Junge Philologen im PhV BW: “Schluss mit Flickschusterei: Dauerhafte Investitionen in Lehrkräfte nötig!”

17. Juli 2025

Referendar:innen und Krankheitsvertre­tun­gen dür­fen nicht länger vertröstet wer­den

Die Jun­gen Philolo­gen Baden-Würt­tem­berg (@juphi_bw) stellen sich klar hin­ter die aktuellen Forderun­gen der Referendar:innen und der Kolleg:innen mit befris­teten Verträ­gen zur Krankheitsvertre­tung. Angesichts der drastisch anges­pan­nten Per­son­al­si­t­u­a­tion an den all­ge­mein­bilden­den Gym­nasien fordert der Nach­wuchsver­band der Philolo­gen endlich eine plan­bare, faire und zukun­ft­sori­en­tierte Ein­stel­lungspoli­tik.

„Unsere Nach­wuch­slehrkräfte haben jahre­lang alles gegeben und ste­hen jet­zt vor ein­er ungewis­sen Zukun­ft, obwohl an allen Eck­en und Enden Lehrkräfte gebraucht wer­den“, erk­lärt Ste­fanie Schrutz, Lan­desvor­sitzende der JuPhis BW. „Es ist ein untrag­bar­er Zus­tand, dass gut aus­ge­bildete junge Lehrkräfte trotz realem Mehrbe­darf abgewiesen oder in jahre­lange Ket­ten­verträge gezwun­gen wer­den.“

Die JuPhis unter­stützen die zen­tralen Forderun­gen des Offe­nen Briefes aus­drück­lich:

  • Ver­lässliche Per­spek­tiv­en für Beruf­se­in­steiger: Über­nahme spätestens zum 1. August, ohne monate­langes Warten oder Ver­schiebun­gen.
  • Anerken­nung der Arbeit von Krankheitsvertre­tungslehrkräften (KV): Wer über Jahre hin­weg unter­richtet, muss endlich eine faire Per­spek­tive auf Ent­fris­tung oder Ver­beam­tung erhal­ten, statt immer wieder in befris­tete Unsicher­heit geschickt zu wer­den.
  • Plan­bare Per­son­alpoli­tik statt Schweinezyk­lus: Ein Über­hang heute darf nicht zur Katas­tro­phe mor­gen wer­den. Schon 2032 dro­ht ein Mehrbe­darf von über 2.500 Dep­u­tat­en – wer heute spart, riskiert mas­siv­en Unter­richt­saus­fall, eine Über­las­tung der verbleiben­den Kol­legien und den Bil­dungser­folg kom­mender Gen­er­a­tio­nen.

„Das Kul­tus­min­is­teri­um kann sich nicht länger hin­ter schö­nen Sta­tis­tiken ver­steck­en“, betont auch Mar­ti­na Scher­er, Lan­desvor­sitzende des PhV BW. „Die ange­blich ‚gedeck­ten Bedarfe‘ kol­li­dieren mit der Wirk­lichkeit an den Schulen: Über­lastete Kol­legien, abgelehnte Teilzeit, Unter­richt­saus­fälle und Unter­richt durch fach­fremde Lehrkräfte – das ist die Real­ität!“

Die JuPhis fordern gemein­sam mit dem PhV BW:

  • Keine Ket­ten­verträge mehr! Wer drei Jahre lang zuver­läs­sig Krankheitsvertre­tung macht, muss eine feste Per­spek­tive bekom­men.
  • Anerken­nung von Beruf­ser­fahrung: Wer über Jahre unter­richtet, darf nicht bei null anfan­gen, nur weil es bil­liger ist.
  • Keine Umleitun­gen auf andere Schu­larten ohne Qual­i­fizierung und faire Rück­kehrmöglichkeit­en.
  • Ver­lässliche Bil­dungsin­vesti­tio­nen statt Haushalts­dik­tat!

„Wenn Baden-Würt­tem­berg ein Bil­dungs­land bleiben will, darf der Staat seine eige­nen Nach­wuch­slehrkräfte nicht länger im Regen ste­hen lassen“, warnt Schrutz. „Gute Bil­dung braucht sta­bile, motivierte Lehrkräfte – nicht irgend­wann, son­dern JETZT.“

Die Philolo­gen rufen Min­is­terin Schop­per und die Regierungs­frak­tio­nen dazu auf, die War­nun­gen der Kol­legin­nen und Kol­le­gen ernst zu nehmen. Die Zeit für Phrasen ist vor­bei – es braucht klare Entschei­dun­gen für eine Schule, die Per­spek­tiv­en schafft, statt Men­schen zu ver­schleißen.

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An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den knapp 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt mit über 9.000 im Ver­band organ­isierten Mit­gliedern die Inter­essen der Lehrerin­nen und Lehrer an den 462 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.

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