Pressemitteilung zu den Ergebnissen der PhV-Umfrage zur Situation gymnasialer Lehrkräfte und ihrer Arbeitsbedingungen in Baden-Württemberg
11. September 2025
- Lehrkräfte engagiert und leistungsbereit, aber strukturell überlastet
- Rahmenbedingungen müssen rasch verbessert werden
- Philologenverband legt 12-Punkte-Programm vor
Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) hat von Mai bis Juli 2025 eine Umfrage durchgeführt, an der sich knapp 3.600 Lehrkräfte beteiligten. Sie wurden zur beruflichen Situation und der Qualität der Arbeitsbedingungen befragt. Etwa jeder zehnte Teilnehmende war Mitglied eines Schulleitungsteams, also Schulleiter/in, stv. Schulleiter/in oder Abteilungsleiter/in (332). Viele der Ergebnisse sind alarmierend und verlangen dringende Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Situation an den Schulen. Das Vertrauen der Lehrkräfte in die Wahrnehmung der Fürsorgepflicht des Landes ist zerbrochen, Wertschätzung für den Einsatz der Lehrkräfte seitens der Politik und Schulverwaltung wird kaum wahrgenommen, der Gedanke an Berufsaufgabe ist weit verbreitet. Sofortiges Handeln ist somit dringend geboten!
- Große Teilnahmebereitschaft
„Die große Teilnahmezahl an der Umfrage beweist: Unsere Lehrkräfte wollen und müssen gehört werden – und sie erwarten völlig zu Recht, dass Politik und Dienstherr endlich ernsthaft zuhören. Wer fast 3600 fundierte Rückmeldungen aus dem gymnasialen Schulalltag erhält, darf sich der Verantwortung für notwendige Schlussfolgerungen und Konsequenzen nicht entziehen“ so Martina Scherer, Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg.
Von Anfang Mai bis Mitte Juli waren alle gymnasialen Lehrkräfte an allgemeinbildenden Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg vom PhV BW zur Teilnahme an dieser Umfrage aufgerufen worden. An den allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg sind gut 25.500 Lehrkräfte tätig, an den Gemeinschaftsschulen schätzungsweise etwa 800 mit gymnasialer Ausbildung, eine offizielle Zahl hierzu liegt dem PhV BW nicht vor. 3594 Fragebögen wurden online ausgefüllt. Die großen Teilnehmerzahlen sprechen für die Aussagekraft der Umfrage. Es haben vor allem weibliche Lehrkräfte an der Umfrage teilgenommen (66 %), was in etwa den Frauenanteil der Beschäftigten an den allgemeinbildenden Gymnasien von ca. 63 % abbildet.
- Hohe Berufszufriedenheit, aber Gedanken an Berufsaufgabe wegen Überlastung häufig geäußert
„Unsere Lehrkräfte empfinden ihre Arbeit als sinnvoll, wirksam und identitätsstiftend – und das trotz eklatanter Überlastung. Dieses Berufsethos verdient Respekt, politische Unterstützung und Rückendeckung – nicht strukturelle Missachtung“, so kommentiert Martina Scherer die Ergebnisse weiter.
Die Arbeit wird weit überwiegend als sinnvoll und erfüllend empfunden (86 %), und gymnasiale Lehrkräfte erleben sich als selbstwirksam (81 %). Nur knapp die Hälfte der Teilnehmenden sind vollzeitbeschäftigt (49 %). Über drei Viertel der Befragten fühlen sich etwas oder stark überlastet (84 %). Trotzdem sind fast drei Viertel (71 %) im Allgemeinen mit dem Beruf zufrieden, allerdings ist dementsprechend ein gutes Viertel (28 %) weniger oder gar nicht zufrieden.
Nur etwa ein Drittel (34 %) hat noch nie daran gedacht, den Beruf aufzugeben, etwa zwei Drittel (65 %) dagegen schon, über ein Drittel (36 %) würde sogar den Beruf nicht noch einmal ergreifen. Diese Zahlen sind alarmierend, insbesondere mit Blick auf den für 2032 absehbaren Lehrkräftemangel durch den Aufwuchs von G9 und die anstehende Pensionierung der Boomer-Generation. Sie zeigen, dass der Gymnasiallehrberuf durch Entlastung systematisch attraktiver gemacht werden muss, um zukünftige große Probleme zu verhindern.
