Wahlprüfsteine von PhV und Juphis

7. Januar 2021

Der Philologenverband Baden-Württemberg PhV BW und die Jungen Philologen im PhV BW (Juphis) haben den Parteien Wahlprüfsteine mit der Bitte um Stellungnahme zugesandt.

Die Wahlprüfsteine und darunter die Antworten der Parteien finden Sie hier.

Wahlprüfsteine des PhV BW


Berufspolitik

  • Gymnasiale Lehrkräfte sind hohen beruflichen Belastungen ausgesetzt und leisten regelmäßig in großem Umfang unvergütete Mehrarbeit. Ihre Aufgaben sind in den letzten Jahren erheblich angewachsen, gleichzeitig wurden die Klassen immer heterogener. Zu viele Lehrerinnen und Lehrer leiden unter psychischen Belastungen, Burnout-Symptomen und der Entgrenzung ihrer Arbeitszeit. Diese gestiegenen Belastungen wurden vor kurzem durch die Lehrkräftebelastungsstudie des DPhV bestätigt, siehe https://www.phv-bw.de/lehrkraefte-brauchenentlastung/
    Setzen Sie sich für eine Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer ein, und wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie diese erreichen? Wie stehen Sie konkret zu einer Reduzierung des 25-Stunden-Deputats und zu einer Erhöhung des Anrechnungsstunden-Pools?
  • Enorm beansprucht sind auch die Schulleitungen. Gerade die Corona-Pandemie hat die Schulleiterinnen und Schulleiter häufig an oder über ihre Belastungsgrenze geführt. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie die Schulleitungen unterstützen und entlasten? Planen Sie eine Aufstockung der Leitungszeit und zusätzliche Abteilungsleiterstellen?
  • Der Philologenverband und die Jungen Philologen setzen sich für eine Verbesserung der Einstellungsmöglichkeiten an den allgemeinbildenden Gymnasien und für einen festen Einstellungskorridor für die besten Absolventinnen und Absolventen eines Jahres ein, um eine nachhaltige Unterrichtsversorgung zu sichern, das Einstellungstief des „Schweinezyklus“ zu überwinden und die hochqualifizierten und teuer ausgebildeten Lehrkräfte im Land sinnvoll einzusetzen. Wie stehen Sie zu diesen Forderungen?
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf – aber nur dann, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen: Das ist leider Realität an vielen Schulen. Trotz der Vielzahl an Anträgen auf Eltern- und Teilzeit sind die Schulen personell immer noch nicht ausreichend dafür ausgestattet, um die Elternzeit-Beurlaubungen ohne massive Mehrbelastung für die Kollegien zu stemmen. Welche Maßnahmen planen Sie, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Lehrkräften zu verbessern?
  • Die enormen Herausforderungen zur Wartung digitaler Technik, die zudem datenschutzkonform erfolgen muss, ist durch die Lehrkräfte nicht zu leisten. Der PhV fordert daher externe Informatikerinnen und Informatiker sowie Technikerinnen und Techniker zur Betreuung der Geräte in den Schulen. Wie stehen Sie dazu?


Bildungspolitik

  • Der PhV BW setzt sich gemeinsam mit zahlreichen Eltern seit langem für eine Wahlfreiheit von G8 und G9 ein. Die vorhandenen G9-Modellgymnasien platzen häufig aus allen Nähten, was zeigt, dass eine Abstimmung mit den Füßen hin zum neunjährigen Gymnasium stattfindet. Gerade durch die coronabedingten Schulschließungen mit Phasen des Fernunterrichts hat das Thema neue und zusätzliche Dringlichkeit gewonnen, denn in G8 ist keine Zeit fürs „Aufholen“ von Versäumtem. Wie positionieren Sie sich in der Frage nach einem acht- bzw. neunjährigen Gymnasium?
  • Der deutliche Abfall der baden-württembergischen Schülerinnen und Schüler bei der IQB-Studie wurde mit dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung in Zusammenhang gebracht. Der Vergleich zeigt, dass Schülerinnen und Schüler aus Ländern, in denen es die verbindliche Grundschulempfehlung weiterhin gibt, bei den Tests deutlich besser abschneiden. Der PhV BW fordert daher eine Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung in Baden-Württemberg, um Schülerinnen und Schüler vor Frustrationserlebnissen durch Über- oder Unterforderung zu schützen und gerade an den Gymnasien die Leistungsunterschiede innerhalb der einzelnen Klassen nicht zu groß werden zu lassen. Wie stehen Sie zur Grundschulempfehlung und deren Verbindlichkeit? Was sind Ihre Vorschläge für einen gelingenden Übergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen?
  • Seit der Freigabe der Grundschulempfehlung ist die Schülerschaft auch an den Gymnasien leistungsmäßig sehr viel heterogener geworden. Eine Verbesserung des Bildungserfolgs ist nach Ansicht des PhV BW nur möglich, wenn die Lerngruppen signifikant verkleinert werden. Dass kleinere Klassen messbaren Lernfortschritt erzeugen, zeigte u.a. eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: Danach können kleinere Klassen zu besseren Leistungen führen und den Anteil der Klassenwiederholungen sinken lassen. Auch die Erfahrungen aus dem „rollierenden System“ zeigen, dass in halben Klassen deutlich schneller und intensiver gelernt wird, da es wesentlich weniger Unterrichtsstörungen gibt. Unterstützen Sie daher die Forderung des Philologenverbands nach einer deutlichen Absenkung des Klassenteilers?
  • Das differenzierte, mehrgliedrige Schulsystem in Baden-Württemberg wird von Schülern, Eltern und Lehrern geschätzt. Seit dem Schuljahr 2012/2013 ist zu den bewährten Schularten Haupt- und Werkrealschule, Realschule und Gymnasium noch die Gemeinschaftsschule hinzugekommen. Wie bewerten Sie die gegenwärtige Schulstruktur? Sehen Sie Änderungsbedarf, und wenn ja, wo?


