Nordbadens PhV-Schulvertreter trafen sich zur Jahrestagung in Bad Herrenalb

Rückblick auf die PhV-Schulvertreterversammlung des Bezirks Nordbaden

Schwerpunkte der Schulvertreterversammlung 2009 des Philologenverbands, Bezirk Nordbaden, die am 30. November und 1. Dezember letzten Jahres in der Evangelischen Akademie in Bad Herrenalb stattfand, bildeten die Vorbereitungen des Personalratswahlkampfes im Mai 2010 und die Aufstellung der Kandidatenlisten für BPR und HPR unter der Leitung Wolfhard Herzogs, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands. Über die ersten zehn Plätze der BPR-Liste wurde in geheimer Wahl abgestimmt, für die HPR-Liste wurde der Vorschlag des Erweiterten Vorstands zur Rangfolge der nordbadischen Kandidaten einstimmig bestätigt. Bezüglich der Wahlkampfstrategie forderten die Schulvertreter klare Positionen des Verbands hinsichtlich des gegliederten Schulsystems, des Erhalts des Gymnasiums sowie des Zentralabiturs ohne Absenkung der Qualität.

In ihren Berichten aus der Arbeit des Vorstands stellten die Bezirksvorsitzende Annette Laur und Bezirksrechner Thomas Schwan unter anderem die erfreulich ansteigende Mitgliederzahl im Bezirk Nordbaden fest, bemerkten aber auch, dass aufgrund der zusätzlichen, gut angenommenen und allseits gelobten Veranstaltungen, wie zum Beispiel des Kommunikationsseminars der Region Pforzheim oder der Personalräteinformation zum Abitur 2012 am 9. Oktober in Karlsruhe sowie der Umlagen, die von den Bezirken an den Landesvorstand zurückfließen, der finanzielle Spielraum des Bezirks voll ausgeschöpft wurde. Kassenprüferin Silke Warnecke lobte auch im Namen ihres an der Teilnahme leider verhinderten Kollegen Hans-Joachim Reibeling die übersichtliche Buchführung des Rechners und bescheinigte ihm eine einwandfreie Arbeit.

Weiterhin stand an diesem Tag das mitreißende Referat des Landesvorsitzenden, Bernd Saur, zur Berufs- und Bildungspolitik im Mittelpunkt. Die von den Medien und in bestimmten bildungspolitisch auf Einheitsschule festgelegten Kreisen immer wieder neu angefachte Debatte zur Strukturreform bildete den Ausgangspunkt für seine Überlegungen zur Zukunft des Gymnasiums und dann ganz konkret zu den vom Philologenverband und seinen Vertretern im Hauptpersonalrat erzielten Erfolgen bei den vom Kultusministerium beschlossenen inhaltlichen und organisatorischen Vorgaben zum Abitur 2012.

Schon am Vormittag hatte die Vorsitzende des Hauptpersonalrats, Annette Laur, über die aktuellen Arbeitsschwerpunkte berichtet - unter anderem über die Ablehnung der Mehrarbeitsvergütung für Referendare, die erneut notwendige Novembereinstellung, die auf das Formale begrenzten Befugnisse der Personalvertretung bei der Beförderung nach A 15, die veränderte Konzeption der Führungsfortbildung, den Streit um die Mittelbereitstellung für Fortbildung sowie die personalfreundliche Organisation des Abiturs 2012 - berichtet. Vor allem bei Letzterem konnten gegenüber den ersten Entwürfen des Kultusministeriums im Berichtsjahr deutliche Verbesserungen für die Lehrkräfte am Gymnasium erreicht werden, auch wenn sich einige Maßnahmen erst nach 2012 als Erleichterung und Ausgleich gegenüber der vorherigen Mehrbelastung auswirken werden. Ebenso zeichnen sich bei der heftig umkämpften Dienstrechtsreform, speziell bei der Verlängerung der Lebensarbeitszeit, wie auch Bernd Saur in seinem Referat betonte, große Erfolge der Personalvertretung und des Berufsverbands ab.

Diese Einschätzung wurde bestätigt durch die Leiterin des Referats Gymnasien im Regierungspräsidium Karlsruhe, Hannelore Buchheister, obwohl in ihren Ausführungen zur Situation der Gymnasien in Nordbaden zunächst einmal das Thema: "Schweinegrippe und Schutzmaßnahmen für schwangere Kolleginnen" einen größeren Raum einnahm. Danach erläuterte sie ausführlich das Konzept der Sprengelfortbildungen im Bezirk Karlsruhe.

