Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) zum Konjunkturpaket der Bundesregierung:
Jetzt rasch massiv in Schulen investieren!
PhV fordert Investitionen in Gebäude und auch in Personal
"Wir begrüßen, dass Kultusminister Rau die schulischen Arbeitsplätze der Lehrer verbessern will, doch müssen nun den Worten auch Taten folgen, denn Schulen und Sporthallen sind dringend sanierungsbedürftig", sagte am 19. Januar dieses Jahres Landesvorsitzender Saur nach dem Bekanntwerden des von der Bundesregierung inzwischen beschlossenen Konjunkturpakets. Erinnert wurde daran, dass die Lehrerzimmer viel zu klein seien und die oftmals viel zu geringe Arbeitsplatzfläche nicht einer modernen Arbeitsplatzgestaltung entspreche. "Kolleginnen und Kollegen leiden unter dem Dichtestress in den Lehrerzimmern und fühlen sich wie Hühner in Käfighaltung", so Saur.
Und das sei die derzeitige Schulrealität: Es fehlen Ablagemöglichkeiten, Regale, größere Tische und lärmgeschützte Arbeitsplätze. Häufig werden Privatlaptops für die Unterrichtsvorbereitung eingesetzt. Viele Unterrichtsmaterialien können nur im häuslichen Arbeitszimmer untergebracht werden, obwohl das Arbeitszimmer nicht einmal mehr steuerlich abgesetzt werden kann.
Saur forderte deshalb, die steuerliche Absetzbarkeit des Lehrerarbeitszimmers umgehend wieder einzuführen. Außerdem müssten auch viele Sporthallen dringend renoviert werden. Hierbei sei der Lärmschutz ebenso zu berücksichtigen wie der Ersatz ausgedienter Geräte, die zum Teil unfallträchtig und für einen modernen Sportunterricht nicht mehr geeignet seien. Im Übrigen erfordere der Ganztagsbetrieb auch Ruheräume für Lehrer und Schüler.
Wer die Leistungsfähigkeit unserer Schulen ernsthaft verbessern wolle, müsse aber auch in Personal investieren. Die Schulträger müssen aus PhV-Sicht dringend nicht-unterrichtendes Personal einstellen, das die Lehrer entlastet. Damit diese sich ihrer eigentlichen pädagogischen Kernaufgabe, dem qualifizierten Unterricht, verstärkt zuwenden können, seien Personen zur Betreuung und Beaufsichtigung fest einzustellen. "Die sinnvollste Investition in die Leistungsfähigkeit unserer Gymnasien ist und bleibt aber die Reduzierung des Pflichtdeputats unserer Lehrkräfte", so Saur.
phv-pm, 19.02.2009
Appell an Bund und Länder: Auch in Bildungsqualität investieren
Aus Anlass der Sondersitzung des Bundesrates zum Konjunkturprogramm II warnten am 20. Februar der Bundeselternrat (BER), Deutscher Philologenverband (DPhV), Didacta Verband, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Verband Bildung und Erziehung (VBE) und VdS Bildungsmedien eindringlich: "Ein Konjunkturprogramm im Bildungsbereich darf sich nicht darin erschöpfen, die Investitionen ausschließlich für Baumaßnahmen vorzusehen."
Die Verbände haben sich deshalb in gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel und an Bundesratspräsident Peter Müller gewandt. "An die Entscheidung der Bundesregierung knüpfen die Verbände die Erwartung", heißt es darin, "dass der Bildungsbereich künftig nachhaltiger finanziert wird: Es geht nicht nur darum, unsere Schulen zu sanieren; sie müssen modernisiert und die Bildungsqualität muss weiterentwickelt werden." Neben intakten Gebäuden benötigten die Schulen auch eine Erneuerung des Mobiliars, der Einrichtung von Labor- und Arbeitsräumen und eine Modernisierung der Lehr- und Lernmittel. Die unterzeichnenden Verbandschefs Dieter Dornbusch (BER), Heinz-Peter Meidinger (DPhV), Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios Fthenakis (Didacta Verband), Ulrich Thöne (GEW), Dr. Ludwig Eckinger (VBE) und Wilmar Diepgrond (VdS Bildungsmedien) appellieren "an Bundesregierung und Bundesrat, bei den laufenden Beratungen zum Zukunftsinvestitionsgesetz dafür zu sorgen,