Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) beim "Tag des Gymnasiums"

"Das Gymnasium - Zugpferd des Bildungswesens"

Das Thomas-Mann-Gymnasium im Karlsruher Stadtteil Stutensee-Blankenloch und sein Organisationsteam vor Ort unter der Leitung von PhV-Schulvertreter Helmut Hauser haben ein dickes Lob verdient und durch die Vorbereitung dieser Veranstaltung ganz wesentlich zum Gelingen des diesjährigen "Tags des Gymnasiums" des Philologenverbandes Baden-Württemberg beigetragen. PhV-Landeschef Bernd Saur konnte neben den trotz drückender Hitze nach Stutensee gereisten Kolleginnen und Kollegen als Ehrengäste Dr. Renate Heinisch, Vorsitzende des Elternvereins Baden-Württemberg e.V. (MdEP a.D.; Mitglied im Wirtschafts- und Sozialausschuss, EWSA) sowie die schulpolitische Sprecherin der FDP, Dr. Birgit Arnold (MdL), Wolfgang Buhmann vom Regierungspräsidium Karlsruhe und den ehemaligen Präsidenten des Oberschulamts Karlsruhe, Leonhard Müller, begrüßen. Herzlich begrüßt und vorgestellt wurden von Bernd Saur auch die Referenten und Leiter der verschiedenen Workshops. Es sei eine ganz besondere Ehre, so Bernd Saur, dass der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus, mit seinem Vortrag "Das Gymnasium - Zugpferd des deutschen Bildungswesens" ein überzeugendes Plädoyer für das Gymnasium halte.

Grußworte übermittelten ferner die Schulleiterin des Thomas-Mann-Gymnasiums, Oberstudiendirektorin Monika Wallenwein, und die Vorsitzende des PhV-Bezirks Nordbaden, Annette Laur. Souverän moderiert wurden die Diskussionsbeiträge vom stellvertretenden Landesvorsitzenden Klaus Nowotzin. Annette Laur betonte, dass das Gymnasium sehr erfolgreich sei, paradoxerweise aber dennoch viele Kämpfe zu seiner Erhaltung auszutragen habe.

Bevor DL-Präsident Kraus das Wort ergriff, stellte Bernd Saur heraus, dass entgegen mancher Behauptungen in der Öffentlichkeit keinesfalls von einem "maroden Bildungssystem" gesprochen werden könne. Baden-Württembergs Kultusminister Rau habe sich im Rahmen des Kulturfestivals am 3. Juli 2009 auf dem Stuttgarter Schlossplatz beispielsweise zurecht sehr beeindruckt von der Vielfalt der von Schulen erbrachten Leistungen gezeigt. Landesweit wurden gute Abiturdurchschnitte erreicht. Die Gymnasien leisteten gerade auch auf kulturellem Gebiet zum Teil höchst anspruchsvolle Arbeit. "Mit ständig neuen Schlagworten wird die Arbeit an den Schulen erschwert", sagte Saur und wies darauf hin, dass der PhV stets gegen eine Schulzeitverkürzung gewesen sei, dass man sich für eine Parallelität von G8 und G9 eingesetzt habe und diese weiterhin befürworte. Saur erinnerte aber auch an inzwischen erreichte Verbesserungen und nannte in diesem Zusammenhang die auf den Weg gebrachte Qualitätsoffensive und den Einstieg in die Senkung des Klassenteilers. Aber: Gefordert wird neben unterrichtendem auch nicht unterrichtendes Personal. Ohne Entlastung seien die vielfältigen zusätzlichen schulischen Aufgaben kaum noch leistbar. Die spezifischen Anforderungen an Gymnasiallehrer würden zu wenig berücksichtigt.

"Wie soll man gelassen sein in Zeiten, in denen die entscheidende bildungspolitische Frage der Nation zu sein scheint, ob nicht die uniformierte OECD-gerechte Vollkasko-Schule mit möglichst 120prozentiger Abiturientenquote die Schule der Zukunft sein solle?" Mit diesen Worten begann Josef Kraus, Oberstudiendirektor und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), seine Ausführungen. Kraus verweist auf mehrere "bildungspolitische Fallen" und nennt die Egalitäts-Falle (jene Ideologie, wonach alle Menschen, Strukturen, Werte und Inhalte gleich bzw. gleichgültig seien), die Machbarkeits-Falle (jenen Wahn, jeder könne zu allem begabt werden), die Spaß-Falle (Erleichterungs- und Gefälligkeitspädagogik), die Liberalitäts- und Toleranz-Falle ("boshafter Glauben", Erziehung sei "strukturelle Gewalt") sowie die Masochismus-Falle (ach, wie sind wir doch schlimm dran mit unserem gegliederten Schulwesen!) und die Falle einer "typisch deutschen, schier autoaggressiven Selbstverleugnung" (ach, wie gut machen es doch alle anderen!). Schulpolitik und Schulpädagogik stünden jetzt nicht nur erneut vor diesen Fallen, sondern auch vor dem "monomanischen Glauben", alles Bildungsgeschehen müsse sich irgendwelchen PISA-Messungen erschließen oder irgendwelchen von der OECD oktroyierten Abiturientenquoten unterordnen.