Demokratieerziehung und Bildungsverständnis

  • In den letzten Jahren ist das Vertrauen in die Demokratie und in die politischen Institutionen in Deutschland und Europa gesunken. Wie wollen Sie die politische Bildung an den Schulen im Land wieder stärken? Planen Sie eine Aufwertung des Gemeinschaftskundeunterrichts und wenn ja, wie?
  • Von welchem Bildungsverständnis und von welchen Bildungsidealen lässt sich Ihre Partei leiten? Was ist Ihnen in der Bildungspolitik besonders wichtig, und wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf?


Corona

  • Wie wollen Sie die Schulen dauerhaft „coronasicher“ machen? Welche Maßnahmen und wie viel (zusätzliches) Geld sehen Sie dafür vor?

Wahlprüfsteine der Jungen Philologen im PhV BW

  • Der Philologenverband fordert, dass das derzeit 18-monatige Referendariat wieder auf 24 Monate verlängert werden soll. Wie ist Ihre Position zur Dauer des Referendariats?
  • Referendarinnen und Referendare sind oft ein Spielball zwischen Schulen und Seminar. Dabei leidet im schlimmsten Fall die Qualität der Ausbildung. Eine unabhängige Stelle, der Betroffene Missstände melden könnten, würde hier Entlastung bringen und die hohe Qualität der Ausbildung sichern. Wie stehen Sie zu dieser Idee?
  • Insbesondere bei den jungen Lehrkräften und Berufseinsteigern ist die Wochenarbeitsbelastung enorm hoch. Die Jungen Philologen fordern ein Stufenmodell für Berufseinsteiger mit vollem Gehalt. Dabei sollen die Stunden stufenweise von 20 Stunden im ersten Berufsjahr bis hin zu 23 Stunden jährlich um eine Stunde angehoben werden. Welche Haltung nehmen Sie zu dieser Forderung ein?
  • Mit den sozialen Medien ist ein neues Problem entstanden. Oftmals werden diese als rechtsfreier Raum wahrgenommen und als Plattform für Mobbing oder die Verbreitung von Lügen und Verschwörungstheorien genutzt. Die Lehrerinnen und Lehrer sind dadurch teilweise verunsichert. Wie wollen Sie ihnen hier den Rücken stärken und auch der allgemeinen Verunsicherung bezüglich der Rechtslage entgegenwirken?

Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine

Die Parteien werden in der Reihenfolge ihrer aktuellen Fraktionsgröße im Landtag aufgezählt:

GRÜNE zu Wahlprüfsteinen des PhV BW (PDF)

GRÜNE zu Wahlprüfsteinen der Juphis (PDF)

CDU zu Wahlprüfsteinen von PhV BW und Juphis (PDF)

SPD zu Wahlprüfsteinen des PhV BW (PDF)

SPD zu Wahlprüfsteinen der Juphis (PDF)

AfD zu Wahlprüfsteinen des PhV BW (PDF)

AfD zu Wahlprüfsteinen der Juphis (PDF)

FDP zu Wahlprüfsteinen von PhV BW und Juphis (PDF)

LINKE zu Wahlprüfsteinen des PhV BW (PDF)

LINKE zu Wahlprüfsteinen der Juphis (PDF)

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