Personalräteschulung des Bezirks Nordwürttemberg traf auf großes Interesse
Ministerialrätin Claudia Stuhrmann informierte über das Abitur 2012
Am 8. Oktober fand in Stuttgart wieder eine Personalräteschulung des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Bezirk Nordwürttemberg, statt. Knut Krüger als Vorsitzender des PhV-Bezirks Nordwürttemberg und Gerhard Isringhausen (PhV) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Bezirkspersonalrats (BPR) beim Regierungspräsidium Stuttgart konnten eine stattliche Zahl interessierter Örtlicher Personalräte (ÖPR) begrüßen. Es waren mehrere Kolleginnen und Kollegen gekommen, die bei Neuwahlen außerhalb des regulären Rhythmus ins Amt gewählt worden waren.
Zu Beginn der eintägigen Schulung nannten die örtlichen Personalräte im Rahmen der Vorstellungsrunde jeweils ein aktuell anstehendes Thema aus ihrer Tätigkeit. Die anwesenden PhV-Mitglieder des Bezirkspersonalrats Stuttgart, Hadmut Emmerling, Liane Voß, Werner Baier, Gerhard Scheu und Bernd Gehrig, beantworteten kompetent die gestellten Fragen und konnten wertvolle Hinweise für die Arbeit der örtlichen Personalräte geben. Gerhard Isringhausen informierte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Hauptwahlvorstands Gymnasien über die Modalitäten der Personalratswahlen im Mai 2010.
Als Gast informierte die Vorsitzende des Hauptpersonalrats, Annette Laur (PhV), die Anwesenden über die aktuellen Themen aus ihrem Gremium. Es gab auch 2009 eine Novemberausschreibung, um Referendare frühzeitig an Baden-Württemberg zu binden. Die Regelphase der Evaluation wird eine Zeitspanne von sieben Jahren benötigen, um alle Schulen zu durchlaufen. Trotz der verlängerten Frist wird das Verfahren insgesamt gestrafft und vereinheitlicht werden, um alle Schulen in dieser Zeit einbeziehen zu können. Die Fortbildung von Führungskräften erfolgt jetzt zentral über das Ministerium. Es gibt Informationsveranstaltungen für Interessenten und Orientierungsseminare auf der Comburg. Die Personalräte wissen aus Erfahrung, dass ungeeignetes Führungspersonal erhebliche Schwierigkeiten hervorruft. Eine gute Vorbereitung auf solche Tätigkeiten ist deshalb zu begrüßen.
Am Nachmittag war die neue Leiterin des Gymnasialreferats beim Kultusministerium, Ministerialrätin Claudia Stuhrmann, gekommen, um mit Örtlichen Personalräten über das Abitur 2012 zu sprechen. Dazu waren auch Personalräte anderer Regierungsbezirke eingeladen und aus größerer Entfernung angereist. In der Diskussion zeigten die Personalräte kein Verständnis dafür, dass das Abitur erst an einem Dienstag beginnen soll, jedoch ein schulfreier Samstag als Prüfungstag vorgesehen ist. Sie schlugen vor, die Prüfungen der ersten Woche stattdessen einen Tag vorzuziehen. Ein weiteres kontroverses Thema waren die Korrekturtage. Es wird 2012 viele Kolleginnen und Kollegen geben, die nicht nur einen einzigen Kurs zum Abitur führen. Der PhV fordert, dass die vorgesehenen Korrekturtage pro Kurs zu zählen sind. Wenn feste Korrekturtage durch die Schulleitungen vorgegeben werden, kann das zu Benachteiligungen insbesondere von Teilzeitbeschäftigten führen. Das Ministerium soll in der Öffentlichkeit um Verständnis dafür werben, dass bei so umfangreichen Prüfungen Unterricht in größerem Maße ausfallen muss. Frau Stuhrmann teilte mit, dass die vorgesehenen Entlastungen für den Mehraufwand den Schulen zum 01.02.2010 zur Verfügung gestellt werden. Die Personalräte beklagten, dass die Geldzuweisungen des Landes an die Schulträger für den zusätzlichen Aufwand 2012 zu spät kommen. Frau Stuhrmann wies darauf hin, dass immer der Datenstand von vor 2 Jahren maßgeblich für die Zuweisungen sei. Damit ist den Schulen jedoch nicht geholfen, weil die Schulträger in der jetzigen Finanzkrise die erforderlichen Mittel nicht zwei Jahre vorfinanzieren können. Es wurde um Abhilfe in der Sondersituation gebeten.
Frau Stuhrmann nahm souverän zu allen Themen Stellung und erläuterte nachgefragte Details. Das unmittelbare Gespräch der Personalräte mit ihr ermöglichte einen intensiven Meinungsaustausch. Der PhV hofft, dass sich das Ministerium die Erfahrung so vieler Praktiker zunutze macht, damit die Abwicklung des Abiturs 2012 noch besser an die tatsächlichen Erfordernisse vor Ort angepasst wird.
Gerhard Isringhausen