Editorial
Verehrte Leserin,
verehrter Leser,
während zwei unterschiedliche Luftdrucksysteme den Orkan "Xynthia" mit negativen Folgen entstehen ließen, sorgten zwei Amtswechsel an der Spitze der Landesregierung für frischen Wind, der zumindest im Bildungsbereich positive Stimmung aufkommen ließ.
Gute Wünsche und der Dank des Landesvorsitzenden Bernd Saur für die in vielen Bereichen übereinstimmende Zusammenarbeit begleiteten Günther Oettinger auf seinem Weg nach Brüssel und Minister Helmut Rau beim Wechsel ins Staatsministerium. Prognosen über die Dauer und Kraft dieses frischen Windes sind noch nicht möglich. Nach hundert Tagen wird man sicher schon etwas mehr wissen. Bis dahin sollte in der Bilanz des neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus und seiner neuen Kultusministerin Prof. Dr. Marion Schick aber schon erkennbar sein, dass es nicht nur bei gut gemeinten Worten geblieben ist. Immerhin wurden die ersten Vorstellungsrunden der beiden neuen Repräsentanten des Landes vom Philologenverband durchaus positiv wahrgenommen. So lobte der Ministerpräsident - ganz im Sinne des Philologenverbandes - "das Wesen und die Wirklichkeit unseres starken gegliederten Schulsystems."
Baden-Württemberg kann stolz darauf sein, bundesweit "die wenigsten Schulabbrecher ohne Abschluss und den höchsten Anteil junger Menschen zu haben, die erfolgreich einen Beruf erlernen." In seiner Regierungserklärung gab Ministerpräsident Mappus klar zu verstehen, dass bei ihm das Thema Bildung einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Sein trotz angespannter Kassenlage gegebenes Versprechen "Im Bildungsbereich wird kein Euro gespart" lässt hoffen, weckt aber auch große Erwartungen. Mappus räumt ein, dass es noch besser gelingen müsse, den Lernerfolg aller Kinder - unabhängig vom sozialen Hintergrund - zu gewährleisten. Bernd Saur sagte in diesem Zusammenhang: "Bei uns gibt es keine unüberwindlichen Barrieren für den sozialen Aufstieg, weil dieser nicht vom Besuch einer bestimmten Schulart abhängt."
In Baden-Württemberg stehen denjenigen, die keinen der zahlreichen direkten Bildungswege zur Hochschulreife anstreben, vielfältige Möglichkeiten eines beispielhaften beruflichen Schulwesens zur Verfügung. Es gibt viele Aufsteigerschulen, sodass jeder junge Mensch mit entsprechender Anstrengungsbereitschaft eine Zukunftsperspektive hat, und zwar unabhängig von der Schulart, die er besucht.
An den Grundschulen soll der Klassenteiler bereits ab dem kommenden Schuljahr auf 28 gesenkt werden. Das sollte auch an den Gymnasien geschehen; denn hier sind nach wie vor die Klassen randvoll. In einer PhV-Stellungnahme zur Regierungserklärung des Ministerpräsidenten wies Bernd Saur darauf hin, dass dem Unterrichtsausfall vor Ort dauerhaft nur mit einer hundertzehnprozentigen Lehrerversorgung flexibel und wirksam begegnet werden kann. Krankheitsvertretungen müssen rasch und bedarfsgerecht eingesetzt werden können. Auf keinen Fall dürfe die Bugwelle ausgeweitet und der Ergänzungsbereich abgeschmolzen werden.
Auf Zustimmung stößt beim PhV der vom Ministerpräsidenten angebotene Pakt, dass das Land Pädagogische Assistenten an die Grundschulen bringen wolle. Die Kommunen müssten dafür ihrerseits die Jugendsozialarbeit an den Schulen weiter ausbauen. Der PhV hat übrigens den Sonderausschuss des Landtags und 16 Experten für ihren umfassenden Abschlussbericht gelobt, in dem sie konkrete Handlungsempfehlungen und Handlungsfelder zur Gewaltprävention an Schulen erarbeitet haben.
Damit auch in den nächsten vier Jahren gute Verbands- und Personalratsarbeit geleistet werden kann, bittet der PhV bei den Personalratswahlen (4. bis 6. Mai) um jede Stimme und dankt allen, die mit ihrer Kandidatur einen ganz wesentlichen Beitrag für einen PhV-Wahlerfolg leisten.
Mit freundlichen und kollegialen Grüßen
Ihr Hans-Eckhard Giebel
Redaktion Gymnasium Baden-Württemberg
Beiträge in dieser Ausgabe:
Fünf Gymnasien erhalten Preise im Wettbewerb "Ein Gewinn für Ihre Schule"
Personalratswahlen vom 4. bis 6. Mai 2010
Symposium in UIm: Sicherheit an Schulen: Lehrer brauchen mehr Zeit für Schüler
Nachhilfe für Schüler ist manchmal sinnvoll, sollte aber kein Dauerzustand sein
Thema aktuell - Heute: CDU - Abitur 2012 - Baden-Württemberg ist gut vorbereitet!
Position des Philologenverbandes Baden-Württemberg zum Thema "Inklusion"
Die Ergebnisse der Umfrage des PhV BW zu den Diagnose- und Vergleichsarbeiten (DVA) 2009
Aktuelles aus dem Hauptpersonalrat
Vertreterversammlung 2010 - Antragsformular
Schülerwettbewerb 2010 der Siemens Stiftung (Ergebnisse)
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB): Materialien für den Unterricht