Stefan Ade, der Zuweisungsreferent für den südlichen Bereich des Regierungsbezirks, schilderte die Vorgaben für die Lehrerzuweisung und nannte die aktuellen Zahlen zur Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2009/10 im Bezirk Karlsruhe. Trotz der durch die Novembereinstellung verursachten ungeheuren Arbeitsbelastung an den Gymnasien und auch am Regierungspräsidium müssen sie und die zeitgleiche Werbekampagne des Kultusministeriums als Erfolg betrachtet werden, denn durch die frühe Bindung der Referendare und die höhere Einstellungsquote aus anderen Bundesländern weist die Unterrichtsversorgung in diesem Schuljahr doch weniger Lücken auf als zunächst befürchtet worden war. Da auch für das kommende Schuljahr wieder ein Ungleichgewicht zwischen Bewerbern und zu besetzenden Stellen besteht, war erneut eine schulbezogene Ausschreibung von Stellen im November beschlossen worden, aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Jahr allerdings nur für etwa 75 Prozent der voraussichtlich freien Stellen.

Die beiden Arbeitnehmervertreterinnen des Philologenverbands, Ursula Kampf für den HPR und Barbara Jooß für den BPR, führten aus, welche Neuerungen im Tarifbereich sich im vergangenen Jahr ergeben hatten und machten deutlich, dass die Nacharbeit zum Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) immer noch nicht abgeschlossen ist. Vor allem bei der Zuordnung der Erfahrungsstufen besitzt die Personalvertretung noch zu wenig Informations- und Mitwirkungsrecht.

In seinem Bericht äußerte sich Winfried Bös, der Vorsitzende des Bezirkspersonalrat Gymnasien am Regierungspräsidium Karlsruhe, zufrieden sowohl mit der Arbeit im Gremium über die Fraktionen hinweg als auch hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der Abteilung Schule und Bildung des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Die Schwerpunkte der Tätigkeit im Bezirkspersonalrat bildeten Versetzungsanträge, Personalanfragen wie zum Beispiel zur Mehrarbeit, zum Führungsstil von Schulleitungen, zur Verlängerung der Dienstzeit bei Schulleitern, zur Verbeamtung, zu Beförderungen nach A 14, aber auch Entscheidungen zur Regionalen Fortbildung, sowie einige Disziplinarverfahren.

In ihrem Bericht aus den Regionen stellten die Regionalvertreter kurz dar, welche Veranstaltungen bei ihnen im letzten Jahr stattgefunden hatten und gaben Anregungen für das Wahlkampfjahr. Die Region Karlsruhe hatte in diesem Jahr, vor allem in der Person Helmut Hausers, ihres stellvertretenden Regionalvertreters, im Auftrag des Bezirks und des Landesverbands beim Tag des Gymnasiums am 4. Juli 2009 am Thomas-Mann-Gymnasium in Stutensee einen ganz wesentlichen Anteil der Vorbereitung übernommen und verschiebt deshalb ihre Regionalversammlung auf einen Termin zu Anfang 2010. Helmut Hauser leistete bei der Organisation der Veranstaltung vor Ort eine ganz hervorragende Arbeit; der Bezirksvorstand dankt ihm auch noch einmal auf diesem Weg für seine Mühe und seinen außerordentlichen Einsatz.

Statt der Behandlung von Anträgen, die entfiel, weil erstmals seit über zehn Jahren kein einziger Antrag beim Vorstand eingegangen war, erläuterte Sandra Ringel, die neue Bezirksvorsitzende der Jungphilologen, die Schwerpunkte ihrer aktuellen sowie zukünftigen Arbeit auf Bezirks-, Landes- und auch Bundesebene. Die Gruppe der aktiven Jungphilologen wächst erfreulich an und weitere an einer Mitarbeit Interessierte sind herzlich willkommen! Der nächste Junglehrertag, zu dem die Vorbereitungen schon laufen, wird in Karlsruhe stattfinden. Mit der Aussage, wie sehr die Jungphilologen sich über einen regen Zuspruch freuen würden, beendete Sandra Ringel die Tagung.

Annette Laur

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