Teure Geschenke sind kein Ersatz für eine gute Gesprächskultur zwischen den Generationen
"Junge Menschen brauchen von ihren Eltern neben Orientierung und klaren Verhaltensregeln Zeit für Zuwendung und Gespräche", so der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Bernd Saur, der kurz vor Weihnachten des letzten Jahres herausstellt, dass Geldzuwendungen und andere teure Geschenke eine gute Gesprächskultur und Wertevermittlung des Elternhauses nicht ersetzen können. Hervorgehoben wurde, dass in der Bildungsdiskussion zu wenig auf Erziehungsthemen und auf die Bedeutung des Elternhauses bei der Vermittlung einfacher Verhaltensregeln und Grundtugenden eingegangen worden sei.
Damit in enger Kooperation von Eltern und Lehrern der Erziehungs- und Bildungsauftrag erfüllt werden könne, bedürfe es eines breiten gesellschaftlichen Konsenses darüber, dass Werte nicht nur gefordert, sondern auch vorgelebt werden. Wer als Erziehungsberechtigter selbst nie ein Buch lese, den Großteil seiner Freizeit am Fernseher verbringe, sich falsch ernähre und mit seinen Kindern nur das Nötigste spreche, könne von ihnen kein gegenteiliges Verhalten erwarten oder gar einfordern. Das gelte auch für den Umgang mit Alkohol und Nikotin.
"Unsere Gesellschaft braucht Bildungsrepräsentanten und gute Vorbilder, die junge Menschen begeistern und motivieren", appellierte Bernd Saur an die große Verantwortung von Eltern, Politik, Wirtschaft und Medien in ihrer Funktion als Signalgeber für Kinder und Heranwachsende.
Als positiv wertet es der Philologenverband, dass sich junge Menschen gesellschaftlich engagieren und beispielsweise zunehmend ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) leisten. Wie Baden-Württembergs Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz kürzlich bekanntgab, sei erneut ein Anstieg junger Menschen zu verzeichnen, die sich freiwillig für ein soziales Jahr entscheiden. Saur: "Das wirft auch auf die Schulen und Lehrkräfte, die tagtäglich soziale Kompetenzen vermitteln, ein positives Licht."
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