• Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) begrüßt die zusätzliche Berufsperspektive für ausgebildete Gymnasiallehrkräfte, die am allgemeinbildenden Gymnasium kein Einstellungsangebot bekommen
• Philologenverband fordert für den Zeitpunkt der Rückkehr ans Gymnasium entsprechende Ressourcen

 Az. 1811 / 2018 – 07
9. Februar 2018

Der Philologenverband Baden-Württemberg beklagt die sehr schlechte Einstellungsperspektive für gymnasiale Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger in den sprachlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern. In diesen für die Gesellschaft wichtigen Fachbereichen muss eine nachhaltige Einstellung sichergestellt werden.

„Wir können es uns nicht leisten, hervorragend ausgebildete Lehrkräfte in die Arbeitslosigkeit zu entlassen und müssen die Besten eines Jahrgangs für den Schuldienst gewinnen,“ so Bernd Saur, Vorsitzender des PhV BW.

Vor diesem Hintergrund begrüßt der Philologenverband die nunmehr vom Kultusministerium verbesserte Einstellungsmöglichkeit für gymnasiale Lehrkräfte im Grundschulbereich.

Der Philologenverband weist jedoch darauf hin, dass zum Zeitpunkt der geplanten Rückkehr dieser Lehrkräfte an die Gymnasien entsprechend viele zusätzliche Lehrerstellen im Gymnasialbereich geschaffen werden müssen. Sonst droht während der Rückkehrphase eine jahrelange Nulleinstellung für gymnasiale Lehrkräfte aller Fachbereiche.

Der Philologenverband schlägt vor, diese zusätzlich zu schaffenden Stellen für folgende pädagogisch unabdingbaren Maßnahmen zu verwenden:

- Zur Verbesserung der Krankenvertretung und damit zur wirkungsvollen und nachhaltigen Bekämpfung des Unterrichtsausfalls muss eine Lehrerversorgung von 115 Prozent angestrebt werden, die – soweit sie nicht für Vertretungen gebraucht wird – den Schulen ständig durch die Verkleinerung von Lerngruppen und andere pädagogisch sinnvolle Maßnahmen zugutekommt.

- Die von der grün-roten Landesregierung 2013/14 verfügten massivenVerschlechterungen bei den Anrechnungsstunden für die inzwischen noch mehr zunehmenden besonderen Aufgaben an den Schulen (z.B. Inklusion, Medienbildung, Digitalisierung, Wettbewerbe, Zertifizierungen, Kooperationen) müssen dringend zurückgenommen werden!

- Ziel muss die Reduktion des Klassenteilers und der Unterrichtsverpflichtung gymnasialer Lehrkräfte auf maximal 23 Schüler bzw. 23 Unterrichtsstunden pro Woche sein, damit das Gymnasium bei steigenden Übergangsquoten und immer größerer Heterogenität der Schülerschaft weiter seinem Bildungsauftrag, der Vermittlung von Studierfähigkeit, gerecht werden kann!

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An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden über 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt über 9.000 im Verband organisierte Lehrerinnen und Lehrer an den 462 öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.
Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der rund 29.000 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.