Editorial

Verehrte Leserin,
verehrter Leser,

bei den diesjährigen Personalratswahlen haben sich landesweit mehrheitlich die Wählerinnen und Wähler in der Gruppe der Beamten für den Philologenverband als den mitgliedsstärksten Interessenverband der Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien entschieden. In allen vier Bezirken des Landes und im Hauptpersonalrat stellt der PhV für die nächsten vier Jahre den Personalratsvorsitz. Herausragend ist das Ergebnis im Bezirk Tübingen, wo der Philologenverband im Beamtenbereich sechs von neun Sitzen gewinnen konnte. Zusammen mit dem auch mehrheitlich gewonnenen Arbeitnehmersitz ergibt sich in diesem Bezirk das stattliche Sitzverhältnis von 7:4 (PhV:GEW).

Das insgesamt erfreuliche Wahlergebnis ist ein starker Vertrauensbeweis nicht nur für die richtige Positionierung des PhV in den wesentlichen bildungs- und berufspolitischen Fragen, sondern auch für die engagierte Arbeit der PhV-Personalräte. Mit diesem Wahlergebnis wurde ein ganz wesentliches Fundament für die Verbandsarbeit der nächsten vier Jahre gelegt. Den Wählerinnen und Wählern, aber auch den Wahlhelferinnen und -helfern sowie den Kandidatinnen und Kandidaten sei für ihren Einsatz auch an dieser Stelle herzlich gedankt (s. hierzu auch die Aussagen des PhV-Landesvorsitzenden Bernd Saur zur Wahl und weitere Informationen auf den Seiten 3 und 4 der Verbandszeitschrift "Gymnasium Baden-Württemberg")

Der Philologenverband geht aus dieser Wahl gestärkt hervor. Mit dem Rückhalt einer deutlichen Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen kann sich der PhV weiterhin offensiv für die berufs- und bildungspolitischen Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien einsetzen und darauf achten, dass die Umsetzung von Reformen nicht auf dem Rücken der Lehrerschaft ausgetragen wird. Zur Verbesserung der Unterrichts- und Arbeitsbedingungen wird der Verband den Weg eines auf Vertrauen basierenden konstruktiven Dialogs mit der Landesregierung, mit dem Kultusministerium und mit den Eltern und Politikern gehen. Unnachgiebig wird der PhV dann bleiben, wenn sich politische Entscheidungen - gleich welcher parteilicher Couleur - gegen das Gymnasium und gegen die an diesen Schulen arbeitenden Kolleginnen und Kollegen richten. Der Reformeifer der letzten Jahre und die jüngsten Schulstrukturdebatten haben in der Öffentlichkeit und auch in den Schulen für Verunsicherung und Missverständnisse gesorgt. Der PhV wird hier wichtige Aufklärungsarbeit leisten, Korrekturen einfordern, wenn sie sich aus den in der Praxis gemachten Erfahrungen als notwendig erweisen, und sich weiterhin für den Erhalt eines begabungsgerechten mehrgliedrigen Schulsystems einsetzen. "Einheitslehrer" und "Einheitsschulen", die den unterschiedlichen Begabungen und Leistungsprofilen der Schüler nicht angemessen Rechnung tragen können, lehnt der Philologenverband ab.

Sowohl eine gute Lehrerausbildung als auch die schulischen Rahmen- und Arbeitsbedingungen sind wesentliche Voraussetzungen für Bildungserfolge. So wird der PhV wie bisher an einem universitätsgebundenen Fachstudium als Voraussetzung für das gymnasiale Lehramt festhalten. Die an einer Universität erworbene fachliche Kompetenz mit fachdidaktischen Anteilen muss ihren unverzichtbaren Stellenwert in der gymnasialen Bildungsarbeit behalten. Für das Referendariat sowie für Fort- und Weiterbildung sind ausreichend Zeit und qualifiziertes Personal erforderlich. Die Arbeitsverdichtung hat an den Schulen zugenommen, nicht zuletzt deshalb, weil immer mehr Aufgaben den Schulen übertragen werden. Schule kann aber nicht alles richten, was in der Gesellschaft schiefläuft! Das erklärt auch, warum inzwischen viele Lehrkräfte ihre Unterrichtsverpflichtung reduzieren und finanzielle Abschläge ihrer Pensionen in Kauf nehmen. Ein Zurück zur 24. Stunde bleibt deshalb eine zentrale Verbandsforderung.

Mehr denn je ist es in den nächsten Jahren wichtig, in den Kollegien für eine Mitgliedschaft und Mitarbeit im PhV zu werben. Unentbehrlich für eine sich auf Effizienz und Kontinuität gründende Verbandsarbeit ist ein an berufs- und bildungspolitischen Fragen interessierter Lehrernachwuchs, der die Arbeit nahe an der Basis erlebt, der sich außerhalb seines dienstlichen Auftrags kritisch-konstruktiv mit den jeweils aktuellen schulpolitischen Themen auseinandersetzt und sich mit dafür engagiert, dass das Gymnasium als eigenständige und anspruchsvolle Schulart im gegliederten Schulsystem erhalten bleibt. Das bedeutet, dass auch in diese Schulart mehr noch als bisher investiert werden muss. Die vom Bund zugesagte Erhöhung der Bildungsinvestitionen darf deshalb nicht unter dem Druck der Schuldenkrise gekürzt werden.

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen
Hans-Eckhard Giebel
Redaktion "Gymnasium Baden-Württemberg"

Beiträge in dieser Ausgabe:

Editorial

Landesvorsitzender Bernd Saur zur Personalratswahl 2010

Erfolg für den PhV bei den Personalratswahlen

Kultusministerin und Philologenverband ziehen Zwischenbilanz aus dem Dialog mit Schülern und Eltern zum Abitur 2012

Mittel für Krankheitsvertretungen uneingeschränkt bereitstellen!

Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) zur angekündigten Kürzung des Lehrbeauftragtenprogramms

Fortbildungsveranstaltung des PhV-Bezirks Nordwürttemberg zum Thema "Psychischen Belastungen im Lehrerberuf"

Bernd Saur: "Das Abitur muss ein verlässliches Zertifikat für den Hochschulzugang sein!"

Gesprächsabend mit dem "Aktionsbündnis gegliedertes Schulwesen"

Fortbildung Bienen machen Schule

Aktuelles aus dem Hauptpersonalrat

"Gymnasien sind bedeutende Kulturträger" - Bernd Saur referierte bei der Ulmer Frauen-Union

Thema aktuell - Heute: Bündnis 90 / Die Grünen (R. Rastätter) - 'Nachjustierung' im G8

Karin Kriesell übernimmt von Brigitte Röder das Amt als PhV-Beauftragte für Chancengleichheit

Der PhV setzt auf einen konstruktiven Dialog mit den Eltern

Mehrheit für gegliedertes Schulwesen

Lesermeinung: Größte Probleme im Studium

Lesermeinung: Meinung zum Unterrichtsausfall

Lesermeinung: Studieren ohne Abi

KMK-Präsident Spaenle warnt vor Sparbeschlüssen in der Bildung

Schüler sprechen mit der Internationalen Raumstation ISS

Arbeitnehmer/innen: Das gilt für SIE im Schulalltag!

Sport ist in der Bildungslandschaft eine wichtige Säule

Einladung: Vertreterversammlung 2010 des Philologenverbandes BW

 

www.phv-bw.de