Leserbrief
Mosbach will neunjährigen Zug einführen
Als das Auguste-Pattberg-Gymnasium in Mosbach sein Modell "G 8 plus" im Stuttgarter Landtag bei einer größeren Fraktion Interessierten vorstellte, habe ich gleich zu meiner Nebensitzerin, der Vorsitzenden im Hauptpersonalrat für Gymnasien des Landes Baden-Württemberg, gesagt: "Dieses Modell kann mit ein paar Veränderungen zukunftsträchtig sein."Da einerseits das achtjährige Gymnasium meiner Meinung nach notwendig ist, damit die "Schnell-Begreifenden" nicht vor Langeweile "sterben", da aber andererseits die "Spätzünder" nicht vernachlässigt werden dürfen, ist ein Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten zwingend notwendig. Völlig falsch ist es, Schulen zu kreieren, die erst nach Klasse 6 den Übergang in weiterführende Schulen zulassen, weil dann schon wieder die "Jungs" in unserer Schullandschaft benachteiligt werden, die gerade in der 5. und 6. Klasse Freundschaften knüpfen, die dann leicht zerbrechen können.
Wir Menschen, gerade junge Menschen in der Entwicklung, dürfen nicht über einen Kamm geschoren werden, behutsam müssen Schüler ihrer Begabung nach zum Abschluss der Klasse 4 in verschiedene Schularten eingegliedert werden und dürfen nicht in den "Einheitsbrei" einer "Schule für alle" "eingerührt" werden - ohne Chance, ihre ureigensten Begabungen voll entfalten zu können.
Entscheidend bleibt aber, wie viele Gelder, wie viele Lehrkräfte zur Betreuung der Schüler von unserer Gesellschaft bereitgestellt werden, damit jeder Schüler auf seine Bedürfnisse hin optimal gefördert werden kann.
Knut Krüger, Stuttgart