Nach Meldungen aus 72 Gymnasien warnt der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) vor personellen Engpässen:

Zahl der Überstunden an Gymnasien erneut dramatisch angestiegen!

In den ersten Wochen des neuen Schuljahres gingen beim Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) Meldungen zur Unterrichtsversorgung aus über 70 Gymnasien des Landes ein, aus denen eine klare Tendenz zu erkennen ist.

Von den insgesamt 5179 Lehrerinnen und Lehrern der 72 Gymnasien, die sich über die Schulvertreter an den PhV BW gewandt hatten, leisten 2129 Lehrkräfte (41 Prozent) insgesamt 4048 Überstunden. Durchschnittlich werden in den 72 Schulen also derzeit 56 Überstunden in der Woche geleistet. Verrechnet man diese Überstunden mit den durchschnittlich fünf Stunden an Gymnasien auch weniger als das Regeldeputat unterrichteten Stunden, so bleiben immer noch durchschnittlich 49 Stunden pro Schule, die im nächsten Schuljahr wieder abgebaut werden müssen.

Von den beteiligten Gymnasien melden etwa 39 Prozent trotz der geleisteten Überstunden Stundenausfälle im Bereich des Pflichtunterrichts, wobei Bildende Kunst und Musik mit je 23 Prozent des Unterrichtsausfalls am stärksten betroffen sind, gefolgt von Naturwissenschaften und Ethik/Religion mit je 15 Prozent.

Hochgerechnet bedeuten diese insgesamt ermittelten Zahlen, dass an den Gymnasien des Landes zwar über 20400 Überstunden geleistet werden, dass damit aber trotzdem ein Unterrichtsausfall von etwa 1000 Stunden im Pflichtbereich festzustellen ist. Dies bedeutet, dass im laufenden Schuljahr zur Abdeckung der Unterrichtsversorgung rund 850 Lehrerstellen im Land fehlen, also 2,1 Stellen pro Gymnasium, um die Bugwelle abzubauen und den Pflichtunterricht ohne Unterrichtsausfall zu gewährleisten.

Andreas Horn

www.phv-bw.de