Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Landesregierung hat durch den G9-Umstieg die historische Chance, den Klassenteiler am Gymnasium endlich wirksam zu senken!

6. Juli 2026

Pressemit­teilung des Philolo­gen­ver­bands Baden-Würt­tem­berg (PhV BW) zu „Land­tags­druck­sache 18/179 vom 30.06.2026: Bericht der Lan­desregierung zu einem Beschluss des Land­tags; hier: Senkung der Klassen­fre­quen­zen bzw. Schaf­fung kleiner­er Klassen

Kleinere Klassen – jet­zt!

• Wenn nicht jet­zt, wann dann? Die Lan­desregierung hat durch den G9-Umstieg die his­torische Chance, den Klassen­teil­er am Gym­na­si­um endlich wirk­sam zu senken!
• Jahrzehn­te­langer Still­stand: Seit fast 50 Jahren scheit­ert der Land­tag an seinen eige­nen, selb­st­gesteck­ten Zie­len zur Verkleinerung der Klassen. Das geht zulas­ten unser­er Lehrkräfte und Schüler.

„Es ist ein bil­dungspoli­tis­ches Armut­szeug­nis, dass der baden-würt­tem­ber­gis­che Land­tag bere­its am 13. Juni 1979 beschlossen hat, die Klas­sen­größen kon­se­quent zu verklein­ern – und wir heute an den all­ge­mein­bilden­den Gym­nasien immer noch regelmäßig vor Klassen mit bis zu 30 Schülern und mehr ste­hen!“, so die Lan­desvor­sitzende des Philolo­gen­ver­bands Baden-Würt­tem­berg (PhV BW), Mar­ti­na Scher­er.

„Von allen weit­er­führen­den Schu­larten hat das Gym­na­si­um seit vie­len Jahren im Durch­schnitt die dick­sten Brock­en, sprich: die größten Klassen zu beschulen. Angesichts ein­er immer het­ero­generen Schüler­schaft gren­zt es an ein Wun­der, wie unsere Kol­legin­nen und Kol­le­gen unter diesen Bedin­gun­gen tagtäglich den hohen Anspruch unseres Bil­dungsauf­trags und die Vor­bere­itung auf das Hochschul­studi­um meis­tern.“
Scher­er sieht die Poli­tik jet­zt akut in der Bringschuld: „Durch den Über­gang zu G9 haben wir jet­zt – über­gangsweise — einen fast flächen­deck­enden Über­hang. Wir haben also das Per­son­al, das wir für eine echte Verkleinerung der Klassen brauchen. Wenn die Lan­desregierung jet­zt nicht han­delt und den Klassen­teil­er senkt, wann will sie es dann tun? Diese Chance ver­stre­ichen zu lassen, wäre unver­ant­wortlich.“

Dass die Klas­sen­größe den Lern­er­folg maßge­blich mitbes­timmt, ist längst empirisch bewiesen, unter anderem durch die Berlin­er DIW-Studie von 2018. „Wir müssen die Klas­sen­größen sig­nifikant ver­ringern – und zwar spür­bar direkt im Klassen­z­im­mer“, fordert die PhV-Lan­desvor­sitzende abschließend. „Unsere Lehrkräfte brauchen endlich wieder Luft zum Atmen und die nötige Zeit für jede einzelne Schü­lerin und jeden einzel­nen Schüler. Nur so wird echte, tiefe indi­vidu­elle Förderung wieder möglich – es wird Zeit, dass die Poli­tik ihnen dafür auch die passenden Rah­menbe­din­gun­gen gibt!“

Statistik Klassenteiler 1979-2025
Sta­tis­tik Klassen­teil­er 1979–2025

Weit­er­führende Infor­ma­tio­nen:

Land­tags­druck­sache 18/179 vom 30.06.2026: „Bericht der Lan­desregierung zu einem Beschluss des Land­tags; hier: Senkung der Klassen­fre­quen­zen bzw. Schaf­fung kleiner­er Klassen“, https://www.landtag-bw.de/resource/blob/642170/2ab300ff4cc6c5fbb76738fe4bd91a6c/18_0179_D.pdf, aufgerufen am 03.07.2026

DIW Berlin, Pressemit­teilung vom 30. Mai 2018: „Kleinere Klassen kön­nen zu besseren Leis­tun­gen in den Fäch­ern Deutsch und Math­e­matik führen“, https://kurzelinks.de/wvwk, aufgerufen am 03.07.2026

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An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den knapp 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt mit über 9.000 im Ver­band organ­isierten Mit­gliedern die Inter­essen der Lehrerin­nen und Lehrer an den 462 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.