Personalräteschulung des PhV Südwürttemberg

Neu gewählte Örtliche Personalräte wurden umfassend über Personalvertretungsaufgaben informiert

Zu einer eintägigen Grundschulung kamen viele Mitglieder der neu gewählten Örtlichen Personalräte am 24.September 2010 in das "Haus der Begegnung" nach Ulm. In der Eröffnungsrede erläuterte der Bezirksvorsitzende Cord Santelmann die Wichtigkeit einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und ÖPR.

Anschließend stellte Annette Laur, Vorsitzende des Hauptpersonalrats Gymnasien, das Gremium HPR der Personalvertretung beim Kultusministerium mit all seinen Aufgaben und Möglichkeiten vor. An einzelnen Stellen wies sie auf die Veränderungen hin, die sich durch das neue Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) ergeben werden. Wichtige Informationen erhielten die Teilnehmer über die voraussichtlichen neuen Referendarszahlen in den nächsten Jahren und die neue Strukturierung der Fremdevaluation. Annette Laur erklärte weiterhin, dass der HPR keine Novemberausschreibungen mehr möchte, und dass der Arbeits- und Gesundheitsschutz eine stärkere Rolle in den Gesprächen und Vereinbarungen mit dem Ministerium spielen müsse. Anschaulich beantwortete sie selbst die noch so detaillierten Fragen der Teilnehmer.

Wie aber sollte eine auf gegenseitigem Vertrauen basierende Zusammenarbeit zwischen Dienststelle und örtlichem Personalrat zum Wohle der Beschäftigten und zur Erfüllung der der Dienststelle obliegenden Aufgaben aussehen? Antworten gab dann Cord Santelmann nach einer stärkenden Kaffeepause. Er erläuterte die Beteiligungsrechte, Formen und Verfahren der Mitbestimmung und Mitwirkung der neu gewählten Personalräte. Er betonte dabei immer wieder, dass es für den ÖPR wichtig sei, nur aktiv zu werden, wenn man durch Kollegen schriftlich beauftragt werde.

Informationen über die Besonderheiten der angestellten Lehrkräfte gaben Ursula Kampf (Vorsitzende des Arbeitskreises Arbeitnehmer AKA) und Sieglinde Selinka (Arbeitnehmervertreterin im Bezirkspersonalrat Tübingen). Sie machten besonders auf die Sechsmonatefrist für Lehrer im Arbeitnehmerverhältnis aufmerksam, was nicht nur die Probezeit sondern vor allem die Bezahlung von Mehrarbeit betrifft. Interessant für die Teilnehmer war auch, dass die Lehrkräfte keine Aufsicht während des Mittagessens in der Mensa zu leisten hätten, sondern dies müsse der Schulträger absichern.

Rolf Ege, Bezirksvertrauensperson für schwerbehinderte Lehrkräfte an Gymnasien beim Regierungspräsidium Tübingen, stellte sein Arbeitsgebiet vor und wies auf die große Bedeutung der Prävention hin, die jedoch Wissen bei Schulleitungen und Personalräten voraussetze. Er erläuterte die für die Schwerbehinderten geltenden gesetzlichen Bestimmungen und bat, diese nicht als Privilegien zu sehen. Nach der gravierenden Reduzierung der Entlastungsstunden für die Schwerbehinderten sei es besonders wichtig, etwa bei den Aufsichten und ähnlichen Aufgaben die Fürsorgepflicht im Auge zu behalten.

Abschließend wurde die "Fragerunde" von vielen Teilnehmern so intensiv genutzt, dass sie gern über den eigentlichen Schluss hinaus noch blieben. Die Mehrzahl bat um eine weitere eintägige Fortbildung im nächsten Jahr.

Karin Kriesell, 2. Vorsitzende des PhV-Bezirksverbandes Tübingen

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