"Vor der Bewerbung betreiben Sie Gewissenserforschung"

… nur ein Zitat der Referentin Frau Oberstudiendirektorin Brigitte Röder, die am Hans und Sophie Scholl-Gymnasium in Ulm für 18 Referendarinnen und Referendare das Bewerbertraining durchführte.

Brigitte Röder übernahm die Aufgabe als Referentin der Veranstaltung als sehr erfahrene Schulleiterin, die bis 2012 stellvertretende Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg war und zu Beginn dieses Schuljahres die Schulleitung des Kepler-Gymnasiums abgab, um nun als Pensionärin zu wirken. In ihrer Zeit am Kepler-Gymnasium führte sie über 100 Bewerbergespräche und kann deshalb aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Die Anwesenden arbeiten derzeit in Ulm, Biberach, Laupheim, Bad Saulgau, Albstadt, Pfullingen und Tübingen und zeigten großes Interesse an der Veranstaltung.

Zunächst erläuterte Brigitte Röder das Stellenausschreibungsverfahren und die entsprechenden Termine. Bei einer Bewerbung ist vor allem wichtig, alle Formalien zu beachten. Im Vorfeld einer Bewerbung kommt der "Gewissenserforschung" besondere Bedeutung zu, nicht nur um die Frage zu klären, welche Schulart man angibt, denn eine Rückkehr ist nicht garantiert. Wichtige Elemente des Bewerbungsschreibens sind ein professionelles Bild vom Fotografen, das Motivationsschreiben, ohne dabei zu dick aufzutragen, bisherige Qualifikationen und Zertifikate sowie Noten bisheriger Lehrproben, falls vorhanden.

Vor dem Bewerbergespräch sollte man Informationen über die Schule einholen und dabei auf Besonderheiten (Profil, G8/G9 Zug, Zusatzangebote), angemessene Kleidung und höfliches Auftreten auch gegenüber der Sekretärin geachtet werden. Außer der Schulleitung können am Bewerbungsgespräch auch der Örtliche Personalrat und bei Bedarf auch die Schwerbehindertenvertretung teilnehmen.

Nach dem Vortrag von Brigitte Röder folgte eine Reflexionsphase, in der die Teilnehmenden überlegen sollten, was sie zu bieten haben - auch im Vergleich zu anderen, was sie bisher gemacht haben und was sie von sich preisgeben möchten. Bei der anschließenden Vorstellung wurden vielfältige Erfahrungen eingebracht, z. B. Hausaufgabenbetreuung, Auslandsaufenthalte, Kinder- und Jugendbetreuung oder der Nachweis für eine erlebnispädagogische Ausbildung.

Die Anwesenden fühlten sich am Ende der Veranstaltung, die von den Jungen Philologen Südwürttemberg organisiert wurde, sehr gut informiert und können nun gut vorbereitet ins Bewerbungsverfahren einsteigen.

Anne Käßbohrer



 

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