Front gegen den "Machbarkeitswahn"

So als müsse eine real existierende und real diskutierte Bildungspolitik in Deutschland Wilhelm von Humboldt unwiderruflich und endgültig an den Kragen gehen, würden Universitäten im Zuge von "Bologna" verschult und standardisiert; an die Stelle einer Orientierung an Wissenschaft trete eine modulare Orientierung an Bildungshäppchen. Zugleich würden die Gymnasien mehr und mehr umdefiniert zu Anstalten, deren Zweck die möglichst rasche Abrichtung auf Beruf und Erwerb sei. Das Gymnasium sei mit seinem Anspruch Flaggschiff, Zugpferd und Leuchtturm, vor allem aber auch Konstante des deutschen Bildungswesens. Das drohe vorbei zu sein: Die Wirtschaft möchte gymnasiale Bildung verzweckt, beschleunigt, tauglich für ein Ranking sehen - auf "ephemeres Informiertsein kapriziert" und auf hohen Abiturienten-Ausstoß getrimmt. Eine auf Wählerschaft schielende Politik schließlich wolle parteiübergreifend all diese Wünsche und Vorbehalte zugleich bedienen.

Mit den Leitlinien einer Schulform, die die erfolgreichste und im Bildungsverständnis breiteste der Welt geworden sei, habe dieser "Machbarkeitswahn" nur noch wenig zu tun. Überhaupt stimmten die Proportionen nicht mehr. Kraus: "Die Fächer Geschichte, Kunst, Musik und Sport kommen unter die Räder, für schulisches Orchester und Theater finden die Kinder kaum noch freie Nachmittage." Vor allem verlören die Sprachen. So gebe es gymnasiale Klassenstufen in deutschen Ländern, in denen das Fach Deutsch sowie die erste und zweite Fremdsprache in nur noch je drei Stunden pro Woche unterrichtet würden.

Humboldt - "höchst zeitgemäßer Ideengeber für Menschenbildung" - habe als Sprachforscher klargemacht, dass nichts einen so großen Einfluss auf die geistige Bildung habe wie die Sprache. "Alle Anlagen", so der DL-Präsident, "müssen gleichermaßen gefördert werden, auch hinsichtlich der verschiedenen Bildungsbereiche müssen die Proportionen stimmen." Eine "modular-exemplarische Bildung der inhaltsleeren Kompetenzen" dagegen wäre nichts anderes als das "Fördern eines Fachidiotentums".

Vor allem aber sei Controlling und nochmals Controlling angesagt: TIMSS, PISA, PISA-E, IGLU, VERA usw. Kraus: "Hier liegt eine progrediente Testeritis und Evaluationitis vor. Gegen Bilanzen ist grundsätzlich zwar nichts einzuwenden. Aber allein vom Puls- und Fiebermessen wird man nicht gesund --- außer man ist ein Hypochonder."

Das Gymnasium - erfolgreichste Schulform der Welt

Kraus stellt in seinem Vortrag u.a. heraus, dass das Gymnasium zwei Jahrtausende Vergangenheit und zwei Jahrhunderte Geschichte hinter sich hat. Es sei damit ein wichtiger Teil der gesamten europäischen Kultur- und Geistesgeschichte.

Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts sei das Gymnasium die "Konstante des deutschen Bildungswesens". Die Gesamtschule hatte selbst in Ländern wie Hessen oder NRW keine Chance, das Gymnasium abzulösen. Das Gymnasium weise in Deutschland im internationalen und im innerdeutschen Vergleich die mit Abstand besten PISA-Werte aus. "Sehr zum Missfallen der Einheitsschul-Propheten ist das Gymnasium mit seinen PISA-Werten die erfolgreichste Schulform der Welt."

