Die Grundschulempfehlung bleibt für den Übergang auf eine weiterführende Schulart unverzichtbar!

"Die Mitte Januar 2009 veröffentlichten Ergebnisse des Landesamts für Statistik zeigen, dass die Gymnasien weiterhin steigende Schülerzahlen verzeichnen, das Gymnasium also nach wie vor die beliebteste Schulart im Land Baden-Württemberg ist. Das ist einerseits erfreulich, verlangt aber andererseits, dass bei der Lehrereinstellung und bei der Lehrerreserve für Vertretungsfälle diese Entwicklung zu berücksichtigen ist", stellt der PhV-Landesvorsitzende Bernd Saur fest. Die für das kommende Schuljahr an den Gymnasien vorgesehenen 250 Deputate für die Lehrerreserve seien zu wenig. Der Philologenverband erinnert daran, dass die Landesregierung eine Senkung des Klassenteilers angekündigt hat. "Ein Schülerzuwachs bei gleichzeitiger Absenkung des Klassenteilers erfordert zwangläufig mehr Lehrer", so Saur.

Forderungen nach einer Abschaffung der Grundschulempfehlung hält der Philologenverband für falsch. Ohne Grundschulempfehlung würden manche Eltern ihre Kinder trotz vorhandener Begabung oft nicht auf das Gymnasium schicken. Saur: "Wir können es uns nicht leisten, vorhandenes Begabungspotenzial nicht angemessen zu fördern!" Wiederholt hat der Philologenverband betont: "Wer die Abschaffung fordert, fördert schulische Fehlentscheidungen und stiehlt sich aus der bildungspolitischen Verantwortung!"

Allerdings müssten durch Unterstützungssysteme und Fördermaßnahmen auch Korrekturen am zunächst eingeschlagenen schulischen Bildungsgang eines Kindes und ein Übergang in eine andere Schulart möglich sein. Wichtig sei auch, dass die Grundschullehrer vom Kultusministerium rechtzeitig über das zu praktizierende Verfahren informiert sind, um Irritationen bei Eltern, Schülern und Lehrern zu verhindern. Saur: "Die Haupt-/Werkrealschule muss erhalten und gestärkt werden, um auch dem schwächeren Schüler die Möglichkeit eines Schulabschlusses zu geben; denn dank der Hauptschule ist die Zahl derjenigen Jugendlichen, die überhaupt keinen Schulabschluss haben, in Baden-Württemberg deutlich geringer als in Ländern ohne dieses Bildungsangebot."

-phv-pm-

Kultusministerium zum Grundschullehramt

Auch im neuen Grundschullehramt soll die Fachlehrerausbildung in den Bereichen Sport, Musik und Kunst erhalten bleiben. Als "nicht nachvollziehbar" hat das Kultusministerium am 25. Mai dieses Jahres Kritik des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) an der geplanten Reform des Grundschullehramtes bezeichnet. Vorgesehen sei eine breit angelegte Ausbildung in mehreren Kompetenzbereichen, wobei die Bedeutung der frühkindlichen Bildung gestärkt werden solle. In den zukünftigen Kompetenzbereichen "musisch-ästhetische Bildung" und "Sport und Gesundheit" müssten sich die Lehramtsstudierenden für eines der beiden jeweils vorgesehenen Vertiefungsfächer entscheiden. Die Wahl erfolge dabei zwischen "Musik" und "Kunst" sowie zwischen "Sport" und "Haushalt/Textil". Damit gehöre eine Fachlehrerausbildung in den Bereich Sport, Musik und Kunst wie bisher zur Lehrausbildung an den Grundschulen.

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