Gute Nachrichten zum häuslichen Arbeitszimmer:

Bundestag beschließt Neuregelung

Im Jahre 2007 waren die Möglichkeiten, die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzuziehen, erheblich eingeschränkt worden. Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Juli 2010 müssen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer aber auch dann steuerlich abziehbar sein, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Der Deutsche Bundestag hat nun am 28. Oktober 2010 in zweiter und dritter Lesung des Jahressteuergesetzes 2010 die Neuregelung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG zur steuerlichen Abziehbarkeit der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer beschlossen. Danach sollen rückwirkend zum 1. Januar 2007 häusliche Arbeitszimmer steuerlich wieder absetzbar sein, wenn:

Von der Neuregelung besonders betroffen sind z. B. Lehrer, denen in der Schule zur Unterrichtsvor- und -nachbereitung kein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden kann. Laut Bundesfinanzhof-Rechtsprechung erfüllt das Lehrerzimmer die Voraussetzung eines "anderen Arbeitsplatzes" nicht.

In solchen Fällen wird ein Abzug von Betriebsausgaben oder Werbungskosten bis zur Höhe von 1.250 Euro jährlich für ein häusliches Arbeitszimmer zugelassen. Der Bundesrat muss dem Entwurf des Jahressteuergesetzes 2010 noch zustimmen: Die Beratung ist in der Sitzung am 26.11.2010 geplant. Eine Gesetzesverkündung Mitte Dezember ist also wahrscheinlich.

Die gesetzliche Verbesserung lässt sich generell für die anstehende Einkommensteuererklärung 2010 nutzen und in nahezu allen Fällen auch für den Einkommensteuerbescheid 2009, wenn der Abzug der Arbeitszimmerkosten beantragt wurde. Denn die Finanzämter hatten diesen Bescheid dann nur vorläufig festgesetzt, so dass er zu diesem Punkt noch nicht bestandskräftig geworden ist.

Ob es darüber hinaus eine Rückzahlung für die Jahre 2007 und 2008 gibt, hängt davon ab, ob der Steuerfall noch offen ist, denn eine Entscheidung aus Karlsruhe hebelt nicht die Bestandskraft aus. Änderungs- und damit Erstattungspotenzial besteht, wenn überhaupt noch keine Steuerbescheide ergangen sind, weil entweder noch keine Erklärung abgegeben wurde oder das Finanzamt die Formulare noch nicht bearbeitet hat, aber natürlich auch dann, wenn Einspruch gegen den Bescheid eingelegt und ein Ruhen des Verfahrens erreicht wurde.

Informationen siehe auch http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Buergerinnen__und__Buerger/Arbeit__und__Steuererklaerung/20101103-Arbeitszimmer.html?__nnn=true

Andreas Horn

www.phv-bw.de