PhV BW zu seinem Bildungskongress „Gymnasiale Bildung im Zeitalter von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz“ am 21.11.2025 in Stuttgart

21. November 2025

Pressemit­teilung des Philolo­gen­ver­bands Baden-Würt­tem­berg

PhV-Bil­dungskongress 2025: Her­anwach­sen und mündig wer­den in ein­er dig­i­tal­en Welt?

* Dig­i­tal­isierung und KI bieten Möglichkeit­en für adap­tive Förderung und indi­vidu­elles Feed­back

* Lehrkräfte und Schulen brauchen dazu eine solide dig­i­tale Ausstat­tung und zielführende Fort­bil­dungsange­bote

* Risiken und Neben­wirkun­gen müssen berück­sichtigt, didak­tis­che Konzepte Voraus­set­zung sein

Am Fre­itag, den 21. Novem­ber, fand in Stuttgart der Bil­dungskongress 2025 des Philolo­gen­ver­bands Baden-Würt­tem­berg statt:

Gym­nasiale Bil­dung im Zeital­ter von Dig­i­tal­isierung und Kün­stlich­er Intel­li­genz.

Rund 70 gym­nasiale Lehrkräfte aus ganz Baden-Würt­tem­berg disku­tierten am Vor­mit­tag mit Vertretern der Bil­dungsar­beit­skreise von vier Land­tags­frak­tio­nen und der PhV-Lan­desvor­sitzen­den, Mar­ti­na Scher­er, über Chan­cen und Her­aus­forderun­gen für Schule durch und mit ein­er zunehmend dig­i­tal­isierten Lebenswirk­lichkeit aller am Schulleben Beteiligter.

  • Inwieweit muss gym­nasiale Bil­dung neu gedacht wer­den?
  • Welchen Forderun­gen müsste Poli­tik nachkom­men?
  • Verän­dert sich die Rolle der Lehrkraft?

Anre­gun­gen für die Diskus­sion ergaben sich aus den Impul­srefer­at­en von Cord San­tel­mann, PhV-Ref­er­ent für IT/Medien, zu den Dig­i­tal­isierungspo­si­tio­nen des PhV BW und von Prof. Dr. Klaus Zier­er über Möglichkeit­en, Gren­zen und Gefahren von KI im Bil­dungs­bere­ich. Prof. Dr. Zier­er, Ordi­nar­ius für Schulpäd­a­gogik an der Uni­ver­sität Augs­burg, gilt im deutschsprachi­gen Raum als der führende Experte für die Metas­tudie „Vis­i­ble Learn­ing“ von John Hat­tie.

Nach der Begrüßung durch die PhV-Lan­desvor­sitzende und einem Gruß­wort von San­dra Boser, der für Dig­i­tal­isierung zuständi­gen Staatssekretärin im Kul­tus­min­is­teri­um, erläuterten unter der pro­fes­sionellen Mod­er­a­tion von Clau­dia Grimm und Stephanie Gut­gsell vom PhV die Sprech­er der Frak­tio­nen ihre Posi­tio­nen zu Dig­i­tal­isierung, Dig­i­tal­ität und den neuen Entwick­lun­gen durch KI. Ralf Nen­twich (Grüne) und Andreas Sturm (CDU), Dr. Ste­fan Fulst-Blei (SPD) sowie Dr. Timm Kern (FDP) teil­ten die Auf­fas­sung, dass Schü­lerin­nen und Schüler nicht ihren eige­nen Erfahrun­gen in ein­er dig­i­tal­en Welt schut­z­los über­lassen wer­den dür­fen.

Prof. Zier­er nahm in seinem Impuls das Denken als wichtig­ste Fähigkeit des Men­schen in den Blick, die durch KI ver­loren gehen könne. KI habe in der Schule so lange nichts zu suchen, bis der junge Men­schen denken gel­ernt habe. Sein Faz­it: „Die Möglichkeit­en der dig­i­tal­en Welt sitzen auf den Schul­tern der analo­gen Welt.“ – und, frei nach Kant: „Habe den Mut, die Tech­nik mit Ver­stand zu bedi­enen!“

