PhV-Vorsitzender Ralf Scholl: „Verdoppelung der Reisekosten-Etats der Schulen ist logische Konsequenz aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) zur Unzulässigkeit des Reisekostenverzichts durch die Lehrkräfte”

 

Der Philologenverband begrüßt nachdrücklich, dass Kultusministerium Dr. Susanne Eisenmann — wie in der Presse berichtet wurde — in einem Brief an Finanzministerin Sitzmann jetzt im Rahmen des Nachtragshaushalts eine Verdoppelung der Reisekostenmittel für die Schulen und damit für die Lehrkräfte fordert. Der PhV-Vorsitzende Ralf Scholl erklärte dazu: „Wir freuen uns sehr, dass sich die Kultusministerin diese notwendige Forderung des PhV zu eigen gemacht hat. Die Verdoppelung der Reisekostenmittel ist unbedingt notwendig, um die außerunterrichtlichen Veranstaltungen auch weiterhin in einem ähnlichen Rahmen wie bisher zu ermöglich - Unternehmungen, die für die Schülerinnen und Schüler immer Höhepunkte im bzw. außerhalb des Schulalltags bedeuten und für nachhaltige Lernerlebnisse sorgen.”

Das BVerwG-Urteil untersagt, dass Lehrkräfte vollständig oder teilweise auf die jedem Beschäftigten zustehenden, von ihnen verauslagten Reisekosten verzichten dürfen.

Zudem ist noch ein weiterer Prozess vor dem VGH Mannheim anhängig, in dem es darum geht, ob der Reisekosten-Ersatz für Lehrkräfte bei Übernachtungen auf einen Pauschalsatz von etwas über 16 Euro pro Nacht gedeckelt werden darf, obwohl die Lehrkräfte Quittungen für höhere Übernachtungskosten in Jugendherbergen und günstigen Hotels, in denen sie zusammen mit ihren Schülern übernachten, vorlegen.

Der PhV-Vorsitzende führte weiter aus: „Wir werten diesen Vorstoß und dessen positive Aufnahme bei den Fraktionen im Landtag auch als ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für die Lehrkräfte, die viele Stunden und Tage mit ihren Schülern an außerunterrichtlichen Lernorten im Rahmen von Landschulheimen, Exkursionen, Theater- und Museumsbesuchen sowie Kurs- und Studienfahrten zubringen, um Unterricht und Lernen lebendig und interessant zu gestalten.“

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An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden über 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt mit rund 9.000 im Verband organisierten Mitgliedern die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den 462 öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.

Im gymnasialen Bereich verfügt der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien über die Mehrheit, stellt die jeweiligen Vorsitzenden und setzt sich dort für die Interessen der ca. 30.000 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.