PhV BW zum Artikel „Schopper kommt Junglehrern entgegen“ in der Stuttgarter Zeitung vom 01.08.2025
1. August 2025
• PhV-Erfolg: Lob an das Kultusministerium für die Zusage der garantierten Rückkehroption an das allgemeinbildende Gymnasium für die 300 Junglehrkräfte, die sich jetzt flexibel zeigen
• PhV fordert weiterhin: direkter Einsatz der gymnasial ausgebildeten Lehrkräfte an allgemeinbildenden Gymnasien statt Abordnungen an andere Schularten
• PhV mahnt an: kleinere Klassen an Gymnasien, um pädagogische Qualität zu sichern
• PhV sieht gerade jetzt die Chance zur Rücknahme der Einschränkungen bei Teilzeitregelungen und dem Sabbatjahr, um Junglehrkräften mehr Einstellungsmöglichkeiten zu geben
„Die garantierte Rückkehroption ist der richtige Weg, um gymnasiale Lehrkräfte in Baden-Württemberg zu halten. Dies haben wir im PhV BW vehement gefordert und erreicht. Aber auch gymnasiale Lehrkräfte, die bereits viele Jahre an anderen Schularten im Einsatz sind, müssen endlich verlässlich an die allgemeinbildenden Gymnasien zurückkehren können,“ so Martina Scherer, Landesvorsitzende der Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW).
Mit der angekündigten Rückkehroption für 300 gymnasiale Junglehrkräfte kommt Kultusministerin Theresa Schopper einem zentralen Anliegen des PhV BW entgegen. Gleichzeitig mahnt Martina Scherer an, dass die nun angekündigte Rückkehrgarantie nicht nur auf den Kreis der Berufseinsteiger beschränkt bleiben darf: „Es ist inakzeptabel, dass Lehrkräfte, die bereits seit Jahren an Gemeinschafts‑, Real- oder beruflichen Schulen arbeiten, weiterhin keine klare Rückkehroption erhalten, wenn sie dies wünschen. Auch ihnen muss die Rückkehr an ein allgemeinbildendes Gymnasium ermöglicht werden“, so die PhV-Landesvorsitzende.
Die PhV fordert darüber hinaus, gymnasiale Lehrkräfte nicht länger systematisch an andere Schularten abzuschieben, während an den Gymnasien ein wachsender pädagogischer Bedarf besteht. Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium, die Zunahme von Heterogenität sowie steigende Anforderungen im Bildungs- und Erziehungsauftrag erfordern personelle Verstärkung direkt vor Ort.
Zudem müsse die Landesregierung dringend strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichts- und Arbeitsbedingungen ergreifen. Dazu gehören aus Sicht des PhV BW kleinere Klassen, die Absenkung des in den Jahren 1997 und 2003 nur an Gymnasien erhöhten Deputats sowie eine Rücknahme der Restriktionen bei Teilzeit- und Sabbatjahrregelungen. Nur so kann der Lehrerberuf langfristig attraktiv gestaltet und qualifiziertes Personal an den Gymnasien in Baden-Württemberg gehalten werden.
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An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden knapp 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt mit über 9.000 im Verband organisierten Mitgliedern die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den 462 öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.
Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.