Die Ergebnisse der Umfrage des PhV BW zu den
Diagnose- und Vergleichsarbeiten (DVA) 2009
Nach Auswertung der insgesamt rund 700 Rückmeldungen wird deutlich:
Die Aufgabenstellung in Mathematik wird überwiegend als "klar" beurteilt, im Fach Deutsch dagegen als "teilweise unverständlich".
Von den insgesamt 695 eingegangenen Antworten beziehen sich 281 auf die DVA im Fach Deutsch (Klasse 7 und 9), 288 auf die Arbeiten im Fach Mathematik; zusammen 126 der zurückgesandten Fragebogen beschäftigen sich mit den DVA in den Fremdsprachen Englisch (25), Französisch (88) und Latein (13) der Klasse 9. Die Ergebnisse im Fach Englisch sind angesichts der recht geringen Zahl an Rückmeldungen in diesem Bereich mit Vorbehalt zu bewerten. Themen der Umfrage waren die Aufgabenstellung, der Korrektur- und Auswertungsaufwand, die Beurteilung der Korrektursoftware und die Einschätzung der Schülerleistungen bis hin zur Frage nach der Einbeziehung in die Notengebung. Hier nun die wichtigsten Ergebnisse.
1. Aufgabenstellung in den DVA
Die Umfrageergebnisse (siehe Tabelle) zeigen, dass im Fach Mathematik wie auch in den Fremdsprachen Französisch und Latein der Klasse 9 die Aufgabenstellung überwiegend als "klar" beurteilt wird. Unzufriedenheit wird in den Antworten zu den Fächern Deutsch und Englisch deutlich, in denen auf "teilweise unverständliche" Aufgabenstellung hingewiesen wird.
Aufgaben-stellung |
klar |
teilweise unverständlich |
unklar |
Deutsch 7 u. 9 |
40,9 % |
58,0 % |
1,1 % |
Mathematik 7 u. 9 |
88,5 % |
11,5 % |
- |
Englisch 9 |
35,3 % |
64,7 % |
- |
Franz./Latein 9 |
73,0 % |
27,0 % |
- |
2. Korrekturaufwand, Korrekturhinweise und Korrektursoftware
Nur auf den ersten Blick einheitlich in allen Fächern wird der Arbeitsaufwand bei der Korrektur der DVA eingeschätzt: Jeweils um 50 % sagen "in etwa wie in einer Klassenarbeit". Allerdings sprechen im Fach Mathematik über 40% von einem deutlich geringeren Aufwand. Demgegenüber bewerten in den Sprachen von Deutsch über Englisch hin zu Französisch und Latein bis über 50% den Arbeitsaufwand bei der Korrektur als "deutlich höher" als bei einer Klassenarbeit.
Arbeitsaufwand bei der Korrektur |
deutlich höher |
in etwa wie bei einer Klassenarbeit |
deutlich geringer |
Deutsch 7 u. 9 |
25,5 % |
58,0 % |
16,4 % |
Mathematik 7 u. 9 |
9,1 % |
48,8 % |
42,1 % |
Englisch 9 |
40,9 % |
51,1 % |
8,0 % |
Franz./Latein 9 |
52,6 % |
47,4 % |
- |
Die Korrekturhinweise und die angebotene Korrektursoftware werden mit kleineren Abweichungen und Einschränkungen in den Rückmeldungen mehrheitlich als "gut und praktikabel" bzw. als "ohne Probleme einsetzbar" bezeichnet.
3. Ergebnisse in den Klassen und Einbeziehung in die Notengebung
Gefragt wurde auch nach der Einschätzung der DVA-Ergebnisse aus Sicht des Fachlehrers und der Fachlehrerin bezogen auf die eigene Klasse. Über die Fächer hinweg lagen die Bewertungen mit 60 bis 70 Prozent bei "sehr gut" bis "zufrieden stellend. Einzige Ausnahme ist hier das Fach Französisch - deutlich sichtbar in der Tabelle: 43,5 Prozent beurteilen das Ergebnis der Klasse als "weniger zufriedenstellend", weitere 21,5 Prozent sogar als "schlecht".
|
sehr gut |
gut |
zufrieden- stellend |
weniger zufrieden- stellend |
schlecht |
Deutsch 7 u. 9 |
3,2 % |
20,6 % |
42,7 % |
27,8 % |
5,7 % |
Mathematik 7 u. 9 |
3,8 % |
19,8 % |
42,0 % |
28,1 % |
6,3 % |
Englisch 9 |
3,5 % |
14,1 % |
42,4 % |
30,6 % |
9,4 % |
Französisch 9 |
4,3 % |
4,3 % |
26,1 % |
43,5 % |
21,7 % |
Latein 9 |
- |
15,4 % |
53,8 % |
15,4 % |
15,4 % |
Eine große Mehrheit (65 Prozent) beantwortet in allen Fächern die Frage, ob die Ergebnisse der DVA in der Notengebung einfließen sollen, mit einem "Ja".
"Ja" wird gesagt, weil " …die Schüler sonst nicht motiviert sind, die DVA nicht ernst nehmen". "Ja", wird gefordert, " …wie eine Klassenarbeit, damit sich der Aufwand auch lohnt".
Sollen die Ergebnisse der DVA in die Notengebung einfließen? |
||
|
ja |
nein |
In allen Fächern |
65 % |
|
4. Auswertung der Ergebnisse und Konsequenzen
Eine zentrale Frage war auch, ob die eigentliche Zielsetzung der DVA, die in den letzten zwei Jahren nach Bildungsplan erworbenen Kompetenzen zu überprüfen, erreicht werden konnte.
Nur knapp 17 Prozent konnten dies klar mit "Ja" beantworten. Die große Mehrheit entschied sich für "teilweise".
Wird das Ziel erreicht, die in den letzten zwei Jahren erworbenen Kompetenzen zu überprüfen? |
|||
|
ja |
teilweise |
nein |
In allen Fächern |
16,8 % |
66,2 % |
17,1 % |
Sehr unterschiedlich wurde an den Schulen mit den Ergebnissen der DVA umgegangen.
In 59 Prozent der Fälle wurden diese in Fachkonferenzen besprochen, nur in neun Prozent der Fälle auch in Klassenkonferenzen. Teilweise wurden die Eltern von Schülern mit auffallend schlechten DVA-Ergebnissen darüber informiert.
Über Maßnahmen als Reaktion auf die DVA-Ergebnisse wurde in 43 Prozent der Fälle berichtet, z.B.:
Wiederholung von Teilbereichen und gezieltes Aufarbeiten von Defiziten.
Hier noch einige kritische Anmerkungen von Teilnehmern der Umfrage:
Wir geben uns wie immer große Mühe. Dazu bedarf es keiner DVA! Also bitte ersatzlos abschaffen! Wir bereiten unsere Schüler ja auf das zentrale Abitur vor.
Dr. Andreas Horn