PhV BW zur Pressemitteilung des Kultusministeriums “Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt künftig an allen Schulen” vom 11.03.2025

17. März 2025

Schutzkonzepte gegen sex­u­al­isierte Gewalt an Schulen waren längst über­fäl­lig — aber ohne die nöti­gen Ressourcen bleibt es bei Absicht­serk­lärun­gen

Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) unter­stützt die Ini­tia­tive des Kul­tus­min­is­teri­ums (KM) zur Ein­führung von Präven­tion­skonzepten gegen sex­uelle Gren­züber­schre­itun­gen an Schulen aus­drück­lich: Kirchen und Vere­ine haben längst flächen­deck­ende Schutzkonzepte gegen sex­u­al­isierte Gewalt. Die Per­son­alvertre­tun­gen im Bil­dungs­bere­ich – und damit auch der PhV BW – fordern schon seit Jahren entsprechende Unter­stützungssys­teme an den und für die Schulen. „Dass das KM nun endlich etwas tut, begrüßen wir sehr”, erk­lärt Mar­ti­na Scher­er, Lan­desvor­sitzende des PhV BW.

Damit daraus nicht nur ein Feigen­blatt wird, das den Schulen und allen Betrof­fe­nen nicht weit­er­helfen kann, ist hier Sorgfalt anstelle von Sparsamkeit ange­sagt. Im Inter­esse all der­er, die Schutz und Hil­fe benöti­gen, müssen auch Ermöglichungsräume geschaf­fen wer­den, die mehr als eine Absicht­serk­lärung sind. „Wenn das Kul­tus­min­is­teri­um erwartet, dass diese Schutzkonzepte ein­fach neben­bei, kosten­neu­tral – also ohne zusät­zliche Ressourcen für Konzep­tion und Durch­führung – von den Lehrkräften entwick­elt und einge­führt wer­den kön­nen, zeigt sich damit, dass das KM dem Vorhaben nicht die Bedeu­tung zumisst, die ange­bracht wäre,“ kri­tisiert Scher­er. „Wir küm­mern uns um unsere Schutzbe­fohle­nen. Damit dies aber nicht nur dem Engage­ment und damit lei­der häu­fig der Aus­beu­tung der Lehrkräfte entspringt, muss kün­ftig statt ´Kosten­neu­tral­ität´ im Bil­dungs­bere­ich das Prinzip der ‘Belas­tungsneu­tral­ität’ zugrunde gelegt wer­den, wenn Qual­ität und Nach­haltigkeit – und in diesem Falle Sicher­heit und Schutz — erre­icht wer­den sollen. Das heißt im Klar­text: Keine neuen Auf­gaben ohne zusät­zliche Ressourcen oder Ent­las­tung bzw. Unter­stützung an ander­er Stelle! Wir erin­nern nur an die viel zitierten mul­ti­pro­fes­sionellen Teams, die noch immer auf sich warten lassen“, erläutert die PhV-Lan­desvor­sitzende. Zudem muss auch an die Gesund­heit der Lehrkräfte gedacht wer­den, die immer häu­figer reagieren müssen, weil immer mehr Schü­lerin­nen und Schüler psy­chisch belastet sind und andere Sys­teme aber zumin­d­est nicht zeit­nah zur Ver­fü­gung ste­hen. Fallbe­sprechungs­grup­pen und andere pro­fes­sionelle sowie ver­füg­bare Unter­stützung für Lehrkräfte fehlen hier weit­er­hin.

Weit­er­führende Infor­ma­tio­nen:
PM des KM vom 11.03.25 “Schutzkonzepte gegen sex­u­al­isierte Gewalt kün­ftig an allen Schulen”

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An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den knapp 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt mit über 9.000 im Ver­band organ­isierten Mit­gliedern die Inter­essen der Lehrerin­nen und Lehrer an den 462 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.

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