Posi­tio­nen und Forderun­gen des PhV BW

Cord San­tel­mann set­zte sich für eine dif­feren­zierte Betra­ch­tung von Möglichkeit­en und Risiken dig­i­taler Ansätze ein: Es gelte das Pri­mat von Päd­a­gogik und Didak­tik, denn nur dort, wo Dig­i­tal­isierung einen Mehrw­ert für den Bil­dungser­folg bietet, ist ihr Ein­satz in der Schule sin­nvoll. Mar­ti­na Scher­er forderte, die notwendi­ge tech­nis­che Ausstat­tung finanziell und hin­sichtlich der Kom­pe­ten­zen von Bund, Land sowie Kom­munen sicherzustellen. Lehrkräfte mit Dien­st­geräten zu ver­sor­gen, sei kein Nice-to-have, son­dern Voraus­set­zung für Unter­richt und Ver­wal­tung in ein­er dig­i­tal­isierten Welt. Endgeräte, die schulisch genutzt wür­den, müssten Schü­lerin­nen und Schüler von der Schule erhal­ten. „BYOD ist keine Lösung, son­dern gener­iert ein Prob­lem – schon allein wegen fehlen­der chan­cen­gerechter Teil­habe, die unab­hängig vom Geld­beu­tel des Eltern­haus­es sein muss.“ Beach­tung von Daten­schutz und Per­sön­lichkeit­srecht­en sowie dem Prinzip der „Dig­i­tal­en Sou­veränität“ braucht­en vor allem Unter­stützung, Fort­bil­dun­gen und Ent­las­tung für die Lehrkräfte. Ins­beson­dere die schulis­chen Net­zw­erk­be­treuer müssten angesichts der aktuell hohen und weit­er wach­senden Auf­gaben im Dig­i­tal­isierungs­bere­ich angemessen mit Anrech­nungsstun­den aus­ges­tat­tet wer­den. „Viele Chan­cen der KI liegen auf der Hand, aber die Risiken eben­so – und sie tre­f­fen uns genau an den empfind­lichen Stellen: kri­tis­ches Denken, Selb­st­ständigkeit, Urteilsver­mö­gen, Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein“, so Scher­er abschließend.

Das alles aber könne nur gelin­gen, wenn das Kul­tus­min­is­teri­um endlich wieder zu ein­er ver­trauensvollen und part­ner­schaftlichen Beteili­gung der schulis­chen Haupt­per­son­al­räte bei der Weit­er­en­twick­lung der Bil­dungsplat­tform zurück­kehre. „Diese Beteili­gung wurde aber jahre­lang ver­weigert, bis sie dann let­z­tendlich von Gericht­en einge­fordert wurde.“, moniert Scher­er.

Fokus auf die Prax­is

Der Nach­mit­tag ist dann ganz der Prax­is gewid­met: In vier Work­shops kön­nen die Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer des Bil­dungskon­gress­es prax­is­na­he The­men ver­tiefen: „Auf­gaben und Prü­fungs­for­mate im Zeital­ter von KI, Kor­rek­tur mit KI und KI als Werkzeug der Unter­richtsvor­bere­itung“ (mit dem Ref­er­enten des ZSL und KI-Zen­trums Schule, Benedikt Sauer­born), „KI-Tools im Unter­richt? Reflek­tiert und kri­tisch ein­set­zen!“ (Dr. Patrick Bron­ner, ZSL & KI-Zen­trum Schule), „Mis­in­for­ma­tion, Desin­for­ma­tion, soziale Medi­en – Welche Auswirkun­gen haben Algo­rith­men auf die Nachricht­en- und Infor­ma­tion­skom­pe­tenz bei Kindern und Jugendlichen?“ (Flo­ri­an Nux­oll), „Gremien­sitzun­gen und Arbeits­grup­pen mit dig­i­tal­en Werkzeu­gen organ­isieren und durch­führen“ (Cord San­tel­mann, PhV BW).

Das Faz­it der PhV-Lan­desvor­sitzen­den zum PhV-Bil­dungskongress 2025: „Wir sind auf dem Weg und bere­it mitzugestal­ten. Poli­tik und Schul­ver­wal­tung sind gefordert, mit uns das Wohl der Schü­lerin­nen und Schüler im Blick zu behal­ten, sie zu mündi­gen Bürg­erin­nen und Bürg­ern her­anwach­sen zu lassen und kri­tis­ches Denken als Lernziel in den Fokus zu nehmen. Die Gym­nasien im Land sind sich ihrer Ver­ant­wor­tung bewusst!“

PhV-Broschüre zur Dig­i­tal­isierung im Bil­dungs­bere­ich

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An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den knapp 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt mit über 9.000 im Ver­band organ­isierten Mit­gliedern die Inter­essen der Lehrerin­nen und Lehrer an den 462 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.

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