- Belastung durch Zusatzaufgaben, zu große Klassen, Korrekturen und Konferenzen
Die größten genannten Belastungsfaktoren sind viel zu viele nicht-pädagogische Zusatzaufgaben wie ausufernde Bürokratie usw., danach folgen gleich zu große Klassen, zeitaufwändige Korrekturen, zu viele Konferenzen und Dienstbesprechungen, die enorme Heterogenität der Schülerschaft, zu wenig Unterrichtszeit für eine nachhaltige Vermittlung der Inhalte und eine deutlich zu hohe Unterrichtsverpflichtung.
„Wer Lehrkräfte derart mit Vorschriften, Konferenzen und Bürokratie überzieht, höhlt den pädagogischen Kern des Berufs aus. Unsere Kolleginnen und Kollegen wollen unterrichten – nicht verwalten“, moniert die PhV-Landesvorsitzende.
Die Ergebnisse der Freitextantworten ergänzen das Bild: Viele Lehrerinnen und Lehrer sehen sich im Schulalltag enormen Belastungen ausgesetzt – weit über das erwartbare Maß hinaus. Dabei werden nicht nur strukturelle Probleme benannt, sondern auch emotionale und persönliche Auswirkungen beschrieben. Die spontanen, sehr persönlichen und offenen Antworten spiegeln ein hohes Maß an Frustration, aber auch ein starkes berufliches Engagement wider.
Lehrkräfte kritisieren die Vielzahl an Formularen, Pflichtdokumentationen und Verwaltungsarbeit. Diese Anforderungen überlagern aus ihrer Sicht zunehmend die pädagogische Arbeit. Typische Äußerungen sind: „Ich will unterrichten, nicht verwalten.“, „Man kommt kaum noch zum Atmen.“, „Mangelnde Wertschätzung durch [die] Gesellschaft allgemein“, „Ich leide extrem unter der Nichterfassung und Nicht-Würdigung meiner Arbeitszeit!“, „Was wir leisten, sieht niemand“, „Fehlende Entlastungsstunden für besondere Aufgaben“.
„Die Ergebnisse zeigen klar: Es geht nicht um vereinzelt hohe Stressmomente, sondern um eine strukturelle, systembedingte Überlastung – verursacht durch politische Mutlosigkeit, fehlende Ressourcen und realitätsferne Steuerung“, sagt Martina Scherer, die sich hinter die Lehrkräfte stellt und ihnen mit dem Gymnasiallehrkräfteverband den Rücken stärkt.
- Fürsorgepflicht des Dienstherrn kaum erfüllt, Lehrkräfte von Politik nicht ernst genommen?
Über die Hälfte (53 %) hat den Eindruck, dass der Dienstherr seine Fürsorgepflicht nur schlecht oder gar nicht erfüllt, nur gut ein Drittel (35 %) sieht die Fürsorgepflicht als mehr oder weniger erfüllt an. Nur 7 % beantworten die Frage: „Fühlen Sie sich als Lehrer/Lehrerin von der Landespolitik grundsätzlich ernst genommen?“ mit „Ja“, über drei Viertel (78 %) fühlen sich von der Politik nicht ernst genommen.
Der Grad der Unzufriedenheit mit dem Dienstherrn und der Politik ist alarmierend. Typische diesbezügliche Äußerungen in den Freitexten: „Uns hört niemand zu“, „Ideenloser, mutloser, ahnungsloser Umgang der Politik mit dem Thema Bildung“ oder „Schulpolitik wirft ständig Steine in den Weg.“ Dieses Misstrauensvotum der Lehrkräfte ist erschütternd.
„Wenn sich drei Viertel der Lehrkräfte von der Landespolitik überhaupt nicht ernst genommen fühlen, ist das mehr als ein Stimmungsbild – es ist ein klares Misstrauensvotum gegen eine Bildungspolitik, die Lehrkräfte zu oft ignoriert und übergeht“, so die PhV-Landesvorsitzende zur Wahrnehmung der Lehrkräfte.
