Lesermeinung

Wenn ich Politiker wäre,

dann würde ich folgende Punkte deutlich formulieren, um den Lehrerberuf (noch viel) attraktiver zu machen:

Heben wir z.B. das Deputat der mit üppiger Freizeit verwöhnten Gymnasiallehrer nochmals an von 24 (ehemals 21) auf sagen wir mal 30 Stunden pro Woche, plus Vorbereitung, plus Korrekturen, plus Sitzungen, plus Eltern- und Schülergespräche. Vielleicht bleibt ihnen dann weniger Zeit, ihre Meinung auch noch politisch wirksam zu vertreten.

Bieten wir Lehrern teure wöchentliche Fortbildungen an, damit sie darin geschult werden, deutlich kleinere Klassen zu unterrichten (momentan ist in den kommenden paar Jahren ein Schüler weniger - bei einem Klassenteiler von 33 - pro Jahr vorgesehen). Statt früher fünf bis sechs Jahre für die universitäre Lehrerausbildung - inklusive Auslandsstudium - haben wir ja schon die europäisierte Bachelor-Ausbildung in drei Jahren, welche durchaus noch gekürzt werden könnte auf zwei Jahre, damit die Berufsanfänger völlig unvorbereitet im Berufsalltag ankommen und den Kindern ihr Nichtwissen vermitteln.

Verheimlichen wir der Nation weiterhin, dass der Niveauverfall bei immer
besseren Noten dank Pisa und Bologna alle Ebenen erreicht hat: Lehrer,
Schüler, ... Nichts gegen Italien!!! Gestehen wir Schülern und Eltern endlich zu, dass sie von Didaktik und vom Fachlichen sehr viel mehr verstehen, als die im Spartempo ausgebildeten Lehrer.

Kürzen wir auch nochmals deutlich die Beihilfeleistungen, die Pensionen, die Gehälter - wenn auch über versteckte Wege. Ach ja, vergessen wir nicht, die Arbeitszeit bis 70 auszudehnen, denn nur ein gehbehinderter und leicht seniler Opa ist ein guter Lehrer für pubertierende Kinder des Informationszeitalters. Künstliches Hüftgelenk und PC- und Handy-Manie passen einfach sehr gut zusammen, nicht wahr?

Günther Philipp Stöferle

www.phv-bw.de