Nächste IT-Panne im Schulbereich: Wenn fehlerhafte Software das Vertrauen in Schulabschlüsse gefährdet

27. Juli 2026

Pressemit­teilung des Philolo­gen­ver­bands Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) zur IT-Panne bei Abiturzeug­nis­sen

• Soft­warefehler in Win­Prosa führt zur Rück­forderung von ca. 100 Abiturzeug­nis­sen an rund 50 Gym­nasien
• PhV BW fordert ver­lässliche dig­i­tale Infra­struk­tur, Qual­itätssicherung in Über­gangsphasen sowie ein prax­is­tauglich­es ASV BW

Erneuter Rückschlag für die Schul­ver­wal­tung in Baden-Würt­tem­berg: Wegen eines Berech­nungs­fehlers in der Schul­ver­wal­tungssoft­ware Win­Prosa müssen an rund 50 Gym­nasien ca. 100 Abiturzeug­nisse zurück­ge­fordert und neu aus­gestellt wer­den. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) kri­tisiert die man­gel­nde IT-Qual­itätssicherung des Anbi­eters. Nach den fehlen­den 1.440 Lehrerstellen im ver­gan­genen Jahr trifft ein Soft­ware-Prob­lem dies­mal direkt die Schü­lerin­nen und Schüler.

Dass die Umstel­lung auf das lan­de­seigene Nach­fol­ge­pro­gramm ASV BW stockt, hat einen ein­fachen Grund: Win­Prosa war über Jahre hin­weg ein ver­lässlich­es, hochgeschätztes Werkzeug für Noten, Kurs- und Stun­den­plan­ver­wal­tung. Ins­beson­dere die Möglichkeit­en zur Beratung und zur Prü­fungsver­wal­tung machen Win­Prosa im Gegen­satz zu ASV, in dem diese Funk­tion­al­itäten fehlen oder man­gel­haft sind, zu einem nahezu unverzicht­baren Pro­gramm in der Schul­ver­wal­tung.

„Es ist abso­lut inakzept­abel, dass Schulen sowie Abi­turi­entin­nen und Abi­turi­en­ten ekla­tante IT-Män­gel aus­baden müssen“, betont Mar­ti­na Scher­er, Lan­desvor­sitzende des PhV BW. „Ein Abiturzeug­nis muss abso­lut fehler­frei sein. Wer Schulen zu ein­er Zwei­gleisigkeit bei den Pro­gram­men zwingt, weil er in sein eigenes Pro­dukt nicht genü­gend Ressourcen steckt, nimmt poten­zielle Fehlerquellen bil­li­gend in Kauf.“

„Erst fehler­hafte Stel­len­berech­nun­gen zu Las­ten der Lehrkräfte, jet­zt fehler­hafte Abiturschnitte bei den Schülern – die Pan­nen­rei­he darf sich nicht fort­set­zen. Wir fordern das Kul­tus­min­is­teri­um auf, die Soft­ware ASV BW endlich so weit­erzuen­twick­eln, dass der Wech­sel einen echt­en Mehrw­ert für die Schulen bringt und keine zweifache Buch­führung mit unter­schiedlichen Pro­gram­men mehr notwendig ist,“ so die Forderun­gen von Scher­er.

Die Kern­forderun­gen des PhV BW:

1. Prax­is­tauglich­es und attrak­tives ASV BW: Bere­it­stel­lung aus­re­ichen­der Ressourcen, um ASV BW so benutzer­fre­undlich und viel­seit­ig auszubauen, dass es Win­Prosa in nichts nach­ste­ht und den Wech­sel attrak­tiv macht.

2. Lück­en­lose IT-Qual­itätssicherung: Verpflich­t­ende Stresstests und Plau­si­bil­ität­sprü­fun­gen vor der Freiga­be von Schul­ver­wal­tungssoft­ware für den Ein­satz an Schulen. Für kom­merzielle Anbi­eter von Schul­ver­wal­tungssoft­ware muss Qual­itätssicherung an erster Stelle ste­hen.

3. Ent­las­tung statt Mehrbe­las­tung: IT-Prob­leme dür­fen nicht auf dem Rück­en der Schulen aus­ge­tra­gen wer­den. Das Kul­tus­min­is­teri­um ste­ht in der Pflicht, den Schulen bedi­ener­fre­undliche, funk­tionale Soft­ware bere­itzustellen, die den Bedürfnis­sen der Schulen Rech­nung trägt.

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An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den knapp 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt mit über 9.000 im Ver­band organ­isierten Mit­gliedern die Inter­essen der Lehrerin­nen und Lehrer an den 462 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.