Hauptvorstand des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW) tagte am 15. Dezember 2017 im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart

Bei der zweiten satzungsgemäßen Sitzung des Hauptvorstands des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW) des Jahres 2017 standen am 15. Dezember 2017 im Haus der Katholischen Kirche neben den aktuellen bildungs- und berufspolitischen Themen noch einmal die Beratungen über die Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe im Mittelpunkt der Diskussionen.

Ausführlich ging der Vorsitzende des PhV BW Bernd Saur zu Beginn seines Berichts auf die Gewerkschaftstage bzw. Vertreterversammlungen der Dachverbände, des Deutschen Beamtenbundes (dbb), des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) und des Beamtenbundes Baden-Württemberg (BBW), im November 2017 in Berlin und Ludwigsburg ein.

In diesem Zusammenhang informierte Bernd Saur den Hauptvorstand auch über die auf allen drei Ebenen durch Neuwahlen erfolgten Veränderungen an den jeweiligen Verbandsspitzen:

In seinem Bericht ging Bernd Saur auch auf den aktuellen Stand der Planungen bzgl. der DPhV-Arbeitszeituntersuchung ein, welche als umfassende Studie der Universität Rostock die Dimensionen Arbeitszeit, Belastung und Gesundheit untersuchen möchte. Saur informierte die Mitglieder des Hauptvorstands darüber, dass für Baden-Württemberg der 19. 2. bis zum 18. 3. 2017 als Untersuchungszeitraum festgelegt wurde. Als Vorsitzender des PhV BW bittet Bernd Saur um die größtmögliche Unterstützung auf allen verbandlichen Organisationsebenen.

Abschließend betonte Bernd Saur in Überleitung zum bildungspolitischen Hauptthema des Tages, der „Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe“, dass der PhV BW die von der Landesregierung beschlossenen Eckpunkte für eine Reform der gymnasialen Oberstufe in einem Flugblatt an die Gymnasien des Landes ausdrücklich begrüßt habe, nachdem darin das seit Dezember 2016 vorliegende Konzept des PhV BW berücksichtigt und in weiten Teilen auch umgesetzt wurde. Vereinbarungsgemäß habe der Verband beim Gymnasialreferat des Kultusministeriums mittlerweile auch Vorschläge für Wahlthemen in den Vertiefungsfächern eingereicht, um so auch auf die weiteren Entscheidungen Einfluss zu nehmen.

Der 1. Vorsitzende des Bezirksverbands Nordwürttemberg und Vorsitzende des Hauptpersonalrates Gymnasien beim Kultusministerium, Ralf Scholl, ergänzte die Ausführungen von Bernd Saur zum Thema „Oberstufe“ und ging auf die für das Jahr 2021 geplante Oberstufe an den beruflichen Gymnasien ein. Scholl erläuterte den Rahmen der geplanten beruflichen Oberstufe bestehend aus zwei Leistungskursen (ein 6-stündiges Profilfach sowie 5-stündig Mathematik oder Deutsch) und den Basiskursen (4-stündig Mathematik, Deutsch oder eine Fremdsprache, 3-stündig ein naturwissenschaftliches Fach sowie 2-stündig alle übrigen Fächer). Im Abitur selbst werden demnach vier schriftliche und eine mündliche Prüfung abgelegt. An den sozial- und gesundheitswissenschaftlichen und an den ernährungswissenschaftlichen Gymnasien könnten sich nach derzeitigem Stand sogar Konstellationen ohne Deutsch- bzw. ohne Mathematik-Abitur ergeben.

Scholl weist in diesem Zusammenhang auf die Problematik einer gleichwertigen Behandlung der beruflichen und allgemeinbildenden Abiturabschlüsse bezüglich der Zugangschancen zu bestimmten vor allem Numerus clausus-Studiengängen hin. Dabei sei außerdem eine momentan um 35 Prozent höhere Abbruchquote nach beruflichem Abitur im Vergleich zum allgemeinbildenden Abitur in den Bachelor-Studiengängen im Bereich Mathematik, Natur- und Ingenieurswissenschaften einigermaßen beunruhigend. Insgesamt erscheinen dem Hauptvorstand diese Unterschiede zwischen dem Abitur an allgemeinbildenden und an den beruflichen Gymnasien vertretbar, soweit sich daraus fachgebundene Studienrichtungen ergeben.

Am Nachmittag des Sitzungstages im Haus der Katholischen Kirche standen dann verbandsinterne Themen im Mittelpunkt der Beratungen. Dazu gehörten neben dem Bericht des Schatzmeisters Dr. Andreas Horn über die Finanz- und Mitgliederentwicklung auch die intensiven Diskussionen über mögliche Satzungsänderungen und die hierzu vorliegenden Vorschläge und Alternativen, die vor allem dazu beitragen sollen, ungenaue Formulierungen in der aktuellen Satzung zu beseitigen. Angesprochen wurde in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit, die bisher vierjährige Wahlperiode für den Landesvorstand des PhV BW an den fünfjährigen Rhythmus der Personalratswahlen anzupassen. Nach weiteren Beratungen in der Satzungskommission und im Landesvorstand sollen konkrete, ausformulierte Vorschläge für die Beschlussfassung in der Vertreterversammlung im Juli 2018 rechtzeitig vorliegen.

A. H.



 

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