PISA, G8 und Lehrerbildung

Das Gymnasium liefert über ganz Deutschland hinweg ein recht homogenes Leistungsbild. Jedenfalls fällt auf, dass das allgemeine Süd-Nord-Gefälle bei den Gymnasien weniger steil ausgeprägt ist (beim Gymnasium sind es mit PISA 2003 etwa 46 PISA-Punkte Differenz, bei den nichtgymnasialen Schulformen bis zu 100 PISA-Punkte). Diese unterschiedlichen Gefälle haben nach Ansicht von Kraus damit zu tun, dass es in Deutschland keine Schulform gibt, deren Identität und deren Festhalten an traditionellen Standards so ausgeprägt sind wie an den Gymnasien. Letztere hätten deutschlandweit offenbar noch am ehesten ein gemeinsames Bildungsziel. Man dürfe zudem vermuten, dass sich die Gymnasien sogar in sog. Reformländern am erfolgreichsten gegen Nivellierungen zur Wehr gesetzt hätten. Umgekehrt hätten die schwächeren deutschen PISA-Länder mit ihren "Reformen" der letzten drei Jahrzehnte eher die nichtgymnasialen Schulformen "kaputtreformiert". Das innerdeutsche Gefälle in Sachen Schulleistung sei vor allem ein Gefälle der nicht-gymnasialen Schulformen.

Bezüglich des Zugangs zum Gymnasium geht Kraus davon aus, "unser aller Überzeugung" voraus, dass das Gymnasium die Schule für Gymnasialgeeignete sein soll. Diese Eignung lasse sich am besten an der objektiven Leistung der Viertklässer in den Fächern Deutsch und Mathematik ablesen. Zum Zentralabitur sagt Kraus, dass es der Garant sei für Gerechtigkeit, für Validität in der Prognose der Studierfähigkeit, für hohen Anspruch und für Transparenz. Zudem fördere es einen die Lehrer und die Schüler zusammenschweißenden Teamgeist. Zum Thema "G8" äußert Kraus die Befürchtung, manche Leute wollten die Eiche des Gymnasiums in Deutschland zu einem Bonsai-Gymnasium (siehe Hamburg und Berlin) minimieren.

Auch auf die Lehrerbildung und Lehrergewinnung ging Kraus ein. Gymnasium sei nur mit gymnasialen Profis machbar; das gelte auch für deren Direktoren! Sorgen mache er sich über die zukünftige Qualifikation der Philologen (wie aller Lehrer). Denn es deute manches darauf hin, dass die Deutschen "Bologna" wie schon viele andere übernationale Vorgaben vor lauter Selbstvergessenheit "zweihundertprozentig perfektionistisch" umsetzen. "Bologna" drohe zu einem Dumping-Modell und zu einer Lehrerbildung "light" zu werden. Gerade Lehrer des Gymnasiums aber könnten im Unterricht nur dann bestehen, wenn sie über ein Fachwissen weit über die Curricula hinaus verfügten. Das setze ein anspruchsvolles Fach- und Vollstudium an der Universität voraus.

Entscheidendes Bildungsziel: umfassende Allgemeinbildung

Das entscheidende Bildungsziel des Gymnasiums sei und bleibe die Vermittlung einer umfassenden Allgemeinbildung. Basis dafür sei ein breit angelegter Fächerkanon. Die Differenz zu anderen Schularten bestehe darin, dass Bildungsinhalte vertiefter, mit höherem Abstraktionsgrad und unter intensiverem Einbezug der historischen Dimension behandelt werden können. Die Bedeutung der Sprachen sowie die Pflichtfächer Religion/Ethik, Geschichte, Kunst und Musik machten das Gymnasium zu der europäischen Schule par excellence.

Zum Auftrag des Gymnasiums gehört die Vermittlung von möglichst konkretem Wissen und Können

Kraus: "Ohne konkretes Wissen kann es keine Bildung (und keine Identität) geben. Deshalb ist auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Kanon-Debatte nicht überholt." Kraus setzt auf eine Renaissance des "konkreten Wissens und Könnens", vor allem weil seit einiger Zeit der fachlich fundierte Schulunterricht von "quasi-modernen Pädagogen" in diskreditierender Absicht in die Nähe von "Paukunterricht", "Stoffhuberei" und "Schubladendenken" gerückt werde. Stattdessen - so heiße es - seien die Zauberformeln "Schlüsselqualifikationen" und "fachübergreifendes Lernen". Dann, so die Heilserwartung, würde sich das ganze "Füllhorn an Methoden-, Basis-, Horizontal-, Sozial- und Handlungskompetenzen" wie von selbst über die Schüler ergießen. "Die blanke Forderung nach einer bloßen, inhaltsleeren Vermittlung von Kompetenzen wäre wie der Vorschlag, ohne Zutaten zu kochen (K. P. Liessmann in "Theorie der Unbildung"), wie ein Stricken ohne Wolle."

