PhV: "Druckmittel" sind nicht geeignet, die G8-Umsetzung zu verbessern
"Die Lehrkräfte der Gymnasien des Landes haben in den letzten Jahren unter gewaltigem Energieaufwand sehr engagiert an der Umstellung vom neunjährigen auf das achtjährige Gymnasium gearbeitet. Wenn nun in wenigen Fällen die Umsetzung noch nicht hundertprozentig klappt, dann sollte dafür nicht pauschal der Schwarze Peter bei den Lehrerinnen und Lehrern gesucht werden", so der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Bernd Saur, zu Äußerungen und Forderungen des neuen FDP-Fraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Rülke gegenüber der Südwestpresse (23.07.2009). Saur: "Die sinkende Sitzenbleiberquote bei zugleich steigenden Übergangsquoten widerlegen die undifferenzierte Kritik an der Umsetzung von G8 und an den dort engagiert arbeitenden Lehrkräften."
Der Philologenverband verwahrte sich in einer am 24. Juli herausgegebenen Pressemitteilung gegen den Vorwurf, es gebe "offenbar bei vielen Lehrern eine gewisse Bequemlichkeit, sich auf Neues einzulassen". Das "offenbar" lasse nicht gerade auf eine solide Grundlage der vorgebrachten Erkenntnis schließen, hieß es in der PhV-Pressemitteilung. Unterrichtsbesuche durch Fachberater, wie sie der ehemalige Fachberater und FDP-Fraktionsvorsitzende Rülke jetzt fordere, seien vor Jahren unter einer CDU/FDP-Regierung abgeschafft worden - und dies nicht zuletzt aufgrund der FDP-Vorstellung von einer stärkeren Autonomie der Schulen. Wer die Rolle der Schulaufsicht stärken wolle, hätte im Übrigen nicht jahrelang deren personelle Ausdünnung betreiben dürfen. Die Fachberater seien zwischenzeitlich längst mit vielfältigen anderen Aufgaben betraut worden, vor allem im Fortbildungsbereich.
Der Philologenverband appelliert deshalb an die Politik, auf eine Instrumentalisierung des G8 zu verzichten und jene Ruhe an den Schulen zu garantieren, die für nachhaltige Bildung und Ausbildung der Schülerinnen und Schüler Voraussetzung sei. "Der Doppeljahrgang und das Doppelabitur im Jahr 2012 würden einen überdimensionalen Einsatz der Schulleitungen und Lehrkräfte erfordern, der nur erbracht werden kann, wenn den Pädagogen der Rücken gestärkt wird", so PhV-Landesvorsitzender Saur.
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