„Die Fürsorgepflicht des Dienstherrn endet nicht bei wohlklingenden Sonntagsreden. Wer Verantwortung trägt, muss Rahmenbedingungen schaffen, unter denen gesunde und wirksame Bildungsarbeit möglich ist.“
- Digitaler Arbeitsplatz für Lehrkräfte: kaum genutzt und stark verbesserungsbedürftig
Den DAP (Digitalen Arbeitsplatz) für Lehrkräfte kennen und nutzen die meisten nicht (81 %). Wer den DAP nutzt, ist damit zumeist unzufrieden. Dabei wird der DAP, wenn überhaupt, vor allem für Dienstmails genutzt (19 %), die anderen Module (Kalender, Kontakte, Aufgaben, Datenspeicher, Online-Büroanwendungen) sind kaum in Gebrauch. Die häufigste Rückmeldung ist: „Ich habe davon noch nie gehört.“
Wer den DAP nutzt, sieht ihn meist kritisch. In den Freitextantworten werden bzgl. des DAP vor allem technische Probleme und fehlende Praxistauglichkeit kritisiert. Typisch sind folgende Rückmeldungen: “Die Programme funktionieren nicht zuverlässig”, „Die Zwei-Faktoren-Authentifizierung macht den Arbeitsalltag noch umständlicher“, „Das neue E‑Mailprogramm ist nicht so komfortabel, der Speicherplatz ist schnell ausgeschöpft.“ Es wird häufig beklagt, dass die Dienstmail eine reine Web-Anwendung ist und somit die Nutzung mit externen Mail-Programmen wie z. B. Thunderbird nicht möglich ist. Auch der unzureichende Speicherplatz wird häufig kritisiert.
„Eine Digitalisierung, die zusätzlichen Aufwand schafft, ist keine zukunftsweisende Reform, sondern einfach nur eine Zumutung. Wir brauchen durchdachte, leicht benutzbare und professionell betreute Systeme – nicht bloß gut gemeinte Pilotversuche“, fordert Martina Scherer.
Derartige Rückmeldungen deuten auf erheblichen Weiterentwicklungsbedarf hin, sowohl in der Funktionalität als auch in der Kommunikation und Schulung rund um den DAP. Die Befragten wünschen sich häufig “Moderne und funktionierende Technik”, “Bessere digitale Ausstattung”, “Unterstützung bei der Digitalisierung”, “Digitale Plattformen und Tools” sowie “IT-Fachpersonal für Wartung”.
- Lehrkräfte wollen die Erfassung ihrer tatsächlichen Arbeitszeit
Die große Mehrheit der Befragten will die Arbeitszeiterfassung (68 %), und zwar durch eine exakte Erfassung der Ist-Arbeitszeit (61 %), nicht etwa als praxisfernes Faktorisierungsmodell mit einer pauschalen Zuweisung von Zeitbudgets für bestimmte berufliche Tätigkeiten (25 %). Von der Arbeitszeiterfassung erhoffen sich die meisten eine Verbesserung der Situation (66 %) sowie die Anerkennung und Vergütung von Aufgaben und Mehrarbeit (74 %), mehr Arbeitszeitgerechtigkeit (63 %), sie erwarten aber auch Zusatzaufwand durch die Dokumentation der Arbeitszeit (61 %) und eine gerechtere Verteilung von Aufgaben (51 %).
Als weitere Folgen einer echten Arbeitszeiterfassung werden häufig genannt: faire Bezahlung der geleisteten Arbeit, Anerkennung der vielerlei Arbeiten neben dem Unterrichten und Korrigieren, zusätzliche Einstellung von Lehrkräften und Verwaltungspersonal; befürchtet werden aber „Pseudomaßnahmen der Regierung, um nicht das Deputat senken zu müssen.“
Eine Lehrkraft bringt es auf den Punkt:„Eine systematische Erfassung der Arbeitszeit würde endlich Transparenz schaffen – sowohl gegenüber der Gesellschaft als auch gegenüber der Politik. Sie könnte deutlich machen, wie viel Zeit Lehrkräfte tatsächlich für Korrekturen, die Vorbereitung und Durchführung von Leistungserhebungen, Elternarbeit sowie die Organisation von außerunterrichtlichen Veranstaltungen aufwenden. Solange in den Köpfen vieler Verantwortlicher noch das falsche und längst überholte Bild vorherrscht, dass die Arbeit von Lehrkräften ausschließlich im Unterricht stattfindet, wird sich an der Belastungssituation nichts ändern. Die Arbeitszeiterfassung könnte helfen, dieses Missverständnis endlich aufzubrechen.“
- Führungskräfte besonders belastet
Zentrale Ergebnisse für Lehrkräfte in Funktionsstellen mit Führungsaufgaben (Schulleitung, stellvertretende Schulleitung, Abteilungsleitung) sind folgende: Schulleitungen beklagen insbesondere belastende Elternarbeit, überbordende Verwaltungsaufgaben, mangelhafte Digitalisierung und massiven Personalmangel. Leitungspersonen betonen Verantwortungslast, Kommunikationsdruck und fehlende politische Rückendeckung. Führungskräfte sehen außerdem den DAP besonders kritisch. Eine typische Äußerung einer Schulleitung hierzu: „Der DAP ist derzeit nicht brauchbar bzw. alltagstauglich.“ Schulleitungen beklagen häufig fehlende Beförderungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für besonders engagierte Lehrkräfte, was das Kollegium demotiviert und die Schulentwicklung behindert.
