“Amtsantritt im Kultusministerium: PhV BW gratuliert Andreas Jung und legt Sieben-Punkte-Programm für Lehrkräfte und Schulen vor”

13. Mai 2026

Pressemit­teilung des Philolo­gen­ver­bands Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) zur Ernen­nung des neuen Kul­tus­min­is­ters Andreas Jung (CDU)

Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) grat­uliert Andreas Jung her­zlich zur Ernen­nung als neuer Kul­tus­min­is­ter des Lan­des Baden-Würt­tem­berg.
„Wir freuen uns auf eine offene, kon­struk­tive und von gegen­seit­igem Respekt geprägte Zusam­me­nar­beit. Dem neuen Min­is­ter wün­schen wir eine glück­liche Hand und die nötige poli­tis­che Durch­set­zungs­fähigkeit, um die drän­gen­den Her­aus­forderun­gen im Bil­dungswe­sen entschlossen anzuge­hen“, so Mar­ti­na Scher­er, Lan­desvor­sitzende des PhV BW.

- PhV-Lan­desvor­sitzende Mar­ti­na Scher­er bietet kon­struk­tive Zusam­me­nar­beit an
- Jet­zt ist der richtige Moment für eine mutige und zukun­ftsweisende Bil­dungspoli­tik

Andreas Jung übern­immt das neue Amt in ein­er Sit­u­a­tion, die trotz einiger pos­i­tiv­er Sig­nale – zulet­zt im IQB-Bil­dungstrend 2024 – noch erhe­blichen Hand­lungs­be­darf erken­nen lässt. Lehrerin­nen und Lehrer an Gym­nasien arbeit­en seit Jahren unter wach­sender struk­tureller Mehrbe­las­tung durch ständi­gen Auf­gaben­zuwachs, ausufer­nde Admin­is­tra­tionslast und unzure­ichende per­son­elle Ausstat­tung. Der PhV BW sieht den Wech­sel an der Spitze des Kul­tus­min­is­teri­ums als Chance, diese sys­temis­chen Prob­leme grundle­gend anzuge­hen.
„Baden-Würt­tem­berg hat das Poten­zial, wieder zur Spitzen­gruppe der deutschen Bun­deslän­der in der Bil­dung aufzuschließen. Dafür brauchen wir keine weit­eren Konzept­pa­piere – wir brauchen ver­lässliche Ressourcen, spür­bare Ent­las­tung und den Mut, Über­flüs­siges kon­se­quent über Bord zu wer­fen”, betont Mar­ti­na Scher­er. Beson­ders junge Lehrkräfte, Ref­er­en­darin­nen und Ref­er­en­dare sowie Lehramtsstudierende brauchen ver­lässliche Per­spek­tiv­en, gute Begleitung beim Beruf­se­in­stieg und attrak­tive Arbeits­be­din­gun­gen.

Das Sieben-Punk­te-Pro­gramm des PhV BW

Der Philolo­gen­ver­band tritt mit sieben zen­tralen Forderun­gen an den neuen Kul­tus­min­is­ter her­an:

1. Mut zur De-Imple­men­tierung: Kon­se­quentes Stre­ichen von Anforderun­gen, Ver­fahren und Pflicht­en, die sich nicht bewährt haben. Keine neuen Refor­mvorhaben ohne klare Benen­nung, was dafür im Gegen­zug ent­fällt.

2. Mut zur Sta­bil­ität und Kon­ti­nu­ität: Schulen brauchen Pla­nungssicher­heit. Reformerische Ein­griffe müssen wohlbe­dacht, zeitlich entzer­rt und evaluiert einge­führt wer­den.

3. Mut zum Blick auf die Arbeit­szeit: Wis­senschaftlich begleit­ete Arbeit­szeit­er­fas­sung für Lehrkräfte und daraus abgeleit­ete struk­turelle Kon­se­quen­zen – konkrete Dep­u­tatsab­senkung statt Absicht­serk­lärun­gen.

4. Mut zur Bere­it­stel­lung auskömm­lich­er Ressourcen: Dauer­hafte Absicherung aus­re­ichen­der Lehrerstellen, funk­tion­ieren­des Vertre­tungs­man­age­ment und bedarf­s­gerechte Sachausstat­tung der Schulen.

5. Mut zur Unter­stützungskul­tur statt Kon­trol­lkul­tur: Unter­stützungsange­bote statt dig­i­taler Überwachungsstruk­turen. Qual­ität­sen­twick­lung gelingt durch Begleitung, Ent­las­tung und kol­le­gialen Aus­tausch.

6. Mut zur Verbindlichkeit in der Kom­mu­nika­tion: Bil­dungspoli­tis­che Vor­gaben müssen klar und schriftlich for­muliert sein. Nur schriftlich fix­ierte Erlasse und Ver­fü­gun­gen schaf­fen Rechtssicher­heit für Schulleitun­gen und Lehrkräfte.

7. Mut zum Dia­log auf Augen­höhe: Frühzeit­ige und verbindliche Beteili­gung des PhV BW und der schulis­chen Stufen­per­son­alvertre­tun­gen bei bil­dungspoli­tis­chen Entschei­dun­gen – ins­beson­dere dort, wo Maß­nah­men unmit­tel­bare Auswirkun­gen auf die Arbeitssi­t­u­a­tion der Lehrkräfte haben.

„Wir reichen der neuen Kul­tusver­wal­tung aus­drück­lich die Hand – als kri­tisch-kon­struk­tiv­er Part­ner. Was Lehrkräfte jet­zt brauchen, sind keine weit­eren Ver­sprechun­gen, son­dern spür­bare Ent­las­tung, klare Regelun­gen und das Ver­trauen, dass ihre engagierte Arbeit gese­hen und geschätzt wird”, so Mar­ti­na Scher­er abschließend.

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An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den knapp 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt mit über 9.000 im Ver­band organ­isierten Mit­gliedern die Inter­essen der Lehrerin­nen und Lehrer an den 462 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.

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