnasialer Zweig integriert werden könnte, mit dem auch an der Gemeinschaftsschule das Abitur erreicht werden soll. Bei den Grünen heißt die Schule Basisschule, darin sollen Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien auf der Sekundarstufe I zusammengeführt werden. Wir lehnen diese Schulformen ab und wollen unsere bewährte Schulstruktur, wie beschrieben, weiterentwickeln. Die gute Bildung der Schülerinnen und Schüler an unseren Schulen gegenüber den Gesamtschulen anderer Bundesländer - belegt in internationalen Leistungsstudien - wollen wir nicht mit diesen Experimenten aufs Spiel setzen. Wir setzen auf Qualitätsentwicklung in den Schulen, zum Beispiel auch durch Evaluation.
Speziell für die Gymnasien wurde im Sommer ein weiteres Paket beschlossen. Wir entwickeln damit den achtjährigen Weg zum Abitur weiter. Jedes Gymnasium kann danach Ganztagsschule werden, wenn ein entsprechendes Konzept vorgelegt wird und die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind. Außerdem erhalten die Schulen ein Budget, mit dem sie Hausaufgabenbetreuung finanzieren können; hierfür stellt das Land insgesamt 5,3 Millionen Euro zur Verfügung. Dies sind Ergebnisse der Diskussionen mit Eltern, Schülern, Lehrkräften und Schulleitungen an "Runden Tischen", die von Sommer 2007 an stattfanden. Diese Gesprächsrunden führten auch zu den Empfehlungen, fünf der zehn zur Verfügung stehenden Poolstunden für fachspezifische Förderung in geteilten Klassen einzusetzen oder zu Festlegungen zur inhaltlichen und zeitlichen Gestaltung bei der "Gleichwertigen Feststellung einer Schülerleistung" (GFS).
Im Jahr 2012 machen der letzte Jahrgang G9 und der erste Jahrgang G8 Abitur. Ich wünsche den Lehrerinnen und Lehrern für diese besondere Herausforderung und bei der Arbeit zum Nutzen der Schülerinnen und Schüler insgesamt viel Erfolg.