Südbadens Schulvertreterversammlung stand im Zeichen des Wahlkampfs
Ganz im Zeichen des Wahlkampfs stand Anfang November 2009 die Schulvertreterversammlung des Bezirks Südbaden, die wie gewohnt im herrlichen Panoramahotel in Saig stattfand. Weitere Höhepunkte waren Vorträge von Ursula Kampf, der Arbeitnehmervertreterin im Hauptpersonalrat Gymnasien beim Kultusministerium, und der Justiziarin des Philologenverbands Baden-Württemberg, Anita Koch-Wittwer, die eigens aus Stuttgart angereist war.
Der Bezirk Südbaden kann, wie seine Vorsitzenden Joachim Schröder und Claudia Hildenbrand betonen, auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Zahl der Mitglieder steigt kontinuierlich, nicht zuletzt dank des Engagements der beiden Vorsitzenden, die an den Schulen immer wieder Informationsveranstaltungen zu Themen, welche den Kollegen auf den Nägeln brennen, durchführen, zum Beispiel über alles, was mit der Versorgung zusammenhängt: Elterngeld / Elternzeit, Aufstiegsmöglichkeiten etc.
Auf der Schulvertreterversammlung wurden die anwesenden Schulvertreter auch informiert über aktuelle Themen, wie Dienstrechtsreform und Pensionierung mit 67, über das Beförderungsverfahren nach A14 und über die Einstellung im Ausschreibungsverfahren. Nach wie vor ist das Sprengel-Prinzip, wie es im Regierungspräsidium Freiburg praktiziert wird, ein heißes Eisen.
Arbeitnehmerfragen, oft unterschätzt in ihrer Bedeutung
In den Kollegien gibt es immer mehr Lehrer im Arbeitnehmerverhältnis (früher Angestelltenverhältnis). Diese Kollegen werden auf Landesebene von Ursula Kampf mit großem Einsatz vertreten. Sie informiert auch auf der Internetseite des Landesverbandes über aktuelle Themen für die Arbeitnehmer. Der Bezirksverband Südbaden hat in Konrad Oberdörfer einen engagierten Vertreter der Arbeitnehmer. Er informierte die Teilnehmer über die rechtliche Situation der Arbeitnehmer im Krankheitsfall. Konrad Oberdörfer kandidiert für den PhV auf der Arbeitnehmerliste für den Bezirkspersonalrat Freiburg.
Aufsicht und Haftung im Schulbereich: ein Dauerbrenner
Auf lebhaftes Interesse stieß am Nachmittag der Schulvertreterversammlung der Vortrag von PhV-Justiziarin Anita Koch-Wittwer zu dem Thema: "Aufsicht und Haftung im Schulbereich". Die Fragen der Kollegen galten besonders der Aufsichtspflicht während der Mittagspause, an Schulbushaltestellen, bei der Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium (BOGY), in Vertretungsstunden im Sportunterricht und bei Klassenfahrten. So gilt beispielsweise für die Mittagspause bis jetzt, dass Lehrer nur während der Unterrichtszeit zur Aufsicht verpflichtet sind, was bedeutet, dass die Aufsicht in der Mittagspause vom Schulträger organisiert werden muss. Bei Ganztagsschulen ist dies anders.
Auch zur Haftung der Lehrer bzw. der Schule wurden interessante Fragen gestellt, wie zum Beispiel, ob die Schule für den Verlust mitgebrachter Gegenstände haften muss oder ob die Schule haftet, wenn vom Schulgelände aus Steine auf ein Auto geworfen werden. Immer wieder verwies Justiziarin Koch-Wittwer darauf, dass jeweils der Einzelfall betrachtet werden müsse.
Junge Philologen mit neuem Elan
Inzwischen hat sich der Trend zugunsten des Philologenverbands geändert. Das zeigt sich besonders darin, dass es mehr Aktive bei den jungen Philologen gibt, die inzwischen auch neue Landesvorsitzende haben. Jürgen Gutgsell stellte die neuen Projekte der jungen Philologen vor, wie zum Beispiel Erste-Hilfe-Kurse für zukünftige Referendare und Schnuppermitgliedschaft für Studenten.
Gut gewappnet für den Wahlkampf
Die Schulvertreter bewiesen eine erstaunliche Kreativität in der Gruppenarbeit der einzelnen Regionen, bei der sie Konzepte für Werbemaßnahmen im regionalen Wahlkampf entwickelten. Die ersten zehn Plätze der Kandidaten für den Bezirkspersonalrat wurden nahezu einstimmig verabschiedet. Für die ersten fünf Plätze kandidieren die aktuellen Mitglieder des BPR Freiburg im PhV. Joachim Schröder, der Bezirksvorsitzende und jetzige BPR-Vorsitzende, führt die Liste an. Auf Platz zwei kandidiert Claudia Hildenbrand. Auf den Plätzen drei bis fünf kandidieren die BPR-Mitglieder Roswitha Raffelt, Ruth Schmidt und Barbara Dupuis. Für den HPR nominierten die Schulvertreter auf den Plätzen eins bis drei Claudia Hildenbrand, Kerstin Schuldt und Joachim Schröder.
Ehrung verdienter Mitglieder
Auch dieses Jahr wurden verdiente Kollegen, die sich jahrelang für den Verband in verschiedensten Funktionen eingesetzt hatten, verabschiedet: Reinhard Weist, der langjährige Rechner des Bezirksverbands Südbaden und Schwerbehindertenvertreter, Richard Lorenz, der ehemalige Schulvertreter des Nellenburg-Gymnasiums Stockach, und nicht zuletzt Edmund Hensle, der während der letzten Jahre Vorsitzender des BPR Freiburg war. Edmund Hensle blickt auf viele Jahre als Schulvertreter des Scheffel-Gymnasiums in Lahr und als Regionalvertreter zurück. Die Schulvertreter dankten den Kollegen herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement für den PhV.
Die Ehrung war überschattet von einer traurigen Nachricht: Wie Joachim Schröder bekannt gab, ist die noch im letzten Jahr geehrte Schulvertreterin, Frau Ursula Held vom Hegau-Gymnasium Singen leider im September nach schwerer Krankheit verstorben.
Eine gelungene Schulvertreterversammlung in einem wunderschönen Rahmen
Frau Koch-Wittwer war diesmal die erste, die es sagte: "Wenn ich gewusst hätte, wie es hier in Saig ist, wäre ich schon öfter gekommen." Auch die Schulvertreter waren wie immer begeistert von dem herrlichen Rahmen, in dem die Versammlung stattfand. Sie dankten dem Vorstand herzlich für die hervorragende Organisation. Als besonders positiv und praxisnah hoben viele den Beitrag von Frau Koch-Wittwer hervor.
Renate Mai