Produktive Klausurtagung der Jungen Philologen
Konstruktive Diskussionen und frische Ideen zeugen vom neuen Selbstverständnis der Jungen Philologen in Baden-Württemberg, einer verschworenen Gemeinschaft, die sich zum Ziel setzt, aktiv an der Öffentlichkeitsarbeit unseres Verbandes Anteil zu nehmen, um auf bessere Bedingungen für Junglehrkräfte in Baden-Württemberg hinzuwirken.
Wichtigstes Anliegen der "Gefährten" auf diesem gemeinsamen Abenteuer ist es deshalb auch, andere Junglehrerinnen und Junglehrer zur aktiven Teilnahme an unserer Verbandsarbeit zu gewinnen, durch Aktivierung bestehender Mitglieder und den Zugewinn neuer Junger Philologen in den Verband. Denn eines ist klar: Im eigenen Interesse dürfen wir als Gymnasiallehrer nicht länger zulassen, dass gerade die jungen Kolleginnen und Kollegen immer größere Nachteile bei der Einstellung in Kauf nehmen müssen. Daher auch die auf dieser Klausurtagung formulierten Forderungen der Jungen Philologen nach der Rücknahme der Eingangsbesoldungsabsenkung um vier Prozent einerseits, der Einstellung der Lehramtsanwärterinnen und Anwärter direkt nach Abschluss ihres Referendariats andererseits, ohne sie zunächst für sechs Wochen zu Hartz-IV-Empfängern zu machen. Denn während die Landesregierung noch nach Lösungsmöglichkeiten sucht, hunderte fehlender Stellen im nächsten Schuljahr zu besetzen, herrscht "Aufbruchsstimmung" im Ländle - gerade diejenigen Kolleginnen und Kollegen mit den höchsten Qualifikationen und den besten Zeugnissen brechen nämlich aufgrund der verfehlten Landespolitik in Nachbarbundesländer auf, die sie mit Kusshand sofort in Lohn und Brot stellen.
Jochen Bamberger, Ansprechpartner der Jungen Philologen für den Bereich Südbaden, berichtete begeistert von seinem Besuch des Bundeskongresses der Jungen Philologen in Leipzig. Dort erfuhr er, dass sich beispielsweise der Philologenverband in Bayern so erfolgreich in die Universitätskultur integriert hat, dass sogar an die Dekane studentische Protestbriefe gehen, wenn zu Semesterbeginn keine Informationsveranstaltung des PhV angeboten wird! Wir als Junge Philologen Baden-Württemberg setzen uns die bayerische Situation als Zielvorgabe: Im nächsten Sommersemester startet der Feldversuch an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ebenfalls Informationsveranstaltungen für Lehramtstudierende durch den Verband anzubieten und uns so frühzeitig neue Mitglieder zu sichern.
Doch dies war nicht die einzige Neuigkeit, die Jochen Bamberger aus Leipzig mitbrachte. Eine weitere wichtige Entwicklung, die sich mittelfristig abzuzeichnen scheint, ist die bundesweite Verkürzung des Referendariats auf zwölf Monate. Begründet liegt dieser Wandel zu weniger Ausbildungszeit im europaweiten Bologna-Abkommen, laut dem die Referendarsausbildung zu nicht mehr als einem Jahr in den Masterabschluss integriert werden darf. Wir werden also sehen, ob die Globalisierung unserer universitären Bildung mittelfristig nicht zu einer deutlichen Verschlechterung der Referendarsausbildung führt, was natürlich den Rufen nach besser ausgebildeten Lehrern zuwiderläuft.
Ein toller Erfolg hingegen war das diesjährige Junglehrerforum in Freiburg, das sich so großer Beliebtheit erfreute, dass wir auf der Klausurtagung einstimmig beschlossen haben, es im nächsten Jahr mit den Themen Stimmtraining, Karrieremöglichkeiten und Steuertipps für (Jung-)Lehrer und Lehrerinnen zu wiederholen. Wie auch für unsere Stuttgarter Klausurtagung gebührt besonderer Dank für die Organisation und Moderation des Junglehrerforums unserem geschätzten Kollegen Cord Santelmann!
Darüber hinaus gilt für uns der Sinnspruch "Junglehrer aller Verbände vereinigt euch!" - und kommt zur nächsten Klausurtagung in Karlsruhe am 7. März 2009, um euch Gehör zu verschaffen. "It's time for a new revolution!" Dazu brauchen wir eure Hilfe in verschiedenen Bereichen - zum Beispiel Pressearbeit, Websitebetreuung, Landesvorsitz - hier könnt Ihr wirklich etwas verändern und werdet sofort ins Team integriert! Gemeinsam mit anderen engagierten jungen Kollegen stehen wir ein für die positive Veränderung an unseren Schulen und für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems. Erfahrt, welche anderen Ideen uns zur Verbesserung des Gymnasiums durch den Kopf gehen, diskutiert mit und helft uns, die Ideen in die Tat umzusetzen und unserem Beruf neues öffentliches Ansehen zu geben. Den Anfang haben wir bereits gemacht: vier neue Jungphilologen, Martin Brenner, Nicole Gentzsch, Sandra Ringel und Markus Wasserfall, verstärken ab sofort unser Team und freuen sich darauf, auch Euch in Zukunft zu begrüßen.
Markus Wasserfall, Junge Philologen Nordbaden