Keine faulen Kompromisse bei der Bekämpfung des Lehrermangels!

22. September 2023

Pressemit­teilung anlässlich des 62. Inter­na­tionalen Bodensee­tr­e­f­fens der Lehrkräfte Höher­er Schulen aus der Schweiz, Deutsch­land, Öster­re­ich und Liecht­en­stein: Lehrerver­bände aus der Bodenseere­gion fordern auch für die Zukun­ft kom­pe­tente Lehrper­so­n­en zum Erhalt der Bil­dungsqual­ität

Der Lehrerman­gel ist kein spez­i­fisch baden-würt­tem­ber­gis­ches, süd­deutsches oder gar gesamt­deutsches Prob­lem. Auch Öster­re­ich, die Schweiz und Liecht­en­stein haben mit ein­er Man­gel­si­t­u­a­tion beim Lehrper­son­al an den Höheren Schulen zu kämpfen. In den Vorge­sprächen zum Bodensee­tr­e­f­fen waren sich die Vertreter aller Län­der einig: Auf dem „Altar“ des Lehrerman­gels darf nicht alles geopfert wer­den – schon gar nicht die Qual­ität der Lehrper­so­n­en und der Bil­dung! Und: Die Poli­tik ist nicht macht­los – es gibt konkrete Maß­nah­men, die ergrif­f­en wer­den kön­nen und müssen.

Diese Fehler dür­fen nicht wieder­holt wer­den:
• Wer­bekam­pag­nen für den Lehrerberuf dür­fen nicht ein­seit­ig auf die größt­mögliche Aufmerk­samkeit und eine ver­meintliche Attrak­tiv­ität für die Ziel­gruppe aus­gerichtet sein. Mit reißerischen Slo­gans erre­icht man nicht die geeigneten Per­so­n­en.
• Das strate­gis­che Abwer­ben von Lehrkräften hil­ft auf die Dauer nie­man­dem weit­er – ein Loch in einem Bun­des­land mag gestopft sein, dafür klafft in einem anderen ein neues. Ger­ade in gren­z­na­hen Regio­nen kann es durch Prämien und finanzielle Anreize zu anges­pan­nten Sit­u­a­tio­nen kom­men.
• Und „Schnell­ble­ichen“ oder „Schnellsiedekurse“ für ange­hende und unqual­i­fizierte Aushil­f­skräfte sind keine Lösung.

Denn die Lehrerbil­dung muss für die Arbeit auf gym­nasialem Niveau fach­lich entsprechend qual­i­fizieren. Quere­in­steiger müssen kon­se­quent nachqual­i­fiziert wer­den! Andern­falls dro­ht eine Ent­pro­fes­sion­al­isierung des Lehrberufs und let­ztlich ein Qual­itätsver­lust in der Bil­dung.
 
Wodurch die Attrak­tiv­ität des Lehrerberufs wieder gesteigert wer­den kann:
• Imagekam­pag­nen mit echt­en Lehrkräften und Schnup­pertage für einen authen­tis­chen ersten Ein­blick in das Berufs­feld sind überzeu­gen­der und nach­haltiger, um wirk­lich geeignete Bewer­ber zu find­en.
• Angestellte, nicht-ver­beamtete Lehrkräfte müssen drin­gend in ihrem Sta­tus gestärkt wer­den! Es kann nicht sein, dass sie – wie in manchen Län­dern gängige Prax­is – nach wie vor während der Som­mer­fe­rien ent­lassen und zum Beginn des neuen Schul­jahres wieder angestellt wer­den. Sie müssen eine real­is­tis­che Per­spek­tive für eine dauer­hafte Beschäf­ti­gung erhal­ten.
• In ein­er sich immer schneller verän­dern­den Welt muss auch der Wech­sel des Arbeit­ge­bers flex­i­bler möglich sein! Das bet­rifft sowohl den Wech­sel von dem einen in das andere Bun­des­land als auch den Wech­sel zwis­chen kirch­lichen, pri­vat­en und staatlichen Schul­trägern.
• Teilzeit­möglichkeit­en müssen aus­ge­baut und dür­fen auf keinen Fall eingeschränkt wer­den! Je bess­er das Stun­den­dep­u­tat und die Unter­richt­sor­gan­i­sa­tion zur aktuellen Lebenssi­t­u­a­tion passen, desto eher trauen sich Lehrkräfte auch zu, mehr zu unter­richt­en.
• Der bürokratis­che Aufwand neben dem Unter­richt­en muss reduziert wer­den! So bleibt mehr Zeit für das Kerngeschäft des Unter­richt­ens. Weniger Doku­men­ta­tion­spflicht­en zeu­gen auch vom Ver­trauen des Lan­des in seine Schulen.

Beim Bodensee­tr­e­f­fen kom­men am 23. und 24. Sep­tem­ber 2023 in Kempten Vertreter der Lehrerver­bände der Bodenseere­gion unter dem Mot­to „Gym­nasiale Bil­dung in Zeit­en des Lehrkräfte­man­gels“ zusam­men. Dies sind
• der GLVLG (Gym­nasiallehrerin­nen- und lehrervere­in Liecht­en­steinis­ches Gym­na­si­um),
• der VSG (Vere­in Schweiz­erisch­er Gym­nasiallehrerin­nen und Gym­nasiallehrer),
• die ÖPU (Öster­re­ichis­che Pro­fes­soren Union),
• der PhV BW (Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg) und
• der bpv (Bay­erisch­er Philolo­gen­ver­band).

Wis­senschaftliche Fachvorträge ergänzen die Diskus­sio­nen und den Aus­tausch. Mehr zum Pro­gramm gibt es auf der Home­page unter: https://bodenseetreffen.eu/kempten-2023/

PhV BW* * *

An den Gym­nasien des Lan­des Baden-Würt­tem­berg wer­den knapp 300.000 Schü­lerin­nen und Schüler unter­richtet. Der Philolo­gen­ver­band Baden-Würt­tem­berg e.V. (PhV BW) ver­tritt mit über 9.000 im Ver­band organ­isierten Mit­gliedern die Inter­essen der Lehrerin­nen und Lehrer an den 462 öffentlichen und pri­vat­en Gym­nasien des Lan­des.

Im gym­nasialen Bere­ich hat der Philolo­gen­ver­band BW sowohl im Haupt­per­son­al­rat beim Kul­tus­min­is­teri­um als auch in allen vier Bezirksper­son­al­räten bei den Regierung­sprä­si­di­en die Mehrheit und set­zt sich dort für die Inter­essen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gym­nasien des Lan­des ein.

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