Neuer Tiefpunkt mit null Einstellungen im Listenverfahren im Regierungsbezirk Tübingen

 

6. Juni 2018
Az. 1811 / 2018 – 13

Der PhV BW fordert ein rasches und energisches Gegensteuern der Landesregierung im Sinne einer nachhaltigen und kontinuierlichen Gewinnung von qualifizierten Lehrkräften in allen Fächern. Durch die zurückgehenden Pensionierungszahlen und die Rückkehrgarantie ins "gymnasiale Lehramt" für die gymnasialen Lehrkräfte, die an Grundschulen eingestellt werden, ist die Lehrereinstellung im gymnasialen Bereich in den meisten Fächern auf viele Jahre hinaus gefährdet.

Um längerfristigen Einstellungsbedarf zu generieren, fordert der PhV BW daher, die Unterrichtsverpflichtung an den Gymnasien des Landes schnellstmöglich von 25 auf 23 Deputatsstunden zu reduzieren, z. B. durch Absenkung des Deputats in vier Schritten um je eine halbe Stunde pro Jahr.

Ebenso ist die Rücknahme der vor einigen Jahren erfolgten Kürzung der Anrechnungsstunden um rund 40 Prozent dringend erforderlich, wie auch die Verschlechterungen bei der Altersermäßigung der Lehrkräfte. Nach Ansicht des PhV BW dürfen zusätzliche Aufgaben und Verpflichtungen (z. B. durch Inklusion, Integration von Flüchtlingen, Digitalisierung, Datenschutz usw.) den Lehrkräften nur mit entsprechender Entlastung übertragen werden.

Schließlich kann eine rasche Absenkung des Klassenteilers auf 28 Schüler, mittelfristig besser auf 25 Schüler, zur Verbesserung der Einstellungssituation beitragen. Durch die Absenkung des Klassenteilers könnten die Schülerinnen und Schüler in kleineren Klassen zu besseren Leistungen gelangen, der Anteil der Klassenwiederholungen zurückgehen und darüber hinaus könnten sich kleinere Klassen auch gesamtwirtschaftlich lohnen, wie es die Aussagen einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegen.

Informationen zur Studie sind hier zu finden:
http://www.diw.de/de/diw_01.c.584970.de/themen_nachrichten/kleinere_klassen_koennen_zu_besseren_leistungen_in_den_faechern_deutsch_und_mathematik_fuehren.html

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An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden über 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt mit rund 9.000 im Verband organisierten Mitgliedern die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den 462 öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.

Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der rund 27.000 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.