• Der PhV BW begrüßt Pilotprojekt als Gewinn für die deutsch-französischen Beziehungen
• Der PhV BW wünscht Anerkennung und Honorierung der zusätzlichen Arbeit der betreuenden Lehrkräfte durch das KM

 

26. Januar 2018
Az. 1811 / 2018 - 04

Mit Freude hat der Philologenverband Baden-Württemberg die am 24. Januar 2018 von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und der französischen Botschafterin Anne-Marie Descôtes unterzeichnete gemeinsame Absichtserklärung zur Kenntnis genommen, in der angekündigt wird, dass baden-württembergische Gymnasiasten in Zukunft die Möglichkeit haben werden, das international anerkannte französische DELF-Sprachdiplom auf der Basis einer zentralen Klassenarbeit zu erwerben.

"Gerade wurde der 55. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages gefeiert und dabei festgestellt, dass die deutsch-französischen Beziehungen etwas erlahmt sind und durchaus - nicht zuletzt auch auf Drängen des französischen Präsidenten - eine Intensivierung erfahren sollten. Deshalb begrüßen wir es ausdrücklich, dass die deutsch-französische Freundschaft durch diese Maßnahme gestärkt wird. Grundvoraussetzung für ein gegenseitiges Verständnis sind gute Kenntnisse der Sprache des Nachbarlandes. Deshalb muss alles getan werden, um diese zu fördern", so Bernd Saur, der Vorsitzende des Philologenverbandes.

Der Philologenverband weist darauf hin, dass es bereits an vielen Schulen Arbeitsgemeinschaften gibt, die auf die DELF-Prüfungen vorbereiten. Es ist zu begrüßen, dass nunmehr eine zentrale schriftliche Prüfung für unsere Zehntklässler zur Verfügung gestellt wird.

Als Verband der Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer weisen wir aber auch darauf hin, dass diese so begrüßenswerte Maßnahme ein Beispiel dafür ist, dass unseren gymnasialen Lehrkräften immer wieder an den verschiedensten Stellen neue Aufgaben übertragen werden, die "on top" geleistet werden müssen. Die entsprechenden Prüfungen korrigieren sich nicht von allein und den Lehrkräften, die sich zu anerkannten Prüferinnen und Prüfern fortbilden lassen, sollte auch eine gebührende Entlastung zuerkannt werden. Wir fordern nicht umsonst eine deutliche Entlastung der gymnasialen Lehrkräfte. Die generelle schleichende Verdichtung des Arbeitsvolumens ist weder länger zeitgemäß noch hinnehmbar. Es sollten außerdem ausreichende Stunden für Arbeitsgemeinschaften an den Schulen vorhanden sein, damit die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler optimal auf die Prüfungen vorbereiten können.

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An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden über 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt über 8.700 im Verband organisierte Lehrerinnen und Lehrer an den 446 öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.

Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der rund 27.000 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.