Gymnasiale Bildung muss mit der 5. Jahrgangsstufe einsetzen

Kraus spricht sich klar gegen eine Verlängerung der Grundschulzeit aus. Was den Zeitpunkt der Differenzierung betreffe, so sagen die Fakten und alle namhaften Studien eindeutig aus: "Sechsjährige Grundschule bringt nichts - weder kognitiv noch sozial." Deutsche Länder mit einer längeren gemeinsamen Schulzeit wie Berlin und Brandenburg mit einer sechsjährigen Grundschule gehörten zu den innerdeutschen PISA-Verlierern. Kraus verweist auf Forschungsergebnisse von Prof. Kurt Heller (1996), Prof Peter Roeder (1997) und Prof. Rainer Lehmann. Auch PISA-Forscher Jürgen Baumert habe Ende Mai 2009 in einem Interview mit "Spiegel online" eingeräumt, dass es keine belastbare Studie gebe, die bestätigen könne, dass ein längeres gemeinsames Lernen sinnvoll sei.

Debatte um "Bildungsgerechtigkeit"

Josef Kraus sprach in seinem Vortrag von einer völlig verqueren Debatte um Bildungsgerechtigkeit. Der Begriff der Bildungsgerechtigkeit sei zur "Kampfvokabel" in der aktuellen schulpolitischen Auseinandersetzung geworden. Diese Debatte verlaufe zu erheblichen Teilen deshalb völlig verquer, weil sie für gerecht halte, was gleich sei bzw. gleich mache. Chancen seien Chancen und keine Garantien. Kraus: "Zum Erfolg werden Chancen erst, wenn sie aktiv genutzt werden und wenn die Familien mit ihren Kindern die Chancen auch abholen."

In der derzeit geführten Debatte um Bildungsgerechtigkeit berufe man sich immer wieder auf PISA-Daten. Dies sei aber in diesem Kontext methodologisch völlig unmöglich. PISA teste schließlich Fünfzehnjährige inmitten ihrer Bildungslaufbahn, aber nicht am Ende ihrer Bildungslaufbahn. Wenn dann unter Berufung auf PISA-Daten kritisiert werde, zu wenige Arbeiterkinder seien am Gymnasium, dann werde hier völlig außer Acht gelassen, dass man solche soziologischen Analysen erst beim Zwanzigjährigen machen könne.

Über alle sechzehn Bundesländer aufsummiert, gebe es im Übrigen rund 50 Wege zur Hochschulreife. "Es gibt also keine schulischen Sackgassen", sagt Kraus.
Außerdem müsse festgehalten werden, "dass es an Gymnasien selbst keine Benachteiligung von Arbeiterkindern gab" (PISA 2000). Am ausgeprägtesten sei die soziale Selektivität des Bildungswesens in Ländern mit flächendeckendem öffentlichem Einheitsschulsystem und kostspieligen Privatschulen.

Den nicht-messbaren und den übernützlichen Wert gymnasialer Bildung betonen!

"Ich habe da und dort angedeutet, dass ich von der ganzen PISA-Hysterie nichts halte; das heißt nicht, dass ich keine Bilanzen und keine empirische Bildungsforschung haben möchte", meint Kraus mit dem Hinweis, dass Deutschland sich solcher Leistungsmessung zu lange entzogen habe und dass man vor allem in gewissen deutschen Ländern Angst vor der Wahrheit gehabt habe..

Abseits der Vorbereitung auf wissenschaftliches Arbeiten müsse es zukünftig vermehrt darum gehen, das Gymnasium als die Schule der Vermittlung von besonders anspruchsvollem kulturellem Wissen und Können zu definieren. Gerade gymnasiale Schulpolitik müsse den Grundsatz verteidigen, dass Bildung einen "übernützlichen Wert" habe.

