PhV BW gegen Schließung des Progymnasiums Tailfingen: „Schulpolitik mit dem Rotstift – Keine echten Verbesserungen, sondern eine Mangelverwaltung zu Lasten aller Schüler!“

10. Juni 2026

Pressemit­teilung des Philolo­gen­ver­bands Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) zum Pro­gym­na­si­um Tail­fin­gen

Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) wen­det sich gegen Pläne des Schul­trägers, der Stadt Alb­stadt, das voll aus­ge­lastete Pro­gym­na­si­um Tail­fin­gen (PGT) nur aus Spar­grün­den aufzulösen und an das Gym­na­si­um Ebin­gen zu ver­legen.

Was von der Stadtver­wal­tung Alb­stadt als Opti­mierung verkauft wird, ist reine Schulpoli­tik mit dem Rot­s­tift. Um den gestoppten Neubau der Lam­mer­berg-Realschule finanziell aufz­u­fan­gen, soll eine funk­tion­ierende gym­nasiale Schulkul­tur im Tal­gang kurz­er­hand wegra­tional­isiert wer­den. „Hier wird ein bil­dungspoli­tis­ch­er Sün­den­fall vor­bere­it­et“, warnt der PhV BW. „Es kann nicht sein, dass ein erfol­gre­ich­es Gym­na­si­um geopfert wird, um akute kom­mu­nale Haushalt­slöch­er zu stopfen.“

Das Pro­gym­na­si­um Tail­fin­gen ist eine beliebte Schule in der Region mit gut funk­tion­ieren­dem päd­a­gogis­chen Konzept und sprach­lichem und natur­wis­senschaftlichem Zug. Es ist eine „Schule der kurzen Wege“, die inten­si­vere Kom­mu­nika­tion und kreative Pro­jek­te ermöglicht. Eine Auflö­sung des Stan­dorts zer­stört diese gewach­sene Schulkul­tur unwieder­bringlich. Schulqual­ität entste­ht nicht nur durch Lehrplan und Lehrkräfte, son­dern auch durch sta­bile Struk­turen, Schul­ge­mein­schaft und Iden­ti­fika­tion mit dem Stan­dort. Würde dieser wertvolle Schul­stan­dort ver­schwinden, wäre das ein her­ber Schlag für die Wahl­frei­heit der Eltern und Schüler und die Bil­dungs­land­schaft vor Ort.

Das Pro­gym­na­si­um hat einen großen Einzugs­bere­ich im ländlichen Raum. Eine Ver­lagerung nach Ebin­gen ver­längert Schul­wege erhe­blich, was ins­beson­dere jün­gere Schüler (Klasse 5/6) und Fam­i­lien ohne PKW benachteili­gen würde. Der Umzug würde auch für einen Großteil des Lehrerkol­legiums weit­ere Wege zur Arbeit bedeuten. Es dro­hen Ver­set­zun­gen, Planstel­len­ab­bau und lange Pen­del­wege.

Finanzielle Eng­pässe des Schul­trägers soll­ten jeden­falls nicht zulas­ten von Bil­dung, Fam­i­lien und Schülern gehen, zumal das entsprechende Konzept bish­er alles andere als überzeu­gend ist. Wenn finanzielle Erwä­gun­gen des Schul­trägers dazu führen, dass erfol­gre­iche Schul­stan­dorte wegra­tional­isiert wer­den, set­zt das ein prob­lema­tis­ches Sig­nal für ganz Baden-Würt­tem­berg. Schul­träger und Schul­ver­wal­tung soll­ten vielmehr gemein­sam eine Lösung find­en, die das Pro­gym­na­si­um in Tail­fin­gen erhält und auch die Bedürfnisse der Real- und Werkre­alschüler vor Ort sowie des Gym­na­si­ums Ebin­gen berück­sichtigt.

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An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den knapp 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt mit über 9.000 im Ver­band organ­isierten Mit­gliedern die Inter­essen der Lehrerin­nen und Lehrer an den 462 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.