Die Umfrage zeigt, dass Leitungskräfte an Schulen strukturell besonders belastet sind. Ein gezielter Blick auf die dringende Unterstützung, nutzbringende Digitalisierung und Anerkennung ist für diesen Personenkreis zwingend geboten.
„Unsere Schulleitungen stehen unter massivem Druck – sie übernehmen sehr viel Verantwortung bei gleichzeitigem Ressourcenmangel und wachsender Bürokratie. Ohne gezielte Entlastung und Wertschätzung ist gesundes Führungshandeln bald nicht mehr möglich“, erklärt Martina Scherer erschüttert.
„Wer engagierte Lehrkräfte in Funktionsstellen weder strukturell stärkt noch gezielt fördert, gefährdet langfristig die Innovationskraft und den Erfolg unserer Schulen.“
- Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrberufs
Um den Beruf attraktiver zu machen, werden vor allem folgende Maßnahmen gefordert:
1. kleinere Klassen (80 %)
2. mehr Anerkennung und Wertschätzung, insbesondere auch von Politik, Medien, Gesellschaft (79 %)
3. mehr Anrechnungsstunden für besondere Aufgaben (77 %)
4. Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung (62 %)
5. mehr Beförderungsmöglichkeiten (56 %).
Typische Forderungen von Lehrkräften sind beispielsweise:
- „Kleinere Klassen, sodass mehr Zeit bleibt, um die zunehmend heterogene Schülerschaft besser individuell zu fördern“
- „Mehr echte Ressourcen statt ständig neuer, wohlklingender Konzepte“
- „Weniger Bürokratie, mehr Rechtssicherheit“
- „Bessere Aufstiegs- und Beförderungsmöglichkeiten“
- „Ein echter Arbeitsplatz an der Schule“
- „Entlastung von bürokratischen Verpflichtungen“
- „Mehr Zeit für Teamarbeit“
- „Mehr direkte Kommunikation und nicht tausende Mails“
- „Ein besseres, längeres Referendariat, in dem mehr Freude statt Frust erlebt wird, weil die Referendare kontinuierlich in den Beruf hineinwachsen. Zurück zum zweijährigen Referendariat.“
Fehlende Aufstiegs- und Beförderungsmöglichkeiten werden insbesondere auch von Schulleitungen beklagt, da sie für das Kollegium demotivierend wirken und damit Schulentwicklung be- und verhindern. Gymnasiale Lehrkräfte an der Gemeinschaftsschule fordern häufig die Möglichkeit, an ein allgemeinbildendes Gymnasium versetzt werden zu können – bisher wird das praktisch verweigert.
Schlussfolgerungen des PhV BW
Die Lehrkräfte zeigen in ihren Antworten ein starkes berufliches Engagement und zugleich eine deutliche Überforderung aufgrund der konkreten Arbeitssituation an der Schule. Deshalb müssen Lehrkräfte entlastet werden, damit sie sich darauf konzentrieren können, wofür sie brennen: Beste Bildung für alle Schülerinnen und Schüler!
Die Probleme reichen von entgrenzter Arbeitszeit, zu großen Klassen und zu viel Bürokratie über mangelhafte Digitalisierung, nicht leistbare Inklusion und zu große Heterogenität der Schülerschaft bis hin zur fehlenden Wertschätzung und Wahrnehmung der Arbeit durch Politik und Gesellschaft.
Es handelt sich nicht um Klagen auf hohem Niveau; es sind vielmehr realitätsnahe, oft erschöpfte Stimmen aus dem Inneren des Schulsystems, die bisher von der Öffentlichkeit, der Schulverwaltung und Politik nicht gehört werden. Sie machen deutlich: Für nachhaltige Verbesserung braucht es nicht ständig neue theoretische und häufig praxisferne Reformvorschläge, sondern echte strukturelle Veränderungen und Investitionen in die Verbesserung der Rahmenbedingungen.
Insbesondere mit Blick auf den ab 2032 absehbaren, gravierenden Lehrkräftemangel durch die Pensionierung der Boomer-Generation und den Aufwuchs von G9 muss die Attraktivität des Lehrberufs an den allgemeinbildenden Gymnasien systematisch, klug und planvoll verbessert werden!
Anlagen
12-Punkte-Sofortprogramm des PhV BW
Präsentation zu den Ergebnissen der Umfrage
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An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden knapp 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt mit über 9.000 im Verband organisierten Mitgliedern die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den 462 öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.
Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.