Schluss machen mit der Selbstverleugnung

"Das Gymnasium ist das Zugpferd des deutschen Bildungswesens, und es muss es bleiben", stellte Kraus fest. Das heiße aber nicht, dass die Schüler-, Eltern- oder Lehrerschaft des Gymnasiums Grund hätte, auf andere Schulformen herabzublicken! Der Mensch beginne nicht erst mit dem Abitur. Auch die anderen Schulformen mit ihren Schülern und Lehrern würden vielfach Großartiges leisten. Umgekehrt sollte es die anderen Schulformen nicht stören, wenn sich das Gymnasium auch als eine Schule verstehe, die die zukünftige Leistungs- und Verantwortungselite in Studium und Beruf herausbilde.

Kraus abschließend: Machen wir also Schluss mit der typisch deutschen Selbstverleugnung gerade auch im gymnasialen Bildungsbereich! Machen wir Schluss mit dem Glauben, Schule in Deutschland sei um so zukunftsfähiger, je mehr sie sich an Finnland oder Japan oder Südkorea orientiert! Nein, all die genannten Länder wollten, sie hätten eine Schulform, die so anspruchsvoll, so sturmerprobt und so erfolgreich ist wie das Zugpferd des deutschen Bildungswesens: das Gymnasium!"

Hans-Eckhard Giebel

Nachmittags fanden Workshops zu folgenden Themen statt:

"Der doppelte Abiturjahrgang 2012", Brigitte Röder, stellvertretende Vorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg;

"Fremdsprachen: u. a. Grundschulfremdsprache, der frühere Beginn der 2. Fremdsprache, Änderungen bei der Abiturprüfung", Bernd Saur, Vorsitzender des Philologenverbandes Baden-Württemberg;

Workshop der Abteilung Didaktik der Mathematik an der Universität Karlsruhe: "Angebote für Schulen im Fach Mathematik an der Universität Karlsruhe", Ernestina Dittrich, Abteilung Didaktik der Mathematik;

"Buch den Prof", Dr. Klaus Spitzmüller, Abteilung der Mathematik;

Workshop der Fakultät für Physik der Universität Karlsruhe: "Vorstellung von Experimenten des Oberstufenlabors Physik der Universität Karlsruhe", Dr. Antje Bergmann, Institut für theoretische Festkörperphysik;

"Zwei Geschwindigkeiten zum Abitur", Mitglieder der AG am Auguste-Pattberg-Gymnasium Mosbach zu G 8 plus.

Buchtipp

NEUERSCHEINUNG im Handel seit 21. AUGUST 2009
Josef Kraus: Ist die Bildung noch zu retten? Eine Streitschrift
1. Auflage 2009, ca. 208 Seiten, ISBN: 978-3-7766-2610-0, ca. 16,95 EUR - Herbig 2009.

Im Klappentext zu dem Buch heißt es: "Ungerechtigkeiten gibt es viele - reale und gefühlte. Deshalb wird nach immer neuen Gerechtigkeiten geschrien. "Bildungsgerechtigkeit" heißt eine der führenden Parolen. Was gut gemeint ist, verkehrt sich aber oft ins Zwanghafte. Ansprüche werden nivelliert, Inhalte normiert, Ziele standardisiert, Eliten diskreditiert, Universitäten "Bologna"- konform konfektioniert. Der Bildungsexperte Josef Kraus schlägt Alarm: Der Ruf nach Gerechtigkeit verkommt zur Zivilreligion der Gleichmacherei. Statt pauschal zu vereinheitlichen, gilt es, Bildung vom reinen Nutzdenken zu befreien und dafür zu werben, dass Bildungschancen Chancen, aber keine Garantien sind."

Zum Inhalt:

Anstelle eines Vorworts: Gegen eine Bildungspolitik mit der Abrissbirne;
1. Freiheit statt Gleichheit; 2. Eigenverantwortung statt Entmündigung; 3. Bildungsgerechtigkeit - Ideologischer Kampfbegriff oder statistisches Artefakt?;
4. Der Wahrheit wegen: ein gutes Dutzend Fakten; 5. Der neue Mensch wird gemacht; 6. Gendergerechte Bildung; 7. Die Ideologie des Nicht-Wissens; 8. Historisch korrekte Bildung; 9. Weltanschaulich korrekte Bildung; 10. Die selbstvergessene Sprachnation; 11. Demokratie braucht gebildete Eliten; 12. Europa als Bildungsauftrag; 13. Erziehung zu einem aufgeklärten Patriotismus; 14. Zwischen Nützlichkeitsideologie, Kulturauftrag und langer Weile; 15. Der Lehrer als glücklicher Sisyphos; 16. Keine Bildungsoffensive ohne Erziehungsoffensive! Anstelle eines Epilogs: Dummheit - eine Satire; Literaturverzeichnis.

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